Unterricht am Borgardtshof

Unterricht am Borgardtshof unterstützt Jugendliche mit komplexen Traumatisierungserfahrungen Schritt für Schritt auf dem Weg zurück in schulisches Lernen und in das Regelschulsystem.

Pedalo im Einsatz in der Turnhalle

Unterricht am Borgardtshof

Der Unterricht in der stationären Erziehungshilfe am Borgardtshof unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Unterricht an den direkt der Klinik zugeordneten Teilstandorten Bedburg-Hau und Geldern.

Am Borgardtshof werden ausschließlich Jugendliche unterrichtet, die in den Wohngruppen der Kaiserswerther Diakonie am Borgardtshof leben. Es handelt sich um Jungen ab 12 Jahren mit komplexen Traumatisierungserfahrungen.

Die schulische Arbeit berücksichtigt in besonderem Maße die individuellen biografischen Belastungen der Jugendlichen sowie die daraus entstehenden schulischen, sozialen und emotionalen Unterstützungsbedarfe.

Behutsamer Einstieg in den Unterricht

Nach belastenden Erfahrungen kann es für die Jugendlichen zunächst schwierig sein, wieder an schulisches Lernen anzuknüpfen. Deshalb wird der Unterricht sehr vorsichtig angebahnt. Ein behutsamer Aufbau der Beziehung zwischen dem Schüler und der unterrichtenden Lehrkraft ist dabei eine wichtige Voraussetzung.

Der Unterricht beginnt je nach individuellem Bedarf mit kurzen Einzelkontakten, zunächst ohne Leistungsanforderungen. Schritt für Schritt werden die Anforderungen gesteigert. Dabei orientiert sich die Entwicklung an festgelegten objektiven Kriterien und an den individuellen Möglichkeiten des jeweiligen Schülers.

Kollegium am Standort Borgardtshof der LVR-Paul-Moor-Schule
Das Kollegium am Standort Borgardtshof der LVR-Paul-Moor-Schule

Schritt für Schritt zurück in die Schule

Das Reintegrationskonzept des Teilstandortes Borgardtshof sieht eine schrittweise Rückführung in schulisches Lernen vor. Der Umfang des Unterrichts wird dabei von wenigen Minuten im Einzelkontakt bis zu einem vollständigen Schulvormittag in einer Kleinstgruppe erweitert.

Die Ziele des Unterrichts verändern sich entsprechend der jeweiligen Phase der Reintegration:

  • Aufbau einer tragfähigen Beziehung zur unterrichtenden Lehrkraft
  • Heranführung an schulisches Arbeiten und an regelmäßige Unterrichtszeiten
  • Entwicklung und Erprobung schulischer und sozialer Fähigkeiten
  • schrittweise Steigerung der Anforderungen
  • Erprobung des Unterrichts im Haupthaus des Teilstandortes Bedburg-Hau
  • Vorbereitung auf die Rückführung in das Regelschulsystem
  • begleitete Integration in eine Regelschule im Einzugsgebiet

Die einzelnen Schritte werden individuell auf den Schüler abgestimmt. Ziel ist es, die Anforderungen so zu steigern, dass eine erfolgreiche Rückkehr in schulisches Lernen und schließlich in das Regelschulsystem möglich wird.

Enge Zusammenarbeit aller Beteiligten

Eine erfolgreiche Reintegration setzt eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit aller Beteiligten voraus. Das Personal des Borgardtshofes arbeitet deshalb intensiv mit den Lehrkräften am Teilstandort Bedburg-Hau zusammen.

Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit der LVR-Klinik Bedburg-Hau und dem Förderzentrum an der Niers . Durch die Zusammenarbeit können die schulischen, pädagogischen und therapeutischen Perspektiven aufeinander abgestimmt und die einzelnen Schritte der Reintegration gemeinsam begleitet werden.