Förderung bei Komplexer Behinderung

Selbstwirksamkeit und Geborgenheit im Fokus: Mit passgenauen Konzepten, spezialisierten Fachräumen und einem starken interdisziplinären Team eröffnen wir Kindern mit hohem Unterstützungsbedarf Wege zu größtmöglicher Selbstständigkeit.

Unterstützung und Begleitung durch vertraute Personen

Etwa 25 Prozent unserer Schüler*innen gehören zum Personenkreis mit komplexen (schwersten) Behinderungen. Für uns bedeutet das: Diese Kinder und Jugendlichen haben einen sehr hohen Unterstützungsbedarf und benötigen in fast allen Lebens- und Alltagssituationen verlässliche Hilfe.

Weil sie in besonderem Maße auf Bezugspersonen angewiesen sind, die sie genau kennen und verstehen, arbeitet bei uns ein interdisziplinäres Team aus Sonderpädagog*innen, Therapeut*innen und Pflegekräften Hand in Hand. Gemeinsam stimmen wir Pflege und Förderung perfekt aufeinander ab. Unser Ziel ist es, Fremdbestimmung abzubauen und ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung, Eigenaktivität und Teilhabe zu ermöglichen.

Wie wir fördern

Entwicklung ist immer möglich, wenn man die richtige Brücke baut. Unsere pädagogische Arbeit basiert auf international anerkannten und bewährten Grundpfeilern:

Aktives Lernen (nach Lilli Nielsen)

Nielsen Grundannahme ist: Entwicklung geschieht nur durch eigenes, aktives Handeln. Wir gestalten Lernumgebungen so, dass die Schüler*innen ihre Umwelt eigenständig erkunden, ausprobieren und verändern können.

Basale und Unterstützte Kommunikation

Kommunikation ist voraussetzungslos. Jeder Mensch möchte und kann sich mitteilen. Ob über Blicke, Laute, Gebärden oder elektronische Kommunikationshilfen – wir fangen jede Äußerung auf und beantworten sie, damit sich die Schüler*innen als wirksam erleben.

Inklusion und Spezialisierung

Uns ist die Balance zwischen sozialer Gemeinschaft und individueller Therapie wichtig. Daher ist die Förderung flexibel organisiert:

  • Lernen im Klassenverband: Alle Schüler*innen mit Komplexen Behinderungen sind festen Klassen ihrer jeweiligen Altersstufe zugeordnet und nehmen am dortigen Gemeinschaftsleben teil.
  • Spezifische Kleingruppen: Parallel zu den klassischen Kulturtechniken (wie Mathematik oder Deutsch) kommen die Schüler*innen viermal pro Woche in speziellen, maßgeschneiderten Lerngruppen zusammen.
  • Strukturierung durch Klettpläne: Die Basis unserer Förderung ist eine Diagnostik nach Lilli Nielsen. Neben dem offiziellen Förderplan (mit zwei Hauptzielen) arbeitet jedes Kind mit einem individuellen "Klettplan", der visuell oder haptisch Angebote aus fünf verschiedenen Entwicklungsbereichen strukturiert.

Besondere Räume, Sport und Pausenangebote

  • Psychomotorikraum: Ein modern ausgestatteter Raum bietet spezielle Materialien und Hilfsmittel, die optimal auf die Förderung von Schüler*innen mit Komplexer Behinderung abgestimmt sind. Hier können auch Lehrmittel für die Klassen flexibel ausgeliehen werden.
  • Sport und Mobilität: Einmal pro Woche findet ein gezieltes Bewegungsangebot statt. Viele Sport- und Mobilitätseinheiten werden engmaschig von unseren schulinternen Therapeut*innen begleitet.
  • Erlebnisse im Freien: Auf unserem Spielehof warten speziell installierte Fühlwände und Trockenduschen auf Entdeckung.
  • Oase in der Pause: Schüler*innen, die die Pause aufgrund ihrer körperlichen Konstitution nicht draußen verbringen können, bieten wir eine behütete Pausenzeit in speziellen Förderräumen an. Dort laden vielfältige Materialien zur basalen Stimulation (Entspannung und Wahrnehmungsförderung) ein.

Zukunft gestalten: Praxistage & Berufsorientierung

Auch der Übergang in das spätere Erwachsenenleben wird von uns von Anfang an mitgedacht:

  • Der Praxistag (mittwochs): Im Rahmen der Abschlussstufe (ASS) gibt es für Schüler*innen mit Komplexer Behinderung entweder eigene, ganztägig auf sie zugeschnittene Gruppen oder feste Zeiten zur Teilhabe und Mitwirkung in den klassischen Handwerks-, Hauswirtschafts- oder Bürogruppen.
  • Hospitationen: Um Zukunftsperspektiven zu eröffnen, durchlaufen die Jugendlichen zwei begleitete Hospitationsphasen (Berufsorientierungstage) in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und – wo immer es möglich ist – in inklusiven Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes.