Künstliches Hüftgelenk
Für mehr Lebensqualität und Mobilität!
Ende des Seitenheaders.
Der schmerzhafte Verschleiß des Hüftgelenks (Arthrose) ist der häufigste Grund für die Implantation einer Hüftprothese. Arthrose ist nicht heilbar, aber der Ersatz des verschlissenen Gelenkes mit einer Hüft-Total-Endo-Prothese (kurz H-TEP) ermöglicht in der Regel einen schmerzfreien Alltag und den Wiedereinstieg in sportliche Aktivitäten. Die H-TEP Implantation gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland, weil Arthrose im fortgeschrittenen Lebensalter sehr viele Menschen betrifft und die Operation den Betroffenen Lebensqualität zurückgibt. Nachfolgend informieren wir Sie rund um das künstliche Hüftgelenk.
Ihre zertifizierten Operateur*innen lernen Sie in der Regel am Tag vor der Operation kennen. Sie oder er bespricht mit Ihnen persönlich noch offenen Fragen und spezielle Einzelheiten zur Operation. Unser höchst erfahrenes Narkoseteam begleitet Sie vor, während und direkt nach der Operation durch den Operationsaal. Mit Hilfe unserer engagierten und einfühlsamen Physiotherapeut*innen kommen Sie schnell wieder auf die Beine – jeder in seinem Tempo! Unser gut besetztes Pflegeteam stellt Ihnen die erforderlichen Medikamente bereit und kümmert sich um Ihre Belange während des Klinikaufenthalts. Üblicherweise können die Patient*innen am Tag der Operation das erste Mal aufstehen, weil wir kurze Operationszeiten gewährleisten und keine Drainagen einsetzen.
Die meisten Patient*innen sind nach etwa vier Tagen mit Unterarmgehstützen unter Vollbelastung der operierten Hüfte selbständig und können Treppen steigen. Selbstverständlich wird auf den Rhythmus der Patient*innen Rücksicht genommen. Während die meisten Patient*innen nach vier Tagen entlassen werden, können manche schon nach drei Tagen nach Hause, andere brauchen eine Woche bevor sie direkt in die Rehabilitationseinrichtung verlegt werden. Unser gut vernetzter Sozialdienst unterstützt Sie bereits vor der Operation eine stationäre oder ambulant Anschlussheilbehandlung zu organisieren.
Prothetischer Ersatz bedeutet, dass die verschlissene oder zerstörte Gleitfläche des Hüftgelenkes ersetzt wird. Dabei erfolgt die Verankerung im Beckenknochen und im Oberschenkelknochen. Das künstliche Hüftgelenk besteht aus verschiedenen Komponenten. Die Gleitflächen können aus unterschiedlichen Materialien (Kunststoff, Keramik, Metall) bestehen und miteinander kombiniert werden. Die eigentliche Verankerung der Prothesenpartner im Knochen kann mit oder auch ohne Zement (zementlos) erfolgen, was individuell entschieden wird. Hauptkriterium für eine zementfreie Versorgung ist eine gute Knochenqualität. In der Regel wird in unserer Klinik zementfrei versorgt.
Die Standzeiten einer Hüft-Endoprothese werden heute immer noch mit 15 bis 20 Jahren angegeben, wobei bei Verwendung von neueren Materialien, die mit keinem oder sehr geringem Abrieb verbunden sind, durchaus längere Standzeiten erzielt werden können.
Aus der Vielzahl der am Markt befindlichen Prothesenarten verwenden wir nur solche mit hohem Erfahrungswert und erwiesenermaßen sehr guten Ergebnissen. In unserem Portfolio bevorraten wir zu jedem Verankerungstyp mehrere Prothesenarten, sodass wir für alle Patient*innen die bestmögliche Versorgung erreichen können.
Außerdem nehmen wir seit Januar 2013 am Endoprothesenregister Deutschland teil. Dabei stellen wir anonym alle Daten der von uns verwendeten Endoprothesen einem Zentralregister zur Verfügung, um diese auch über einen längeren Zeitraum verfolgen und beurteilen zu können, beispielsweise in Bezug auf Komplikationen oder Lockerungsraten.
Nach der Indikation einer Hüftgelenkprothese in unserer Ambulanz erfolgt zunächst etwa zehn bis 14 Tage vor dem Operationstermin eine Voruntersuchung durch Narkoseärzt*innen. Am Vortag der Operation erfolgt die stationäre Aufnahme und konkrete Vorbereitung auf die Operation mit Blutentnahme, Aufklärungsgesprächen und ergänzenden Röntgenaufnahmen.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose und Seitenlage, da wir in unserem Hause den dorsalen Zugang zum Hüftgelenk anwenden. Der Eingriff selbst dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Nach der Operation kann eine engmaschige Überwachung auf der Wachstation erfolgen. Die Verlegung auf die Normalstation erfolgt spätestens am nächsten Morgen. Hier wird eine tägliche physiotherapeutische Betreuung mit Bewegungsübungen, Lymphdrainagen und Gehtraining durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt dauert normalerweise etwa sechs Tage (Fast-Track). Zu Beginn des stationären Aufenthaltes wird durch unsere Mitarbeiterinnen eine Rehabilitationsmaßnahme in einer externen Reha-Klinik beantragt, damit die Weiterbehandlung ambulant oder stationär ununterbrochen weitergeführt werden kann.
Um das künstliche Hüftgelenk lange zu erhalten, sollten bestimmte Verhaltensweisen beherzigt werden. So sollten starkes Heben und Tragen vermieden werden. Um eine Keimverschleppung auf dem Blutweg in das künstliche Hüftgelenk zu vermeiden, die unter anderem durch Zahnvereiterungen, eitrige Bronchitis, Nierenbeckenentzündung oder eiternde Wunden entstehen können, sollten Sie sich frühzeitig ein Antibiotikum von Ihrer Hausärtzin oder Ihrem Hausarzt verordnen lassen.
Bei dem heutzutage umfangreichen Sortiment an künstlichen Gelenken können die Operateur*innen diese individuell in Form und Größe an die jeweiligen individuellen anatomischen Verhältnisse anpassen. Um den späteren sportlichen Belastungen standzuhalten, muss das Gelenk eine stabile muskuläre Führung und die Prothese eine achsgerechte Position und gute Verbindung zum Knochen haben. Bei der Rehabilitation nach der Operation wird die stabilisierende Muskulatur auftrainiert und die Koordination geschult. In der Regel kann das ohne Knochenzement eingesetzte Gelenk sofort voll belastet werden.
Der Beginn intensiverer sportlicher Aktivität wird erst ab dem sechsten Monat empfohlen. Die präoperativ regelmäßig ausgeführte Sportart kann in etwa 75 Prozent der Fälle auch postoperativ ausgeübt werden. Da künstliche Gelenke bei schweren Stürzen ausbrechen können, sollte auf Risikosportarten verzichtet werden. Zur Vermeidung von Lockerung und vorzeitigem Verschleiß wird von Sportarten mit wiederholten Stoßbelastungen wie Squash und intensivem Körperkontakt wie Fußball eher abgeraten. Hingegen können die Sportarten mit gleichmäßiger Bewegung und Belastung des Hüftgelenkes wie Schwimmen, Radfahren, Rudern, aber auch Walken und Golf spielen risikoarm ausgeübt werden.
Es gibt keinen genauen Zeitpunkt, wann schlussendlich ein Wechsel der Hüftprothese sinnvoll ist. Sollte jedoch nach einer gewissen Zeit bei einem künstlichem Hüftgelenk Beschwerden auftreten, so muss zunächst auch immer an eine Lockerung der Endoprothese gedacht werden. Die primäre Diagnostik erfolgt mit einer körperlichen Untersuchung, einem Röntgenbild, gegebenenfalls ergänzend eine Skelettszintigraphie. In Abhängigkeit des Befundes sind dann bei gelockertem künstlichen Hüftgelenk Teilersätze oder ein Komplettwechsel erforderlich. Der Aufwand der Wechseloperation richtet sich primär nach dem Defekt des Hüftgelenks. Dies kann sich in einem einfachen künstlichen Gelenkersatz äußern oder eine aufwändigere Rekonstruktion erforderlich machen.
Wir gehört mit etwa 1000 H-TEP Implantationen pro Jahr zu den sehr erfahrenen Kliniken in Deutschland. Als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung wird die Klinik regelmäßig geprüft und ist für ihre weit überdurchschnittliche Qualität ausgezeichnet.
Als Fachklinik arbeiten alle beteiligten Berufsgruppen perfekt zusammen, um Ihnen zu helfen, möglichst schnell wieder fit zu werden. Hierbei setzen wir auf minimalinvasive Operationstechniken, moderne, aber bewährte Implantate, (Kurzschaftprothesen, hochvernetzte Polyethylene und Keramiken), Minimierung des mit der Operation verbundenen Blutverlusts (Patient Blood Management), schnelles Wiedererlangen der Selbständigkeit (Fast-Track) sowie einen klammerfreier, fadenlosen Wundverschluss.