Die jüdischen Orte im christlichen Dorf
Drei Info-Stelen richten den Blick auf die jüdische Vergangenheit von Rödingen.
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Neben Synagogen und Betstuben gab es in vielen rheinischen Dörfern weitere „jüdische Orte": einen jüdischen Friedhof, eine Judengasse und eine jüdische Schule. In Rödingen sind einige dieser Orte heute noch zu sehen, andere lassen sich nur noch erahnen.
Drei große Stelen wurden in Rödingen aufgestellt, um diese vergessenen Orte wieder sichtbar zu machen. Wie durch den Sucher einer Kamera kann man durch die Stelen hindurchsehen. Der Blick wird dabei auf an sich nicht sichtbares gerichtet: eine Landsynagoge, die hinter einem Wohnhaus verborgen ist, die Judengasse, die heute nicht mehr so heißt, den Friedhof, auf dem die verbliebenen Grabsteine nicht mehr am ursprünglichen Ort stehen.
Direkt neben der Bushaltestelle Rödingen Markt befindet sich die Stele "Landsynagoge". Das Fenster der Stele richtet den Blick auf ein weiß getünchtes Wohnhaus. Hinter diesem Haus, das früher der jüdischen Familie Ullmann gehörte und jetzt eine Ausstellung zu jüdischem Leben beherbert, befindet sich die Rödinger Landsynagoge. Sie ist von der Straße aus nicht zur erkennen. Wahrscheinlich verdankt sie auch diesem Umstand, dass sie nicht Ziel der Ausschreitungen der Novemberpogrome von 1938 wurde.
Auf der Stele erhalten Sie Informationen zur Familie Ullmann und zur Landsynagoge. Auf einer Karte ist sind die Standorte der anderen Stelen verzeichnet.
Die Stele "Judengasse" richtet den Blick scheinbar lediglich auf eine leere Straße. Auf alten Postkarten von Rödingen wurde die Straße als "Judengasse" bezeichnet.
Warum sie diesen Namen trug, wann und warum sie umbenannt wurde, wird auf dieser Stele erklärt.
Die dritte Stele zu jüdischen Orten steht am Eingang zum jüdischen Friedhof in der Einsteinstraße.
Informieren Sie sich hier über die Geschichte des Friedhofs und über jüdische Bestattungsriten.