Pflege
Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Schüler*innen stehen für uns an erster Stelle. Unser professionelles medizinisches Team sichert mit viel Erfahrung und Herz die pflegerische und medizinische Versorgung im Schulalltag.
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Unser pflegerisches Team besteht aus vier examinierten Kranken- und Kinderkrankenschwestern mit langjähriger Berufserfahrung. Durch verschiedene Zusatzqualifikationen aus der Intensivmedizin, aus leitenden Funktionen im Krankenhaus sowie aus der ambulanten Pflege bringen wir vielfältige Schwerpunkte in die Schule ein. Eine intensive Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern ist uns dabei besonders wichtig.
Das Aufgabenfeld unseres Teams ist breit gefächert und sichert eine Rundum-Versorgung der Schüler*innen:
Wir übernehmen die medizinische Versorgung vor Ort. Dazu gehören beispielsweise das Katheterisieren, das Verabreichen von Sondenkost, das Absaugen und Inhalieren, die zuverlässige Medikamentengabe sowie die Versorgung von Schüler*innen mit Diabetes und allgemeine Diätberatungen.
Medizinische Maßnahmen wie das Katheterisieren, die Blutzuckermessung, die Insulingabe und das Berechnen der Broteinheiten verknüpfen wir bewusst mit Elementen der Förderpflege. Unser Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Schüler*innen im lebenspraktischen Bereich bis zu ihrer Schulentlassung bestmöglich zu stärken.
Wir leiten die pflegerische Versorgung an der Schule und werden dabei von jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr sowie im Bundesfreiwilligendienst unterstützt. Diese Helfer*innen werden von uns gründlich in die pflegerischen Tätigkeiten eingearbeitet und während ihrer gesamten Zeit an unserer Schule intensiv betreut.
Wir begleiten Schüler*innen, die Hilfe und Pflege brauchen, mit großem Respekt vor ihrer Würde. Die Leitlinien unserer Arbeit haben wir in einem Konzept festgehalten. Es wurde gemeinsam entwickelt von Mitarbeiter*innen aus Pflege, Therapie und Lehrkollegium und von der Schulkonferenz beschlossen.
Als Grundlage diente uns die offizielle "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" der Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und für Gesundheit aber auch das Pflegekonzept der LVR-Christophorusschule Bonn.
Das Kozept richtet sich an alle Mitarbeiter*innen, die pflegerische Aufgaben übernehmen, sowie an Sie als Eltern.
Jede*r Schüler*in hat eine feste Bezugsperson. Die Klassen sind im Sinne der Bereichspflege festem Pflegepersonal und Helfer*innen (Freiwillige, Pflegehelfer*innen) zugeteilt. Dabei beachten wir auch individuelle Wünsche unserer Schüler*innen, wenn sie sich mit einer Bezugsperson nicht wohl fühlen.
Wir berücksichtigen die individuellen Wünsche bei pflegerischen oder therapeutischen Maßnahmen und erklären notwendige Maßnahmen und Handlungen vorher eingehend.
Bei allen Maßnahmen und Hilfestellungen wird die Eigenaktivität der Schüler*innen ermöglicht, unterstützt und gefördert.
Der Anspruch auf Privatheit und Beachtung der Intimsphäre kann je nach Ausmaß des Hilfe- und Pflegebedarfs nicht immer vollständig gewährleistet werden. Jede pflegerische Handlung greift in die Intimsphäre ein. Ziel ist es, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.
Allgemeines
Essen und Trinken anreichen
Wir versorgen die Schüler*innen regelmäßig, rechtzeitig und ausreichend mit Essen und Trinken und unterstützen sie dabei nach Bedarf und mit der jeweiligen Hilfe in einem geschützten Rahmen mit angemessener Zeit. Dabei sind mögliche Eigenaktivitäten der Schüler*innen einzubeziehen.
Wir streben an, die Schüler*innen nach Möglichkeit wählen zu lassen, mit wem sie die Mahlzeiten einnehmen möchten oder sie zumindest zu informieren, wer regelmäßig die Unterstützungsaufgaben übernimmt. Die individuellen Vorlieben und Abneigungen bezüglich der Speisen und Getränke werden berücksichtigt.
Das Anreichen des Essens und Trinkens findet möglichst in einer Eins-zu-Eins-Situation statt. Während der Mahlzeit ist die Aufmerksamkeit der helfenden Person immer bei dem*der Schüler*in.
An- und Ausziehen
Unterrichtsgänge, Klassenfahrten, Ausflüge
Bei der Planung von Aktivitäten außerhalb des Schulgeländes sind medizinische und pflegerische Bedürfnisse einzubeziehen. Dafür notwendige Personen oder Dinge müssen zeitig organisiert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass oft Kompromisse eingegangen werden müssen, um pflegebedürftigen Schüler*innen die Teilhabe an besonderen Aktionen zu ermöglichen. Ob dies vertretbar ist, muss im Rahmen der individuellen Bedürfnisse und Grenzen der Schüler*innen und der verantwortlichen Mitarbeiter*innen in Abhängigkeit von der Situation und in Absprache mit den Eltern entschieden werden.
Förderpflege: pädagogische Aspekte und Förderplanbezug
Die Pflege ist ein Grundbedürfnis für einen Großteil unserer Schüler*innen und somit wesentlicher Bestandteil unseres Unterrichts.
Förderpflege meint nicht nur komplette Pflegetechniken und notwendiges medizinisches Wissen, sondern auch das Einbetten der Handlungen mit Einfühlungsvermögen und Sensibilität, um grundlegende Bedürfnisse eines Menschen erkennen und erfüllen zu können. Diese setzt einen Beziehungsaufbau voraus, der durch Elemente der Sicherheit, Stabilität, Verlässlichkeit und dem Gefühl von Akzeptanz gekennzeichnet ist.
Im schulischen Bereich besteht das Team aus Lehrer*innen, Pflegepersonal, Therapeutinnen, Pflegehelfenden, Menschen im Freiwilligendienst und Integrationshelfer*innen. Hier gibt es keine klare Abgrenzung zwischen pflegerischen, pädagogischen, therapeutischen und erzieherischen Maßnahmen. Pflege wird im Sinne von Fördern verstanden.
Förderpflege meint alle Aktivitäten des täglichen Lebens, die geeignet sind, Menschen mit schwerster Behinderung zu aktivieren.
Förderpflege wird geplant und differenziert auf die einzelnen Schüler*innen zugeschnitten.
Viele dieser Maßnahmen bedeuten auch immer einen tiefen Eingriff in die Intimsphäre des Kindes oder Jugendlichen. Hier ist die Würde des Menschen bei allen Pflegemaßnahmen handlungsleitend.
Qualifikationsmaßnahmen zur Pflege im Sinne dieses Pflegekonzeptes
Uns ist wichtig, dass sich alle mit der Pflege betrauten Mitarbeiter*innen mit dem Thema Pflege und dem Pflegekonzept unserer Schule auseinandersetzen und sich ihrer ganz persönlichen Haltung gegenüber den ihnen zur Pflege anvertrauten Menschen und gegenüber ihrer Rolle als Pflegende bewusst sind.
Die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams gibt die Gelegenheit, sich über aktuelle, allgemein fachliche und individuelle Aspekte der Pflege auszutauschen, vom Wissen anderer zu profitieren und sich miteinander zu beraten.
Vor allem neue und ungelernte Mitarbeiter*innen erhalten eine den Aufgaben entsprechende Qualifikation, Einarbeitung und auch später noch Unterstützung durch erfahrenes Personal und im Sinne dieser Leitlinien.
Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Die Einhaltung der Qualitätsstandards in der Pflege zum Schutz aller an der Pflege Beteiligter wird regelmäßig kontrolliert.
Die Pflegesituation aller Schüler*innen soll im Hinblick auf die Umsetzung des Pflegekonzeptes im Rahmen der Förderung im Team besprochen und geplant werden.
Die fachlich spezialisierten Mitarbeiter*innen des Pflegeteams kontrollieren in regelmäßigen Abständen die Einhaltung der Pflegestandards im Sinne des Pflegekonzeptes.
Bei all unseren Tätigkeiten arbeiten wir eng mit Fachleuten zusammen, darunter
Wenn Sie Bedarf haben, stellen wir für Sie als Eltern gerne Kontakte zu diesen Netzwerken her oder unterstützen Sie bei der Vereinbarung von Terminen bei Ihnen zu Hause oder direkt in der Schule.