Dauerausstellung

Eine Fabrik erzählt ihre Geschichte

Eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen streckt die Hände aus, um Rohwolle zu fangen.

Es ist eine Zeitreise in die Blütezeit der rheinischen Textilindustrie. Denn in der Tuchfabrik Müller hat sich kaum etwas verändert, seit sich die Tore 1961 zum letzten Mal schlossen. 40 Jahre lang war es danach still in den Produktionsräumen – bis mit dem LVR-Industriemuseum neues Leben einkehrte. Erhalten blieb der gesamte Fabrikkosmos. Teilweise wieder in Gang gesetzt wurden die historischen Maschinen, so dass Sie die Arbeitsschritte von der Rohwolle bis zum Tuch live erleben können.

Vom Wollballen zum fertigen Tuch

Der geführte Rundgang durch die ehemalige Produktionsstätte macht die einzelnen Arbeitsschritte anschaulich erlebbar: Er beginnt in der Wolferei. Dort wurde die aus Übersee angelieferte Schafwolle zunächst im Krempelwolf gelockert. Wie viele der Maschinen stammt diese aus der Zeit um 1900. Angeschafft wurden die Maschinen von Kurt Müllers Vater Ludwig. Dieser hatte ab 1894 den Betrieb am Erftmühlenbach zu einer modernen Volltuchfabrik ausgebaut, in der alle Arbeitsschritte von der Rohwolle bis zum robusten Tuch stattfanden.

Einige Kinder versuchen Wollflocken zu fangen, die der Krempel ausspuckt.

Authentisch, laut, lebendig

Im Vorführbetrieb werden zahlreiche Maschinen wieder in Gang gesetzt – darunter Krempelwolf, Spinnmaschinen und Webstühle. Auch der imposante Krempelsatz, auf dem einst das Vorgarn entstand, ist heute wieder in Aktion zu sehen. Schon aus der Ferne können Sie das laute Rattern der Webstühle hören, das Sie die Atmosphäre der damaligen Produktion eindrucksvoll nachempfinden lässt.

Blick auf den Krempel.

Wiedererweckt

Es scheint, als käme die Belegschaft jeden Moment aus der Pause zurück: Spinde, Kaffeebecher, Werkzeuge und persönliche Gegenstände sind noch immer an ihrem Platz. So fühlen Sie sich zurückversetzt in den Arbeitsalltag der rund 40 Menschen, die hier einst beschäftigt waren.

Detailansicht eines Magazins, eines Kamms und einer Schere, die mit Staub bedeckt sind.

Wolle, Wasser, Kohle

Im Mittelpunkt des Museums steht das eigene Erleben. Die Fabrik erzählt ihre Geschichte weitgehend selbst und macht zugleich die Bedeutung zentraler Ressourcen deutlich. Wolle aus Übersee, die Wasserkraft des Erftmühlenbachs und die Energie der Dampfmaschine prägten über Jahrzehnte die Produktion. Während der Bach heute ruhig und klar durch Kuchenheim fließt, können Sie die historische Dampfmaschine an ausgewählten Tagen wieder in Betrieb erleben.

Eine geführte Gruppe sieht sich eine Dampfmaschine an.

Kontor, Tuchlager und Wohnhaus

Gegenüber der Fabrik befinden sich das Kontor, das Tuchlager sowie das ehemalige Wohnhaus der Familie Müller. Diese Nebengebäude sind ohne Führung zugänglich. In den Räumlichkeiten des Privathauses widmet sich eine kleine Ausstellung der Geschichte des Unternehmens sowie der Blüte und dem Niedergang der rheinischen Textilindustrie.

Ein grauer Stoffballen halb verpackt in seitlich aufgerissenem Packpapier.

Im Drohnenflug

Entdecken Sie unsere Tuchfabrik Müller von oben.