Sekundarstufe I

Stärken entfalten, Selbstständigkeit stärken und Zukunft gestalten: Die Sekundarstufe I der LVR-Christy-Brown-Schule begleitet Jugendliche der Jahrgangsstufen 5 bis 10 durch die Mittel- und Abschlussstufe – mit individueller Förderung und gezielter Berufsorientierung.

Drei Jugendliche arbeiten in Bibliothek mit Tablet

Aufbau der Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I setzt den schulischen Weg nach der Primarstufe fort und gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Phasen:

Leistungsdifferenzierung und heterogene Lerngruppen

In den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichten wir in jeder Jahrgangsstufe in zwei Differenzierungsebenen, um allen Lernniveaus gerecht zu werden. Die Stammklassen bleiben dabei bewusst heterogen zusammengesetzt: Jugendliche mit komplexen Beeinträchtigungen lernen gemeinsam mit Mitschüler*innen verschiedener Bildungs- und Entwicklungsstände.

Für Schüler*innen mit intensiverem Unterstützungsbedarf bieten wir gezielte Differenzierungsangebote:

  • Förderung der Sinne und Entspannung: Wahrnehmungsangebote im Snoezelen-Raum, Sinneswerkstatt, Traumstunden und basale Aktionsgeschichten
  • "M-Sport": speziell angepasste Bewegungslandschaften in der Sporthalle zum Schaukeln, Rollen und Fühlen
  • Musik- und Bewegungsangebote: gemeinsamer Singkreis sowie stufenübergreifende Motorikgruppen

Die Mittelstufe (Klassen 5 bis 7): Den eigenen Weg finden

Der Wechsel in die Mittelstufe bringt viele Neuerungen mit sich. Oft stoßen neue Mitschüler*innen von anderen Schulen hinzu. Eine intensive Ankommphase sorgt dafür, dass sich schnell ein starkes Klassenteam bildet.

Begleitung in der Jugendphase und Pubertät

Wir unterstützen die Jugendlichen dabei, Selbstvertrauen aufzubauen, eigene Stärken zu erkennen und sich konstruktiv mit der eigenen Beeinträchtigung auseinanderzusetzen.

  • Körper- und Sexualerziehung: offener und geschützter Umgang mit Themen wie Pubertät, Partnerschaft und Grenzziehung – ergänzt durch externe Fachkräfte (zum Beispiel pro familia )
  • Medienkompetenz und digitales Lernen : Befähigung zur sicheren und verantwortungsvollen Nutzung von Smartphones und Internet
  • Mobilität und Verkehr: kontinuierliches Sicherheitstraining für den Alltag und Straßenverkehr
  • Interessen, Hobbys und Freundschaften: Entfaltung von Talenten in der schuleigenen Fahrradwerkstatt, der Schulband oder in gestalteten Freizeitpausen (zum Beispiel Mädchenpause)
  • Inklusion: In der Kooperation mit der Justus-von-Liebig-Schule wird Inklusion durch regelmäßige Treffen gelebt.
  • Außerschulische Lernorte: Wir entdecken, welche spannenden Orte es in und um Duisburg gibt (Bäckerei, Müllsortierungsanlage...)
  • Selbstbehauptung: Im jährlichen WenDo-Kurs lernen Mädchen gefährliche Situationen einzuschätzen, was sie tun können und werden darin unterstützt, sich selbst zu behaupten.

WenDo – Selbstbehauptung für Mädchen

Ein fester Baustein in unserer Mittelstufe ist der jährliche WenDo-Kurs. Der Begriff WenDo steht für "Women Do" (Frauen handeln). Der Kurs stärkt das Selbstbewusstsein und begleitet unsere Schülerinnen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

WenDo ist kein Kampfsport, sondern ein Konzept zur Selbstbehauptung und Gewaltprävention für Mädchen und junge Frauen mit und ohne Behinderung.

Die Schwerpunkte im Kurs:

  • Eigene Grenzen wahrnehmen und setzen: Klar "Nein" sagen lernen
  • Körpersprache und Stimme stärken: Die eigene Wirkung bewusst einsetzen
  • Handlungsstrategien einüben: Sicherheit für den Alltag gewinnen – individuell angepasst an jede Schülerin

Gemeinsam feiern und erleben

Wir unternehmen viel zusammen, damit die Gemeinschaft stark bleibt:

  • Wir feiern Sportfeste und frühstücken gemeinsam.
  • Am Ende des Schuljahres feiern wir eine Schools-out Party und am Anfang jeden Schuljahres begrüßen wir die neuen Mittelstufenschüler*innen mit einer Feier.
  • Gemeinsames Mittelstufenkino gehört genauso wie eine Halloween-Party fest zu unserem Programm.

Wenn die Zeit in der Mittelstufe endet, bereiten wir den Wechsel in die Abschlussstufe vor. Dort bekommen die Klassen dann meistens ein neues Lehrkräfte-Team.

Die Abschlussstufe (Klassen 8 bis 10): Vorbereitung auf das Erwachsenenleben

Die Abschlussstufe (ASS) bildet die finale Phase der Sekundarstufe I an der LVR-Christy-Brown-Schule. Ihr Kernziel ist es, die Jugendlichen auf einen möglichst eigenverantwortlichen Übergang in die Arbeitswelt und ein weitgehend selbstständiges Erwachsenenleben vorzubereiten.

Zentrale Handlungsfelder und Lebensbereiche

Neben den fachlichen Anforderungen der verschiedenen Bildungsgänge stehen lebenspraktische Kompetenzen im Vordergrund:

  • Selbstständige Lebensführung und Haushalt: Einüben von Körperpflege, Kochen, Einkaufen, Haushaltsführung, Umgang mit Geld sowie der Orientierung im öffentlichen Nahverkehr und bei Behörden
  • Wohnen und Freizeit: Vorbereitung auf unterschiedliche nachschulische Wohnformen und die aktive Gestaltung der eigenen Freizeit
  • Partnerschaft und Identität: Festigung der eigenen Persönlichkeit, Weiterentwicklung der Entscheidungsfähigkeit und Ausbildung einer realistischen Selbsteinschätzung

Zielsetzungen im Detail

Die Schüler*innen sollen ihre Entscheidungs- und Gestaltungskompetenzen in den oben genannten Bereichen erweitern, Einblicke in ihre nachschulische Lebenssituation nehmen, eine eigene Identität in der Gestaltung oben genannter Bereiche erlangen sowie eine realistische Selbsteinschätzung in Bezug auf ihr Handeln erwerben.

Zudem sollen sie lernen, individuelle Wege zu finden, um ihre Leistungen und Möglichkeiten adäquat einzubringen sowie Anregungen und Ergänzungen durch andere erfahren und annehmen zu können.

Praxiserfahrung und Berufswegplanung

Um den Schüler*innen in ihrer Einzigartigkeit und Vielfältigkeit gerecht zu werden, wird neben dem Unterricht in den Groß- oder Kooperationsklassen der Unterricht in Differenzierungskursen angeboten, um eine optimale Förderung zu erreichen.

Hierzu bietet die Abschlussstufe praxisnahe Bausteine:

  • Wahlpflichtangebote: Das Wahlpflichtangebot "Arbeitstag" vermittelt grundlegende Schlüsselqualifikationen des Arbeitslebens. So wird der Übergang von der Schule in die Berufswelt oder eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) fließend gestaltet.
  • Schüler*innenbetriebspraktika: Bis zu drei Praktika ermöglichen reale Einblicke in verschiedene Berufsfelder.
  • Starke Partner*innen: enge Vernetzung und Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie dem Integrationsfachdienst (IFD) im Rahmen eines strukturierten Berufswegeplans

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