Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

So vielfältig wie die Persönlichkeiten unserer Schüler*innen sind auch ihre individuellen Voraussetzungen. Wir halten jede Schullaufbahn offen und fördern jedes Kind individuell auf seinem Weg zu maximaler Selbstständigkeit.

In einem Klassenraum: Fünf Kinder - zum Teil im Rollstuhl - recken glücklich die Arme in die Höhe, weil sie etwas gewonnen haben.

Unser Förderschwerpunkt

An unserer Schule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung kommen Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zusammen. Innerhalb unserer Gemeinschaft kann jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend lernen.

Gesetzliche Definition

Was bedeutet der Förderschwerpunkt rechtlich? Gemäß § 6 der Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung (AO-SF) besteht ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in diesem Bereich, wenn:

"[...] das schulische Lernen dauerhaft und umfänglich beeinträchtigt ist auf Grund erheblicher Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungssystems, Schädigungen von Gehirn, Rückenmark, Muskulatur oder Knochengerüst, Fehlfunktion von Organen oder schwerwiegenden psychischen Belastungen infolge andersartigen Aussehens."

Die Vielfalt der Beeinträchtigungen an unserer Schule

Die Erscheinungsformen körperlicher Einschränkungen sind breit gefächert. Sie können angeboren oder durch Unfälle und Krankheiten erworben sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Neurologische Erkrankungen: zum Beispiel frühkindliche Hirnschädigungen (Infantile Cerebralparese), Epilepsien oder Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Fehlbildungen des Skelettsystems: zum Beispiel Glasknochen (Osteogenesis imperfecta) oder Gliedmaßenfehlbildungen
  • Erkrankungen des Rückenmarks: zum Beispiel Querschnittslähmungen oder Spina bifida ("offener Rücken")
  • Muskelerkrankungen: zum Beispiel fortschreitende Muskeldystrophien
  • Organische und chronische Leiden: zum Beispiel schweres Asthma, Mukoviszidose oder chronisches Rheuma
  • Wahrnehmungsstörungen: Einschränkungen der Koordination, des Gleichgewichts sowie der sensorischen Integration

Bewegung, Sport, Mobilität: Das Fundament des Lernens

Angesichts der besonderen Bedürfnisse unserer Schüler*innen besitzen die Bereiche Bewegung, Sport und Mobilität an der LVR-Christoph-Schlingensief-Schule einen hohen Stellenwert.

Bewegung ist für uns kein Unterrichtsfach, aber die Basis für kognitive, emotionale, kommunikative und soziale Lernprozesse. Unser pädagogischer Auftrag ist es daher:

  1. vorhandene Bewegungsmöglichkeiten der Kinder gezielt zu unterstützen und zu stärken
  2. fehlende Bewegungserfahrungen behutsam auszugleichen
  3. individuelle Kompensationsmöglichkeiten bei Bewegungseinschränkungen zu finden (zum Beispiel durch spezialisierte Hilfsmittel)
  4. im spielerischen Miteinander soziale Erfahrungsprozesse und echte Teilhabe zu ermöglichen

Mobilitätserziehung

Mobilität ist die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Daher verknüpfen wir Mobilitätstraining fest mit dem Schulleben:

  • Innerhalb der Schule: selbstständiges Bewältigen von Wegen im Gebäude und die Übernahme von kleinen Klassendiensten
  • Außerhalb der Schule: praktische Einkaufsgänge, regelmäßige Exkursionen und gemeinsame Klassenfahrten
  • Systematische Verkehrserziehung: Das sichere Verhalten im Verkehr trainieren wir mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln (vom Rollstuhl bis zum Fahrrad) sowohl barrierefrei auf dem eigenen Schulgelände als auch auf dem spezialisierten Verkehrsübungsplatz der nahe gelegenen Schillerschule.

Wegweiser der Stadt Oberhausen für Menschen mit Behinderungen

Die Stadt Oberhausen bietet auf ihrer Webseite einen Wegweiser für Menschen mit Behinderung an. Darin sind viele Unterstützungsangebote, Anlaufstellen und nützliche Institution aufgelistet. Es gibt auch ein Kapitel zu Kindern und Jugendlichen. Der Wegweiser ist in Leichter Sprache geschrieben, damit alle ihn gut verstehen können.