Wirbelsäulenchirurgie
Operative Therapie der Wirbelsäule - schonend, präzise und individuell
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Wenn konservative und interventionelle Maßnahmen keine ausreichende Besserung erzielen, kann ein operativer Eingriff notwendig und sinnvoll sein. Unsere zertifizierten Wirbelsäulenchirurgen bieten das gesamte Spektrum moderner Operationsverfahren – von der mikrochirurgischen Bandscheibenoperation über endoskopische Eingriffe bis hin zu komplexen Stabilisierungen. Dabei steht für uns immer die schonendste und für Sie individuell passende Methode im Vordergrund. Alle Eingriffe erfolgen evidenzbasiert, leitliniengerecht und in enger Absprache mit Ihnen. Operiert wird nur, wenn es medizinisch sinnvoll und notwendig ist.
Schonende Behandlung unter dem Mikroskop
Die Bandscheiben wirken als Puffer zwischen den Wirbelkörpern. Mit zunehmendem Alter oder durch Überlastung kommt es zu einem Verschleiß. Die Folge sind Vorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle die Nerven komprimieren, mit Folge: Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Lähmungen. Bei der mikrochirurgischen Bandscheibenoperation wird der vorgefallene Anteil der Bandscheibe unter dem Mikroskop präzise entfernt. Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Schnitt und schont umliegendes Gewebe und Muskulatur maximal.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Über einen kleinen Hautschnitt (etwa zwei bis drei Zentimeter) wird die Wirbelsäule unter dem Operationsmikroskop freigelegt. Der vorgefallene Bandscheibenanteil wird präzise entfernt, ohne gesundes Gewebe zu beschädigen. Die Operationsdauer beträgt etwa 30 bis 60 Minuten. Die meisten Patient*innen können bereits am Folgetag aufstehen und das Krankenhaus nach zwei bis vier Tagen verlassen.
Entlastung des eingeengten Wirbelkanals
Als Spinalkanalstenose bezeichnet man die Einengung des Wirbelkanals, durch die Nerven zunehmend unter Druck geraten. Typische Folge: Schmerzen beim Gehen, eine stark verkürzte Gehstrecke und das Gefühl schwerer oder tauber Beine – Beschwerden, die sich im Sitzen oder Vornüberbeugen bessern. Ziel der mikrochirurgischen Dekompression ist es, den eingeengten Kanal zu erweitern und die Nerven zu entlasten – schonend, unter dem Mikroskop und ohne die Stabilität der Wirbelsäule zu beeinträchtigen.
Unter dem Operationsmikroskop werden die knöchernen und ligamentären Engen gezielt abgetragen, ohne benachbarte Strukturen zu schädigen. Je nach Befund kann einseitig oder beidseitig dekomprimiert werden. Der Eingriff dauert in der Regel 60 Minuten; die meisten Patienten sind nach zwei bis drei Tagen entlassungsfähig. Eine deutliche Verbesserung der Gehstrecke ist häufig bereits nach wenigen Wochen spürbar.
Modernste Schüssellochtechnik für die Wirbelsäule
Die endoskopische Wirbelsäulenchirurgie ist eine moderne und die gewebeschonendste Form der operativen Wirbelsäulenbehandlung. Über eine nur wenige Millimeter kleine Öffnung wird ein Endoskop eingeführt, das Kamera, Lichtquelle und Operationsinstrumente in einem vereint. So können Bandscheibenvorfälle und Einengungen der Nervenaustrittskanäle (Foraminalstenose) ohne große Schnitte behandelt werden – mit deutlich weniger Blutungsrisiko, kürzerer Erholungszeit und oft ambulant möglich.
Gezielte Nervenausschaltung bei hartnäckigen Rücken- und Kreuzschmerzen
Rückenschmerzen, die von den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) oder dem Kreuz-Darmbein-Gelenk (ISG) ausgehen, sprechen häufig gut auf Injektionen an – doch hält der Effekt nicht dauerhaft an. Wenn konservative und interventionelle Maßnahmen ausgeschöpft sind, bieten wir die endoskopische Denervation als nächste Stufe an. Dabei werden die schmerzleitenden Gelenknerven unter endoskopischer Sicht gezielt ausgeschaltet – präziser und nachhaltiger als herkömmliche thermische Verfahren. Beide Gelenksysteme können in einer Sitzung behandelt werden.
Was ist das Facettensyndrom? Die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) verbinden die Wirbelkörper von hinten. Durch Verschleiß (Spondylarthrose) können sie sich entzünden und starke, oft tief sitzende Rückenschmerzen verursachen.
Über kleine Hautschnitte wird unter Röntgenkontrolle ein Endoskop an den Facettengelenk-Nerven (Ramus medialis) herangeführt. Unter direkter Sicht wird der Nerv koaguliert und die Gelenkkapsel großflächig denerviert. Synovialzysten können im selben Eingriff reseziert werden. Typisch werden drei Segmente (Lendenwirbelkörper (LWK) 3/4, 4/5, 5/S1) beidseits behandelt – also sechs Gelenke.
Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet Becken und Kreuzbein. Durch Überlastung oder Verschleiß kann es zu einer Arthrose kommen, die tiefsitzende Kreuzschmerzen verursacht – häufig auch nach Wirbelsäulenversteifungsoperationen (Anschlussinstabilität).
Unter Röntgenkontrolle wird das Endoskop foramennah – am Austritt des gelenkversorgenden Nervs – platziert. Die Nervenbahnen werden unter Sicht koaguliert und damit dauerhaft unterbrochen. Der Schmerz kann so nicht mehr zum Gehirn weitergeleitet werden.
Stabilität wiederherstellen – schmerzhaftes Gleiten beenden
Bei Instabilitäten der Wirbelsäule – etwa durch angeborenes oder verschleißbedingtes Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) – sowie bei ausgeprägtem Bandscheibenverschleiß kann eine Stabilisierung der betroffenen Wirbelabschnitte notwendig sein. Bei der Spondylodese werden die betroffenen Wirbelkörper mithilfe von Schrauben, Stäben und Cages dauerhaft miteinander verbunden. Die LVR-Klinik für Othopädie Viersen bietet sowohl minimalinvasive als auch offene Verfahren – je nach Befund und individueller Situation der Patient*innen.
Minimalinvasiv (MISS)
Offen
Nackenschmerzen, Armschmerzen, Taubheit – wir helfen
Die Halswirbelsäule ist einer der beweglichsten Abschnitte der Wirbelsäule – und damit auch besonders anfällig für degenerative Veränderungen. Bandscheibenvorfälle oder knöcherne Einengungen können Nerven oder das Rückenmark komprimieren und zu Nackenschmerzen, ausstrahlenden Armschmerzen, Taubheitsgefühlen oder Kraftminderung in den Händen führen. Wir behandeln diese Erkrankungen mikrochirurgisch – mit dem Ziel, Nerven zu entlasten und Funktion sowie Beweglichkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
Option A – Bandscheibenprothese (Disc Replacement):
Ersatz der erkrankten Bandscheibe durch eine bewegliche Prothese.
Vorteil: Erhalt der Beweglichkeit des operierten Segments.
Option B – Versteifung (ACDF – Anteriore zervikale Diskektomie und Fusion):
Entfernung der Bandscheibe, Einsetzen eines Cages, Versteifung des Segments.
Schmerzen nach Wirbelbruch schnell und schonend lindern
Wirbelkörperbrüche entstehen häufig durch Osteoporose, aber auch durch Unfälle oder Tumorerkrankungen. Sie verursachen oft starke, plötzlich einsetzende Rückenschmerzen und können zu einer Kyphose (Rundrücken) führen. Bei der Kyphoplastie wird der eingebrochene Wirbelkörper minimalinvasiv stabilisiert: Über zwei kleine Stichinzisionen wird ein Ballon eingeführt, der den Wirbelkörper aufrichtet, und der entstandene Hohlraum anschließend mit speziellem Knochenzement gefüllt. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und bewirkt in den meisten Fällen eine rasche Schmerzlinderung. Bei komprexen Frakturen kann eine zusätztliche minimalinvasive Stabilisierung notwendig sein.
In Vollnarkose oder Lokalanästhesie werden über zwei kleine Schnitte Hohlnadeln in den Wirbelkörper eingeführt (bildgestützt unter Röntgenkontrolle). Ein Ballonkatheter richtet den Wirbelkörper auf, der entstandene Hohlraum wird mit Knochenzement stabilisiert. Nach dem Eingriff können die meisten Patient*innen innerhalb von 24 Stunden mobilisiert werden.
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LVR-Klinik für Orthopädie Viersen
Facharzt
für Orthopädie und Unfallchirurgie
Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie
Leiter der Wirbelsäulentherapie
Zertifizierter Wirbelsäulenchirurg der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft
LVR-Klinik für Orthopädie Viersen
Facharzt
für Orthopädie und Unfallchirurgie
Mitglied der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft