Probiert? Kapiert! Die Mitmach-Ausstellung
18. Mai 2025 bis 11. Oktober 2026
Ende des Seitenheaders.
Tüftelt mit in unserem Museum! In kleinen Gruppen oder auch alleine probiert und tüftelt ihr euch durch verschiedene Herausforderungen. Zentrale Themen sind Energie, Transport, Lagerung und Produktion. Am Ende eures Ausstellungsbesuchs baut ihr gemeinsam eine große Kettenreaktion.
Nehmt ihr die Herausforderung an?
Wir freuen uns auf euch in der Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen. Besucht uns hier und tüftelt und baut gemeinsam und meistert Herausforderungen.
Ihr könnt uns mit eurer Kita-Gruppe, Schulklasse, Familie oder auch alleine besuchen.
Probiert? Kapiert! arbeitet mit der Methode „Tinkering“ (Tüfteln) zur Vermittlung naturwissenschaftlicher und technischer Inhalte. Tinkering baut auf der Erkenntnis auf, dass man durch Ausprobieren am besten lernen kann. Aktives Mitmachen und Experimentieren sind daher zentrale Elemente. Lernende werden animiert, sich selbst Aufgaben zu stellen und eigenverantwortlich zu erarbeiten. Die gruppendynamische Arbeit stärkt die Klassengemeinschaft. Durch verschiedene Vertiefungsebenen in der Schau und diverse Materialien für die Kettenreaktion wird der Workshop für die jeweilige Gruppe angepasst.
Die Kettenreaktion vermittelt Grundlagen aus der Mechanik, Kraftübertragung und Energieumwandlung. In kleinen Teams baut die Gruppe einzelne Abschnitte auf, die am Ende zu einer großen Abfolge zusammengefügt werden.
Der Workshop ist nach dem Aufgabenkonzept einer Problemlösung aufgebaut: Die Teilnehmenden erfassen und erkunden eigenständig die gestellte Herausforderung, um sie anschließend unter Zuhilfenahme geeigneter Materialien und Werkzeuge zu lösen. Nach der Kettenreaktion reflektiert die Gruppe gemeinsam das Ergebnis.
Zur Vor- oder Nachbereitung stehen auf den Seiten Hoch hinaus! und Angetrieben! Tutorials zur Verfügung, die wie die Ausstellung selbst durch historische Anbindungen unterfüttert sind.
Ihr könnt uns nicht direkt besuchen? Dann tüftelt euch durch unsere Internetseite und stellt euch den Challenges! Denn auch zu Hause könnt ihr Fragen beantworten, die in unseren ehemaligen Fabriken aufgekommen sind.
In unseren Fabriken gab es viele Probleme zu lösen. Das erste stellte sich schon bei der Ankunft von Materialien: Oft musste erst einmal alles nach oben geschafft werden. Schwere, nasse Stoffe und vieles mehr wurde Treppen hochgeschleppt. Anders war es zum Beispiel im Peter-Behrens-Bau in Oberhausen . Er wurde direkt mit Aufzügen gebaut und als Lagerhaus genutzt. Wie ein Aufzug funktioniert und wie ihr selbst einen bauen könnt, seht ihr in unserem Video.
Würdet ihr auch einen Aufzug bauen, um etwas nach oben zu transportieren? Oder doch eher ein Katapult? Lasst es uns wissen!
Wenn ihr möchtet, zeigen wir euer Ergebnis unten in unserer Tüfteleien-Galerie. Schickt uns einfach ein Foto von eurer Lösung:
probiert.kapiert@lvr.de
Gebäude mit bis zu 163 Etagen und über 800 Metern Höhe, wie das aktuell weltweit höchste Gebäude – der Burj Khalifa in Dubai – wären ohne Aufzüge nicht denkbar. Aber auch frühere Wolkenkratzer kamen nicht ohne aus.
Sichere Personenaufzüge wurden ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Bis dahin waren Aufzüge kaum gesichert und wurden meist nur für Waren eingesetzt. Notbremsen musste der Fahrgast bedienen – und die wurden meist zu spät gezogen.
1854 erfand Elisha Graves Otis eine Schutzvorrichtung für einen Aufzug. Dazu setzte er eine Wagenfeder ein, die durch das Gewicht der Kabine am Seil gespannt war. Bei einem Seilriss sprang die Feder auf und verhakte sich seitlich in den gezahnten Führungsschienen. Otis entwickelte das Sicherungssystem weiter. 1878 stellte er den Fliehkraftregler vor. Er übertrug damit eine Technik, die sonst bei der Dampfmaschine genutzt wurde: Gewichte drehen sich mit dem Rad, auf dem die Seile des Aufzugs laufen. Dreht sich das Rad zu schnell, werden die Kugeln durch Fliehkraft nach außen getrieben und blockieren so ein Seil, das die Notbremsung einleitet. So wurde gebremst, sobald der Aufzug zu schnell wurde.
In den 1880er Jahren machte Bergingenieur Friedrich Koepe eine wichtige Erfindung. Im Bergbau wurde bisher Trommelförderung eingesetzt, die Kabine hing also an einem Seil, das sich auf eine Trommel auf- und abwickelte. Bei großer Tiefe musste die Trommel immer größer werden, damit mehr Seil aufgewickelt werden konnte. Daher war dieses System begrenzt und nicht für große Fördertiefen geeignet. Koepe hatte eine andere Idee: Das Seil sollte nicht aufgewickelt werden, sondern frei auf einem Rad laufen. An beiden Enden des Seils hingen Kabinen.
Ein Seil verband die beiden Kabinen unten und glich das Eigengewicht der Seile aus. Auf beiden Seiten des Antriebsrads war so annähernd das gleiche Gewicht. Mehrere Seile liefen nebeneinander auf der Treibscheibe und sorgten für mehr Sicherheit, weil so jedes einzelne Seil entlastet wurde. Erstmals baute Koepe diesen Seiltrieb 1877 in der Bochumer Zeche Hannover ein.
Mit der Kombination von Treibscheibe und der von Werner von Siemens erstmals für Aufzüge eingesetzten Elektrizität, zusammen mit mechanischen Schutzvorrichtungen, wurden sichere Aufzüge und damit ab der Jahrhundertwende auch neue Gebäudehöhen möglich. Die ersten Wolkenkratzer entstanden. Das Prinzip aus dem Bergbau wurde in New York 1903 im Beaver Building für Personenaufzüge genutzt; über eine Höhe von 55 Metern.
Im Oberhausener Peter-Behrens-Bau gibt es einen Personenaufzug und einen Lastenaufzug, ursprünglich waren beide für Lasten ausgerichtet. Der Lastenaufzug wird von sieben Seilen gehalten und trägt 6 000 Kilogramm oder 73 Personen, über eine Höhe von circa 20 Metern. Es handelt sich um einen Treibscheibenaufzug mit mehreren Umlenkungen über Rollen.
Wie bringt man eine Maschine ans Laufen? Diese Frage hat man sich auch in unseren Fabriken ganz zu Anfang gestellt. Eine damals naheliegende Lösung: Wasserkraft.
Im Wasser steckt nämlich viel Power. Aber wie bekommt man die Kraft raus aus dem Wasser – und ran an die Maschine? In vielen unserer Museen, zum Beispiel in der Papiermühle Alte Dombach, wurde das Problem gelöst: Man baute ein Wasserrad. Mit unserem Video könnt ihr euer eigenes Rad bauen.
Wie sieht euer Wasserrad aus? Läuft es im Bach oder in der Badewanne?
Wenn ihr möchtet, zeigen wir euer Ergebnis unten in unserer Tüfteleien-Galerie. Schickt uns einfach ein Foto von eurer Lösung:
probiert.kapiert@lvr.de
Viele Fabriken stehen an Flüssen. Und das aus gutem Grund: Bereits in der Antike wurden Getreidemühlen mit Wasserrädern angetrieben, seit dem elften Jahrhundert auch immer mehr Hammerwerke, Schleifmühlen und Textilfabriken. Nicht nur die Technik des Wasserrades wurde immer wieder verbessert – auch die Flüsse wurden zur optimalen Nutzung angepasst.
Die Verfügbarkeit von Wasser war ein wichtiger Faktor bei der Standortfindung von Betrieben. Nicht selten kam es zu Konflikten unter konkurrierenden Unternehmen um die Plätze, an denen Wasserkraft genutzt werden konnte.
Darüber hinaus wurde das Wasserrad von Beginn an immer weiter verbessert. Statt ein (unterschlächtiges) Wasserrad in das Wasser zu hängen, wurde ab dem 14. Jahrhundert das Wasser von oben auf die Radschaufeln geführt. Dieses oberschlächtige Wasserrad nutzt durch die Fallhöhe des Wassers dessen Kraft deutlich effizienter. Auch das Gefälle des Flusses wurde oftmals angepasst. Stauteiche ermöglichten die kontinuierlichere Nutzung des Wassers auch in wasserärmeren Perioden.
Vor allem aber die Entwicklung der Wasserturbine im 19. Jahrhundert bewirkte einen großen Fortschritt in der Wasserkraftnutzung. Anders als das Wasserrad wurde sie in eine Einhausung gefasst, wodurch sie nicht nur das Problem grober Spritzwasserverluste löste, sondern auch mithilfe von Klappen einen steuerbaren Zufluss des Wassers ermöglichte. Die erste funktionsfähige Turbine wurde 1827 vom Franzosen Benoît Fourneyron vorgestellt. Von besonderer Bedeutung ist bis heute jedoch ihre Weiterentwicklung; die Francis-Turbine. Sie wird seit den 1840er Jahren eingesetzt und ist bis heute der am weitesten verbreitete Turbinentyp in Wasserkraftwerken.
Wasserkraft zur Stromerzeugung wird heute – auch je nach geografischen Gegebenheiten – weltweit unterschiedlich stark genutzt. Die Errichtung von Wasserwerken und Stauseen gilt als nicht unumstritten, da sie vergleichsweise kostspielig ist und mit massiven Eingriffen in vorhandene Ökosysteme verbunden ist. So bietet die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle prinzipiell eine relativ klimafreundliche Variante der Stromerzeugung, zieht aber auch ökologisch kritische Auswirkungen nach sich. Es wird daher weiter geforscht – für Fische zum Beispiel nach gefahrlosen Passierwegen durch die Anlagen.
Wasserräder hingegen gibt es heute meist nur noch in Museen und Denkmälern. Auch an den Standorten des LVR-Industriemuseums, etwa an der Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach und am Oelchenshammer in Engelskirchen , finden sich oberschlächtige Wasserräder. Hier wurden – und werden – durch die Kraft des Wassers ein historisches Stampfwerk zur Papierherstellung beziehungsweise ein Schmiedehammer angetrieben.
Zahnräder, Bausteine, Magnete und Motoren – was haben diese Dinge gemeinsam? Sie sind Elemente für die Kettenreaktion, die Sie bauen!
Testen Sie dazu in der Ausstellung aus, wie technische Herausforderungen in früheren Fabriken gelöst wurden – auch in der Gesenkschmiede Hendrichs. In Teams meistern Sie jede Hürde und bauen durch den Ausstellungsraum über verschiedene Ebenen hinweg eine große Kettenreaktion.
Laufzeit:
18. Mai 2025 bis 11. Oktober 2026
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr
Eintritt:
Kombiticket Dauer- und Sonderausstellung: 8 Euro
Ermäßigtes Kombiticket: 6 Euro (Studierende, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende, Leistungsempfänger*innen SGB II und SGB XII)
Ermäßigtes Kombiticket: 5,50 Euro (Menschen mit Schwerbehinderung)
Gruppe Schüler*innen und Kita: Eintritt frei (inklusive Begleitpersonen)
Kinder und Jugendliche haben im LVR-Industriemuseum freien Eintritt.
Weitere Infos:
Kulturinfo Rheinland
Telefon: 02234 9921-555 (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 15 Uhr)
E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de