Schulname

Warum tragen wir den Namen LVR-Frida-Kahlo-Schule? Erfahren Sie mehr über den Weg zu unserer Umbenennung im Jahr 2008, die Bedeutung unserer Namensgeberin als Vorbild sowie ihre Biografie – anschaulich aufbereitet auch für Kinder!

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Ein Name mit Symbolkraft

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907–1954) erlitt als junge Frau bei einem schweren Unfall umfangreiche Verletzungen, die sie fortan an den Rollstuhl und das Krankenbett banden. Trotz enormer körperlicher Einschränkungen und dauerhafter Schmerzen bewahrte sie sich einen unbeugsamen Lebensmut und drückte ihre Gefühle, Kraft und Kreativität in ihren weltberühmten Kunstwerken aus.

Für unsere Schulgemeinschaft ist Frida Kahlo ein wichtiges Vorbild: Ihre Stärke, ihre Lebensfreude und ihr Wille, Hindernisse zu überwinden, dienen unseren Schüler*innen als täglicher Ansporn.

Chronik unserer Namensgebung

Ursprünglich wurde unsere Förderschule im Jahr 1973 unter dem Namen "Rheinische Schule für Körperbehinderte" gegründet. Der Weg zu unserem heutigen Namen erstreckte sich über zwei spannende Jahre:

  • 2006 – Der Beschluss: Unsere Schulkonferenz entscheidet sich gemeinsam mit Schüler*innen, Erziehungsberechtigten und dem Kollegium mehrheitlich dafür, die Schule nach der mexikanischen Künstlerin zu benennen, und reicht den Antrag bei unserem Schulträger Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein.
  • Diplomatische Bemühungen: Um die Namensrechte zu klären, stellte unsere damalige Schulleiterin Frau Schelenz intensiv Kontakt zur mexikanischen Botschaft und Familie Kahlo her. Sogar ein Besuch der Angehörigen an unserer Schule stand kurzzeitig bevor, bevor der Kontakt 2007 unerwartet abriss.
  • 2007 – Die rechtliche Wende: Eine höchstrichterliche Entscheidung brachte den Durchbruch: Bei herausragenden Persönlichkeiten der Zeitgeschichte ist für öffentliche Einrichtungen wie Schulen keine ausdrückliche Zustimmung der Erben erforderlich.
  • 28. Januar 2008 – Der Beschluss: Um 9.55 Uhr stimmt der LVR-Schulausschuss im LVR-Landeshaus Köln einstimmig für den Antrag. Seitdem tragen wir stolz den Namen "LVR-Frida-Kahlo-Schule".

Teil einer starken Gemeinschaft

Mit dem Namen reiht sich unsere Schule in die Reihe der 18 weiteren LVR-Schulen mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung ein, die nach bedeutenden Persönlichkeiten benannt sind – wie beispielsweise die LVR-Christy-Brown-Schule , die LVR-Helen-Keller-Schule oder die LVR-Anna-Freud-Schule .

Die Biografie von Frida Kahlo

Erfahren Sie mehr über das bewegte Leben und das künstlerische Schaffen unserer Namensgeberin. Die folgende Biografie wurde von Bettina Nebel, ehemaligen stellvertretenden Schulleitung der LVR-Frida-Kahlo-Schule, liebevoll zusammengestellt.

Frida Kahlo wird am 06. Juli 1907 in Coyoacán, Mexico, als dritte Tochter der Mexikanerin Matilde Calderon y Conzáles und des Deutschen Wilhelm Kahlo geboren.

Im Alter von sechs Jahren erkrankt sie an Kinderlähmung und behält einen leicht verkrümmten rechten Fuß zurück.

Am 17. September 1925 erleidet die Gymnasiastin einen schweren Verkehrsunfall beim Zusammenstoß einer Straßenbahn mit einem Bus. Dieses Unglück verändert schlagartig ihr Leben. Die Folge der zahllosen Brüche und schwersten Unterleibsverletzungen sind 32 Operationen in 29 Jahren, einengende Gipskorsetts, immer wieder künstliche Streckungen der Wirbelsäule, zahlreiche Folgekrankheiten und dauernde Schmerzen.

Sie muss ihren Alltag immer wieder liegend und in einem Oberkörpergips beziehungsweise Stahlkorsett zubringen.

Unmittelbar nach dem Unfall beginnt sie als Beschäftigung im Bett zu malen. Ihr Vater lässt einen Spiegel über ihrem Bett anbringen, so dass sie sich selbst sehen kann. Dies ist der Ausgangspunkt für ihre vielfältigen Selbstporträts. Im September 1926, mit neunzehn Jahren, malt sie ihr erstes Selbstporträt, das Selbstbildnis mit Samt.

Entgegen aller medizinischen Erwartungen lernt Frida wieder laufen, sie leidet aber ihr ganzes Leben unter den schweren Schädigungen des Unfalls. Das Malen wird ihr zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Ihre Bilder sind Ausdruck ihrer körperlichen und seelischen Verletzungen und benutzen eine tief in der indianischen Mythologie ihrer Heimat verwurzelte symbolhafte, oft surreale Bildsprache.

Neben der Malerei zeigt Frida Kahlo ihr ganzes Leben lang ein starkes politisches Engagement. 1928 wird sie Mitglied der Kommunistischen Partei Mexiko.

Sie lernt den Maler Diego Rivera kennen, den sie 1929 heiratet. Der Maler ist ihre große Liebe und die Beziehung verläuft stürmisch, voller Leidenschaft, Verrat und Zärtlichkeit. Durch den Unfall wird Frida Kahlo die Möglichkeit genommen, Kinder auf die Welt zu bringen. Kahlos sehnlichster Wunsch, ein Kind mit Rivera, geht trotz einiger lebensbedrohlicher Versuche nicht in Erfüllung.

Mehrere Fehlgeburten verarbeitet sie in Bildern wie "Meine Geburt". Über den Schmerz hinweg trösten können diese jedoch nicht.

1929 verlässt Frida Kahlo die Kommunistische Partei. Trotzdem engagiert sie sich weiterhin politisch, denn ihr Bestreben ist es, sich für den Kampf um Frieden und Freiheit einzusetzen.

1942 wird Frida Kahlo Mitglied des Seminario de Cultura Mexicana. 1943 erhält sie einen Lehrstuhl an der Kunstschule "La Esmeralda", muss aber aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes schon bald den Unterricht in ihr Haus nach Coyoacán verlegen, in das sogenannte "Blaue Haus" – ihr Geburtshaus.

1946 wird ihr vom Kulturministerium der Nationalpreis für Malerei für ihr Bild "Moses" verliehen.

Sie tritt erneut in die Kommunistische Partei Mexikos ein und unterstützt in den folgenden Jahren die Friedensbewegung.

Frida Kahlo ist eine auffallende Erscheinung. Um sich mit der mexikanischen Revolution für alle sichtbar zu solidarisieren, trägt Kahlo mit Vorliebe mexikanische Trachten und Haarfrisuren sowie Schmuck aus Mexiko.

Die starke Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit zieht alle in ihren Bann. Ihr Haus wird Treffpunkt für die vielen von Faschismus und Krieg Vertriebenen aus Europa.

Seit 1951 ist die Künstlerin an den Rollstuhl gebunden und muss 1953 eine Fußamputation über sich ergehen lassen.

Am 13. Juli 1954, sechs Tage nach ihrem 47. Geburtstag, stirbt Frida Kahlo. Das blaue Haus in Mexico ist heute das Frida-Kahlo-Museum.

Biografie für Kinder

Die ganze Familie Kahlo freut sich über die Geburt von Frida. Frida hat drei Schwestern. Der Vater ist Fotograf und macht ein Foto. Alle freuen sich, auch wenn das Baby oft schreit. Sie wohnen in einem schönen blauen Haus in Mexiko. Heute ist das blaue Haus das "Frida-Kahlo-Museum". (Jenni)

Frida bekommt eine Krankheit an den Beinen, die heißt Kinderlähmung. Danach läuft sie ganz komisch, weil ein Bein kürzer ist als das andere. Die Kinder rufen: "Frida Hinkebein! Frida Hinkebein!" Da bleibt Frida lieber allein. Sie soll viel Sport machen: Schwimmen, Fahrrad und Rollschuh fahren, Fußball spielen. Sie zieht auch gerne eine Hose an wie ein Junge. (Marcel)

Frida Kahlo geht auf eine besonders gute Schule. Auf der Schule sind 2000 Jungen und nur 35 Mädchen. Frida will Ärztin werden. Sie muss Geld verdienen, weil die Familie arm ist und die Schule Geld kostet. Sie arbeitet nachmittags in einer Apotheke an der Kasse und verkauft Medizin. (Deborah)

Frida Kahlo fährt gerne mit der Straßenbahn. Leider passiert ein richtig fieser Unfall mit einem Bus. Frida kommt unter die Straßenbahn. Eine Haltestange stößt durch ihren Bauch und kommt am Rücken wieder heraus. Aber Frida überlebt. Sie muss ein Jahr im Krankenhaus bleiben. (Andreas und Konstantina)

Frida muss lange im Bett liegen. Ihr ist langweilig. Der Vater baut einen Spiegel über ihrem Bett ein. So kann Frida sich selber sehen. Der Vater gibt ihr Pinsel und Farben. Dann kann sie sich selber malen und ihr ist nicht mehr langweilig. (Marcel)

Frida Kahlo macht einen Spaziergang und sieht den Maler Diego Rivera. Er malt an ihrer Schule eine Wand an. Sie verlieben sich. Der Vater will nicht, dass Frida den Diego heiratet, weil sie 20 Jahre jünger ist und behindert. Diego sagt: "Nein, mir ist das egal. Ich heirate Frida trotzdem." (Aman)

Frida kann keine Kinder kriegen. Das ist wegen dem Unfall. Deshalb hat sie viele Tiere in ihrem Garten: Einen Papagei, einen Hund und einen Affen. Die Tiere sind ihr sehr wichtig. (Leon)

Frida malt gerne Tiere. Sie hängt die Bilder im Museum an die Wand. Sie wird berühmt und ein bisschen reich. Für ein Bild gewinnt Frida einen Preis von Mexiko, wie eine Medaille. (Tim)

Ein Fuß von Frida wird schwarz und muss abgeschnitten werden. Sie kann nicht mehr gut laufen. Deshalb bekommt sie einen Rollstuhl. Aber sie sagt: "Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe zum Fliegen!" (Konstantina)

Frida fährt im Bett zu einer Ausstellung und bekommt eine Lungenentzündung und stirbt. Sie wird nur 47 Jahre alt. Das ist noch jung. Sie stirbt im Schlaf. (Cee Jaye)