Geschichte der Schule

Von einer engagierten Elterninitiative zu einem modernen Förderzentrum: Erfahren Sie mehr über den historischen Weg der LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule und das bewegende Leben unseres Namensgebers Dietrich Bonhoeffer.

Eine Band in einer Zirkusmanege. Über dem Vorhang hängt eine bunte 50.

Die historische Entwicklung unserer Schule

Die LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule blickt auf eine jahrzehntelange, dynamische Entwicklungsgeschichte zurück, die maßgeblich von einer engagierten Elternschaft und stetigem Wandel geprägt ist.

Die Gründerjahre und der Aufbau (1972 – 1980)

1972: Auf Initiative des Vereins für spastisch Gelähmte und andere Körperbehinderte sowie des Kreises Kleve erwirbt der Landschaftsverband Rheinland das Gebäude einer ehemaligen Volksschule in Bedburg-Hau. Unter der Schulleitung von Frau Koch entsteht eine neue Schule für körperbehinderte Kinder.

1973: Am 10. Januar 1973 startet der Unterricht für die ersten acht Schüler*innen. Der Sonderkindergarten in Qualburg wird unter die Trägerschaft des Landschaftsverbands Rheinland gestellt und der Schule angegliedert.

1974 – 1975: Aufgrund rasch steigender Zahlen wird ein Flachbau mit Klassenräumen und einem Therapieraum errichtet. Herr Grewe übernimmt die kommissarische Schulleitung.

1976 – 1980: Eine wegweisende Elterninitiative unter der Leitung von Frau Dr. Schlaghecken setzt sich erfolgreich für die Einrichtung von weiterführenden Lernbereichen an der Schule ein. Dadurch wird den Jugendlichen die anstrengende, tägliche Fahrt nach Duisburg oder Krefeld erspart. Der Regierungspräsident erteilt 1980 die endgültige Zusage.

Wachstum, Platznot und Neubaupläne (1981 – 2007)

1981: Frau Becker-Kunisch übernimmt die Schulleitung.

1983 – 1989: Der anhaltende Platzmangel führt zu ersten Provisorien wie einer Pavillonanlage. Die Schulleitung und die Elternpflegschaft kämpfen beharrlich für einen umfassenden Neubau. 1989 stimmt der Schulausschuss des Landschaftsverbands Rheinland dem Ausbau zu.

1991 – 1993: Nach Abrissarbeiten und einer Zwischenphase in einem Containerdorf beziehen die Klassen im Sommer 1993 das neue Schulgebäude. 1997 wird der Sonderkindergarten in Qualburg aufgelöst.

2001 – 2005: Erneuter Platzmangel erfordert neue Übergangslösungen. Nach dem Abriss der alten Turnhalle entsteht ein moderner Schulerweiterungsbau. Im Sommer 2005 freuen sich die Schüler*innen und Lehrkräfte über helle, freundliche Räume, neue Pflegeeinheiten und eine moderne Turnhalle.

2006 – 2007: Ein schuleigenes, barrierefreies Lehrschwimmbad mit Rollstuhlrampe wird in Betrieb genommen. Herr Strodt wird neuer Konrektor der Schule.

Moderne Ära und Jubiläen (Seit 2009)

2009: Frau Becker-Kunisch geht in den Ruhestand. Der bisherige Konrektor Manfred Strodt übernimmt die Schulleitung.

2012: Die Schulgemeinschaft feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit einem stimmungsvollen Lichterfest.

2022: Unter dem Motto "50 Jahre LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule" findet eine festliche Jubiläumswoche statt. Ein großer Festakt im Zirkuszelt bringt Gratulant*innen aus Politik und Schulaufsicht, Ehemalige, Freund*innen und Fördernde zusammen. Die Schulgeschichte und das Vermächtnis des Namensgebers werden gebührend gewürdigt. Zudem ernennt der Förderverein erstmalig Ehrenmitglieder für ihr jahrzehntelanges Engagement.

Über den Namensgeber unserer Schule: Dietrich Bonhoeffer

Unsere Schule trägt stolz den Namen von Dietrich Bonhoeffer. Sein unerschütterlicher Einsatz für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist bis heute das Fundament unserer schulischen Werte.

  • 1906: Am 4. Februar 1906 wird Dietrich Bonhoeffer als Kind des Professors für Psychiatrie und Neurologie Karl Bonhoeffer und dessen Ehefrau Paula (geb. von Hase) in Breslau (heute: Wroclaw/Polen) geboren.
  • 1923 – 1930: Nach dem evangelischen Theologiestudium folgen die Promotion mit der Arbeit "Sanctorum communio. Eine Untersuchung zur Soziologie der Kirche", ein Auslandsvikariat in Barcelona sowie ein Studienaufenthalt in New York.
  • 1931 – 1933: Bonhoeffer arbeitet als Privatdozent in Berlin und engagiert sich als Studierendenpfarrer. Er knüpft Kontakte zu führenden Theologen der Zeit.
  • 1933 – 1935: Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler betreut Bonhoeffer die deutsche evangelische Gemeinde in London und warnt international eindringlich vor der drohenden Kriegsgefahr.
  • 1935 – 1937: Er kehrt nach Deutschland zurück, um als Vertreter der "Bekennenden Kirche" das Predigerseminar in Zingst und Finkenwalde zu leiten. Die "Bekennende Kirche" erklärt das Christentum und die nationalsozialistische Rassenideologie als unvereinbar. 1936 wird ihm die akademische Lehrerlaubnis entzogen; 1937 wird das Seminar polizeilich geschlossen.
  • 1939: Bonhoeffer lehnt eine Berufung in die USA ab und kehrt kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von einer Vortragsreise aus Nordamerika nach Deutschland zurück.
  • 1940 – 1943: Trotz Rede- und Schreibverbots setzt Bonhoeffer seine Arbeit im Untergrund fort und schließt sich dem politisch-militärischen Widerstand an. Er nutzt seine ökumenischen Kontakte, um Verbindungen zwischen westlichen Regierungen und der deutschen Opposition aufzubauen.
  • 1943: Am 5. April 1943 wird Bonhoeffer von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und in verschiedenen Gefängnissen sowie dem Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert.
  • 1945: Am 9. April 1945 wird Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet – kurz vor der Befreiung des Lagers durch die US-Armee.
  • 1996: Das Landgericht Berlin hebt das Todesurteil auf und rehabilitiert Dietrich Bonhoeffer offiziell.