LVR-Berufskolleg Halfeshof

Das LVR-Berufskolleg Halfeshof begleitet Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung auf ihrem Weg in den beruflichen Alltag. In einem geschützten Rahmen verbinden wir schulisches Lernen, praktische Erfahrungen und persönliche Förderung – für realistische Perspektiven und einen gelingenden Übergang nach der Schulzeit.

Zwei Schüler sitzen im Unterricht vor dem PC

Perspektiven entwickeln – Übergänge gestalten

Das LVR-Berufskolleg Halfeshof ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung im berufsbildenden Bereich der Sekundarstufe II. Es begleitet Jugendliche mit besonderem pädagogischen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule in Ausbildung, Beruf oder weiterführende Maßnahmen.

Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche des LVR-Jugendheims Halfeshof , die keinen Hauptschulabschluss erreicht haben oder zuvor eine Förderschule besucht haben und deren Chancen auf einen direkten Einstieg in eine duale Berufsausbildung gering sind.

Darüber hinaus können auch externe Jugendliche, die durch das Jugendamt betreut werden und einen festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf (AO-SF) haben, am Berufskolleg gefördert werden.

Logo des LVR-Berufskollegs Halfeshof

Die Klassen des Berufskollegs

Der Unterricht am LVR-Berufskolleg Halfeshof gliedert sich in einen fachtheoretischen und einen fachpraktischen Teil.

Die fachpraktische Ausbildung erfolgt in den heimeigenen Werkstätten, sodass Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt sind.

Die Jugendlichen sammeln praktische Erfahrungen in folgenden Berufsfeldern:

  • Schreinerei

  • Malerei

  • Schlosserei

  • Gärtnerei

Einjährige Ausbildungsvorbereitung

Die Ausbildungsvorbereitung ermöglicht Jugendlichen, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen und realistische Perspektiven für ihren weiteren Berufsweg zu entwickeln. Durch praxisnahen Unterricht und Praktika wird die Entscheidung für einen passenden Beruf unterstützt.

In enger Kooperation mit den Werkstätten liegt der Schwerpunkt auf folgenden Berufsfeldern:

  • Holztechnik

  • Metalltechnik

  • Farbtechnik

  • Garten- und Landschaftsbau

Ziel ist es, den Einstieg in eine berufliche Ausbildung vorzubereiten und im besten Fall zu ermöglichen.

Unterricht und Praxis

Der Unterricht findet an drei Berufsschultagen pro Woche statt und vermittelt sowohl allgemeinbildende als auch berufliche Inhalte. Unterrichtsfächer sind:

  • Mathematik

  • Englisch

  • Deutsch/Kommunikation

  • Wirtschafts- und Betriebslehre

  • Naturwissenschaften

  • Politik/Gesellschaftslehre

  • Sport/Gesundheitsförderung

An den übrigen zwei Wochentagen arbeiten die Jugendlichen praktisch in den Werkstätten. Diese Fachpraxis dient der vertieften beruflichen Orientierung und wird eng vom Berufskolleg begleitet.

Die Bewertung der praktischen Leistungen erfolgt durch die jeweiligen Werkstätten. Eine erfolgreiche fachpraktische Tätigkeit ist Voraussetzung für den Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9.

Eingangsvoraussetzungen

Eine Aufnahme in die Ausbildungsvorbereitung ist möglich, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (zehn Schuljahre)

  • kein erreichter Hauptschulabschluss nach Klasse 9

  • zu Beginn des Schuljahres noch nicht volljährig

  • keine vorherige Teilnahme an der Sekundarstufe II

  • kein bestehendes Ausbildungsverhältnis

  • Abbruch einer Ausbildung oder Maßnahme im laufenden Schuljahr

Ziele des Bildungsgangs und erreichbarer Abschluss

Der Bildungsgang verfolgt mehrere Ziele:

  • Verbesserung der Allgemeinbildung

  • Erwerb erster beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten

  • berufliche Orientierung durch Einblicke in verschiedene Berufsfelder

  • Neuorientierung nach einem Ausbildungsabbruch

  • Erwerb eines dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 gleichwertigen Abschlusses

Dauer: ein Jahr mit integriertem Jahrespraktikum

Pädagogische Arbeit und Entwicklung

Die Jugendlichen am LVR-Berufskolleg Halfeshof bringen häufig besondere Herausforderungen im Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten mit. Diese Bereiche sind zentrale Ansatzpunkte der pädagogischen Arbeit.

Strukturen und Instrumente

Zur Unterstützung der Entwicklung arbeiten wir mit klaren und transparenten Strukturen, unter anderem:

  • Klassendiensten

  • Regelkatalogen und Ordnungsmaßnahmen

  • Reflexionsbögen (Selbsteinschätzung, Verhaltensreflexion)

  • Leistungsbewertungsbögen

  • Fehlzeitenlisten

  • wöchentlichen Zielvereinbarungen

  • Betriebspraktikumsberichten

Umgang mit Krisen und Regelverstößen

Bei wiederholten Regelverstößen oder herausforderndem Verhalten greifen abgestufte, vorher festgelegte Maßnahmen. Zunächst stehen Gespräche mit den Jugendlichen im Vordergrund, um gemeinsam Verhaltensregeln zu entwickeln und Verantwortung zu klären.

Bei Bedarf folgen Schul- oder Klassenkonferenzen unter Einbeziehung der Schulleitung, der Gruppenleitungen und der beteiligten Lehrkräfte.

Besonderheiten des LVR-Berufskollegs Halfeshof

Alle Jugendlichen erhalten einen individuellen Förderplan, der regelmäßig überprüft und angepasst wird. Eine enge Zusammenarbeit mit Bezugserzieher*innen und Werkstattleiter*innen ist dabei zentraler Bestandteil.

Neben schulischen und fachpraktischen Inhalten umfasst das Förderkonzept auch sonderpädagogische Schwerpunkte, insbesondere im emotionalen und sozialen Bereich.

Dazu gehören unter anderem:

  • aktive Pausengestaltung

  • Projekt- und Aktionstage

  • Tagesausflüge, auch in Kooperation mit den Werkstätten

  • regelmäßige Gruppengespräche

  • Einzelgespräche

  • Teilnahme an Hilfeplangesprächen

So entsteht ein ganzheitliches Unterstützungsangebot, das schulische Entwicklung, berufliche Orientierung und persönliche Stabilisierung miteinander verbindet.