Klinik goes Home
Nicht jede Therapie muss zwangsläufig in einer Klinik stattfinden. In der modernen Psychiatrie wird die Behandlung in den eigenen vier Wänden zunehmend wichtiger.
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Manche Patient*innen können oder möchten nicht in eine Klinik kommen, weiß Doktor Julia Göbel-Erkan. Sie ist an der LVR-Klinik Köln als Oberärztin auf der Psychiatrischen Station tätig. Gründe, warum Menschen einen Aufenthalt in der Klinik ablehnen, gibt es diverse: zum Beispiel, weil sie Kinder oder Angehörige betreuen, Haustiere nicht alleine lassen können oder sich in den eigenen vier Wänden einfach sicherer fühlen. Dann kommt Doktor Göbel-Erkan mit Ihrem Team eben zu ihnen nach Hause.
StäB, kurz für Stationsäquivalente Behandlung, wird als flexible und mobile Behandlungsform derzeit an sechs LVR-Kliniken angeboten. Rund 500 Patient*innen werden auf diese weise jährlich vor Ort versorgt. An den übrigen drei LVR-Kliniken gibt es ebenfalls aufsuchende Behandlungen in Form von Modellvorhaben. So wird eine individuelle Unterstützung geboten werden– dort, wo die Menschen leben.
Bereits seit den 2000er Jahren baut der LVR seine Angebote außerhalb der Klinik stetig aus: Tageskliniken, Hometreatment oder teilstationäre Behandlungen ergänzen das Angebot: es gibt Versorgungsmodelle wie MentivO, Flex oder DynaLive, die den Patient*innen je nach Wohnort zur Verfügung stehen. Doktor Göbel-Erkan ist überzeugt, dass genau solche Angebote zeigen, wie moderne Versorgung heute aussehen sollte: Stärker an den Bedürfnissen und der Lebenssituation der jeweiligen Patient*innen orientiert.
Die Behandlung erfolgt nach einem individuellen Therapieplan und ist genauso intensiv wie in der Klinik. Zu den multiprofessionellen Teams gehören unter anderem ärztliche, pflegerische und spezialtherapeutische Mitarbeiter*innen der LVR-Klink Köln.
Auch Menschen und Einrichtungen im direkten Umfeld werden stärker einbezogen. Dazu gehören zum Beispiel Reha-Einrichtungen, Betreuungsstellen oder andere Unterstützungsangebote vor Ort.
Doktor Julia Göbel-Erkan führt im Video durch den Alltag eines multiprofessionellen Teams, das seine Patient*innen in den eigenen vier Wänden behandelt. Der enge Austausch mit den Kolleg*innen ist dabei ebenso wichtig, wie die Flexibilität in der Behandlung. Frau Göbel-Erkan gibt Einblick in einen Hausbesuch und zeigt, wie „Klinik goes Home“ gelebt wird.