Fördergruppe

An der LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule begleiten wir Kinder und Jugendliche mit schwersten körperlichen und mehrfachen Beeinträchtigungen durch individuell angepasste pädagogische, therapeutische und pflegerische Angebote.

Ein Raum mit einer Hängematten-Schaukel, Kissen und Gymnastikmatten – an der Wand Schränke und Regale mit bunten Materialen zum Fühlen und Entdecken

Individuelle Förderung bei Komplexen Beeinträchtigungen

Unsere Schule ist ein verlässlicher Förderort für Schüler*innen mit Komplexen Beeinträchtigungen. Dazu gehören vorrangig Kinder und Jugendliche mit schwersten körperlichen Einschränkungen sowie Mehrfachbeeinträchtigungen (etwa in Kombination mit einer geistigen Behinderung, einer Seh- oder Hörbeeinträchtigung).

Um diesen Schüler*innen in ihrem Schulalltag gerecht zu werden, schaffen wir flexible Rahmenbedingungen, die sich konsequent an den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des einzelnen Kindes orientieren.

Organisationsformen: in der Klasse und in der Fördergruppe

An unserer Schule bilden wir bewusst keine reinen Schwerstbehindertenklassen. Jedes Kind gehört fest zu einer Stammklasse. Je nach Entwicklungsstand und kommunikativen Möglichkeiten bieten wir zwei Förderwege an:

  • Förderung innerhalb der Stammklasse (Innere Differenzierung): Schüler*innen, die überwiegend von der Klassengemeinschaft und dem gemeinsamen Unterricht profitieren, werden direkt in ihrer Stammklasse gezielt gefördert.
  • Förderung in der Fördergruppe (Äußere Differenzierung): Schüler*innen, die aufgrund ihrer Lernvoraussetzungen nur in begrenztem Maße am allgemeinen Klassenunterricht teilnehmen können, werden der Fördergruppe zugeordnet. Auch hier lernen sie nach einem festen, auf sie abgestimmten Stundenplan.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Entscheidung über die Zugehörigkeit und den Umfang der Förderstunden wird in der Klassenverteilungskonferenz getroffen. In der Fördergruppe arbeitet ein interdisziplinäres Team eng zusammen: Lehrkräfte, Pflegekräfte, Therapeut*innen, Integrationskräfte und die Teams der Stammklassen stehen in ständigem Austausch, um eine rundum abgestimmte Begleitung zu gewährleisten.

Entwicklungsbereiche und Förderziele

In der Fördergruppe ist Schule mehr als Unterricht – sie ist ein zentraler Lebens- und Erfahrungsraum. Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, die Wahrnehmung zu schulen, Orientierung zu geben und die Eigenaktivität zu stärken.

Unsere Arbeit erstreckt sich auf folgende Wahrnehmungs- und Entwicklungsbereiche:

  • Taktile Wahrnehmung (Tastsinn): Eigenaktivität anregen, Erkunden im Mund- und Gesichtsbereich, Ganzkörper- und Eigenwahrnehmung sowie das Erforschen der nahen Umwelt über Mund, Hände und Füße
  • Vestibuläre und kinästhetische Wahrnehmung (Gleichgewicht und Bewegung): Aufbau des Körperschemas und Sammeln von Bewegungserfahrungen mit dem gesamten Körper
  • Visuelle Wahrnehmung (Sehen): Blickkontakt und Reaktionen auf optische Reize, Schärfung der visuellen Unterscheidung, Auge-Hand-Koordination, Zuordnung von Bedeutungen sowie räumliche Orientierung
  • Auditive Wahrnehmung (Hören): Reagieren auf Klänge, eigenaktives Erzeugen von Geräuschen und der eigenen Stimme sowie das Nutzen akustischer Signale zur Orientierung
  • Olfaktorische und gustatorische Wahrnehmung (Riechen und Schmecken): Gezielte Sinnesanregungen über Gerüche und Geschmacksreize
  • Motorik: Schulung von Grob-, Fein- und Mundmotorik
  • Unterstützte Kommunikation: Förderung von der basalen (grundlegenden) Kommunikation bis hin zu multimodalen Kommunikationsformen (Kombination aus Gebärden, Tastern, Objekten und Blicken)

Pädagogische Konzepte und therapeutische Maßnahmen

Für eine bestmögliche Entfaltung greifen wir auf bewährte sonderpädagogische und therapeutische Ansätze zurück:

Unsere Konzepte

Basale Förderung: Einsatz etablierter Ansätze wie Basale Stimulation, Basale Kommunikation, Snoezelen (Aktivierung und Entspannung in speziell gestalteten Räumen), Raumgestaltung nach Lilli Nielsen ("Kleine Welt") und das "Rasch"-Curriculum

Therapeutische Angebote: durch Fachkräfte in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Hippotherapie (therapeutisches Reiten)

Einzelförderung und Diagnostik: differenzierte Förderangebote auf Basis individueller Entwicklungsbeobachtungen (unter anderem mit Hilfe des Beobachtungsbogens für mehrfachbehinderte Kinder nach Lilli Nielsen)

Förderpflege und Teilhabe

Pflegerische Verrichtungen (Mahlzeiten, Toilettengänge, Körperpflege, Lagerung) werden als wertvolle Förderzeit verstanden. Wir achten auf eine feste Zuordnung von Pflegepersonen sowie – wo immer organisatorisch möglich – auf eine gleichgeschlechtliche Pflege, um die Intimsphäre der Kinder und Jugendlichen zu wahren.

Schüler*innen der Fördergruppe sind selbstverständlich aktiver Teil der Schulgemeinschaft. Sie nehmen regelmäßig an Gemeinschaftsaktionen ihrer Stammklasse teil – wie Klassenfahrten, Schulfesten, Unterrichtsgängen (wie der Besuch eines Museums als außerschulischem Lernort), Schulsport und Schwimmunterricht.