Die Sammlung des LVR-Industriemuseums
Fünf Etagen, 250.000 Objekte
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Seit 1998 ist der nach seinem Architekten benannte Peter-Behrens-Bau das zentrale Sammlungsdepot des LVR-Industriemuseums mit seinen acht Standorten. Um das industriekulturelle Erbe des Rheinlandes zu bewahren und die damalige Alltags- und Arbeitswelt der Menschen zu dokumentieren, lagert in dem 1920er-Jahre-Bau beinahe alles, was man sich nur vorstellen kann. Eierbecher, historische Wasch- und Spinnmaschinen, Alltags- und Festtagskleider, Koffer, Stühle und Schränke, Schallplatten und Spielzeug.
Insgesamt lagern rund 250.000 Objekte – von Kamm und Klopapier bis zur tonnenschweren Maschine – auf fünf Etagen. Versehen ist jedes Teil mit einem kleinen Etikett, auf dem die Inventarnummer vermerkt ist. Sie alle dokumentieren die Alltags- und Arbeitswelt in der rheinischen Textil- und Schwerindustrie sowie der Metall- und Papierverarbeitung im 19. und 20. Jahrhundert. Denn entstanden und gewachsen ist die Sammlung durch die Übernahme stillgelegter Industrieanlagen wie die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach, die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen oder die Tuchfabrik Müller in Euskirchen. Auch Inventar, das an den anderen Standorten des LVR-Industriemuseums nicht dauerhaft gezeigt werden kann, wandert ins Depot. Es sind die St. Antony-Hütte in Oberhausen, das Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen, die Textilfabrik Cromford in Ratingen sowie in Oberhausen die Zinkfabrik Altenberg und der Peter-Behrens-Bau selbst. Hinzu kommen exemplarische Sammlungsstücke, die die Bereiche Arbeit, Haushalt, Konsum, Mobilität und Technik über die Jahrzehnte abbilden.
Aus der Entstehungsgeschichte und Sammlungsstrategie der Standorte heraus entwickelten sich schauplatzübergreifende Sammlungsfelder, die für das Profil des LVR-Industriemuseums heute prägend sind.
Die Textilsammlung reicht vom Arbeitskittel bis zum Abendkleid und fragt nach dem, was Kleidung über die Gesellschaft verrät, die sie trägt. Alltagsstücke, Berufsbekleidung und seltene Baumwollkleidung aus der Zeit um 1800 bilden den Kern des Bestands. Leitfragen sind Herstellung und Material ebenso wie der Wandel von Konsum und Körperbildern seit Beginn der Industrialisierung.
Die Papiersammlung zeigt, wie Papier vom Informationsträger zum Massenprodukt wurde – von der Liebespostkarte bis zur Klopapierrolle. Den Kern bilden Alltagsobjekte aus Papier, Pappe und Karton, die den Wandel von Gebrauch und Konsumverhalten seit der Industrialisierung greifbar machen: Verpackungen, Hygieneartikel, Luxuspapiere und Ersatzmaterialien aller Art dokumentieren die Vielfalt des Papiergebrauchs seit dem 19. Jahrhundert.
Die Fotosammlung umfasst zeitgenössische Auftragsarbeiten namhafter Fotograf*innen zur Industrie- und Stadtlandschaft des Rheinlands sowie über hunderttausend historische Aufnahmen aus Firmenarchiven und Nachlässen. Zahlreiche Fotografien veranschaulichen den Gebrauch von Objekten aus den Sammlungen des Museums wie Textilien oder Alltagskultur.
Kunststoff ist der Werkstoff des 20. und 21. Jahrhunderts – und diese Sammlung erzählt seine Geschichte von den ersten synthetischen Materialien bis zu aktuellen Fragen um Nachhaltigkeit und Recycling. Von Designklassikern wie dem Panton-Chair bis zur Alltagsware, wurden rund 20.000 Objekte aus fast allen Anwendungsbereichen als Depositum des Deutschen Kunststoff-Museums an das LVR-Industriemuseum übergeben und bilden Deutschlands größte Sammlung dieser Art.
Die Schneidwarensammlung dokumentiert die Solinger Schneidwarenindustrie vom 19. Jahrhundert bis zu aktuellen Veränderungen im Kontext von Industrie 4.0, demografischem Wandel und aktuellen Krisenentwicklungen – mit dem erhaltenen Inventar der Gesenkschmiede Hendrichs als Kern der standortbezogenen Sammlung.
Die Sammlung von Dingen der Alltagskultur erlaubt in ihrer Breite, vom Telefon bis zur Wäschemangel, einen vertiefenden Blick in die gesellschaftlichen Veränderungen und Lebensstile der Menschen seit Beginn der Industrialisierung. Möbel, Haushaltsgeräte und Industriedesign bezeugen die Entwicklung der Industrie- und Sozialgeschichte an den Standorten des LVR-Industriemuseums.
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Sammlung des LVR-Industriemuseums – von Inhalten und Herkunft der Objekte bis hin zu Nutzung und Zugänglichkeit.
Wir dokumentieren Industrie, Arbeit und Alltagskultur im Rheinland vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Sammlung gliedert sich in unterschiedliche Schwerpunkte: Textil, Papier, Fotografie, Kunststoff, Alltagskultur und standortspezifische Sammlungen wie die Schneidwarenindustrie. Angesichts begrenzter Depotkapazitäten wird der Bestand behutsam entsprechend des Sammlungskonzeptes und Abstimmung im Sammlungsbeirat ergänzt.
Wir orientieren uns bei unserer Sammlungstätigkeit an den Ethischen Richtlinien für Museen von ICOM sowie am Leitfaden „Nachhaltiges Sammeln“ des Deutschen Museumsbundes.
Sie können uns Objekte schriftlich anbieten, wenn Sie diese als wertvolle Ergänzung für unsere Sammlung sehen. Wir benötigen dazu eine kurze Beschreibung, Geschichte zum Objekt und Fotos. Die Abteilung Sammlungen und Depot prüft alle Angebote auf Relevanz und Bezug zum Sammlungskonzept; ein Rechtsanspruch auf Aufnahme besteht nicht. Bitte sehen Sie davon ab, Objekte unaufgefordert einzusenden oder im Museum abzugeben.
Bitte nutzen Sie für Anfragen untenstehendes Kontaktformular .
Für zahlreiche Ausstellungen, Filmproduktionen oder andere Projekte haben wir in der Vergangenheit Objekte als Leihgabe bereitgestellt. Um den langfristigen Erhalt der Objekte sicherzustellen, müssen konservatorische Vorgaben für Transport, Lagerung und Präsentation eingehalten werden. Eine Leihgabe an Privatpersonen ist daher in der Regel nicht möglich. Leihgesuche richten Sie schriftlich über untenstehendes Kontaktformular an uns. Bitte geben Sie das gewünschte Objekt, den geplanten Zeitraum sowie Angaben zu Ihrer Institution und den konservatorischen Bedingungen vor Ort an. Das Museum prüft jede Anfrage individuell.
Je nach Objekt und Leihbedingungen können Kosten für Transport, Verpackung und Versicherung anfallen. Details stimmen wir nach Ihrer Anfrage mit Ihnen ab.
Einen Teil der Sammlung können Sie in den Dauerausstellungen unserer Standorte sehen. Der größte Teil der Bestände lagert im zentralen Depot im Peter-Behrens-Bau in Oberhausen und ist nicht öffentlich zugänglich. Anlässlich Sonderausstellungen werden ausgewählte Objekte in aktuellen Kontexten gezeigt und kontinuierlich erforscht. Weitere Informationen zu Sammlungsobjekten erhalten Sie in unseren Publikationen.
Die ältesten Objekte stammen aus dem späten 18. Jahrhundert und dokumentieren die Anfänge der Industrialisierung im Rheinland – etwa frühe Werkzeuge, Maschinen und Textilien aus der Zeit der ersten Fabrikgründungen.
Depotführungen sind derzeit nur für Fachpublikum möglich. Für Anfragen wenden Sie sich über untenstehendes Kontaktformular bitte direkt an die Abteilung Sammlungen und Depot.
Sie können wissenschaftliche Anfragen zur Sammlung über untenstehendes Kontaktformular an die Abteilung Sammlungen und Depot richten. Bitte beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben, den gewünschten Zugang sowie den zeitlichen Rahmen, damit wir Ihnen eine Auskunft geben können.
Informationen zu unseren Objekten erhalten Sie vor allem in unseren Publikationen. Eine umfassende Online-Recherchemöglichkeit gibt es aktuell noch nicht. Ausgewählte Bestände können Sie über Fachportale des LVR (zum Beispiel: 100 Jahre Ruhrgebiet , Portal Alltagskulturen im Rheinland , KuLaDig – Kultur. Landschaft. Digital. oder Wikimedia Commons ) online einsehen. Für weitergehende Rechercheanfragen – etwa zu spezifischen Beständen oder im Rahmen eines Forschungsvorhabens – wenden Sie sich bitte über untenstehendes Kontaktformular direkt an die Sammlungsabteilungen.
Zu einzelnen Sammlungsschwerpunkten sind Publikationen erschienen, die ausgewählte Bestände dokumentieren.
Gerne stellen wir Ihnen Fotografien für Buchveröffentlichungen, Medienproduktionen, Ausstellungen oder andere Projekte bereit. Bitte lesen Sie vor einer Anfrage die Nutzungsbedingungen und wenden Sie sich anschließend über untenstehendes Kontaktformular an die Abteilung Dokumentation und Digitales Museum.
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