Psychiatriegeschichte und Erinnerungskultur
Die Geschichte der Psychiatrie zeigt, wie wichtig Menschenwürde und Selbstbestimmung sind. Aus der Vergangenheit zu lernen, gehört zu unserer Verantwortung.
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Die Geschichte der Psychiatrie ist auch eine Geschichte von Ausgrenzung und Stigmatisierung. Ihren dunkelsten Abschnitt erreichte sie während der Zeit des Nationalsozialismus, als Menschen mit psychischen Erkrankungen entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Dieses Unrecht gehört auch zur Geschichte unserer Kliniken. Sich damit auseinanderzusetzen und daraus zu lernen, ist für uns Teil einer verantwortungsvollen Psychiatrie.
Erinnerung bedeutet mehr als den Blick zurück. Sie hilft, Menschenwürde, Selbstbestimmung und Teilhabe immer wieder neu ins Bewusstsein zu rücken. An allen Klinikstandorten erinnern zum Beispiel Museen, Stolpersteine, Ausstellungen oder Veranstaltungen und Führungen an die Schicksale der betroffenen Menschen. Sie laden dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Die Reformen der 1970er-Jahre markierten einen grundlegenden Wandel in der Psychiatrie. Die Psychiatrie-Enquête stellte den Menschen mit seinen Rechten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Caspar Kulenkampff, später Gesundheitsdezernent des Landschaftsverbands Rheinland, prägte diese Entwicklung maßgeblich mit.
Viele der Forderungen von damals sind heute selbstverständliche: wohnortnahe Versorgung, mehr Selbstbestimmung, die Einbeziehung von Angehörigen und der Ausbau ambulanter Angebote. Diese Entwicklung fortzuführen, verstehen wir als Teil unserer Verantwortung.