Umbau Hohe Fabrik

Aktuelle Informationen zu den Baumaßnahmen

Ein Aufzuggerüst an einem Kran schwebt zu einem Gebäude

In der Textilfabrik Cromford in Ratingen finden große Umbaumaßnahmen statt. Europas älteste Fabrik wird barrierefrei und in diesem Zuge auch die Dauerausstellung erneuert. Seit dem 1. April 2025 ist das Gebäude deshalb bis voraussichtlich Ende 2026 geschlossen. Die Baumwollspinnerei wurde 1783/84 von dem Wuppertaler Kaufmann und Unternehmer Johann Gottfried Brügelmann gegründet und gilt heute als erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent. Das spätbarocke Herrenhaus mit dem Museumscafé bleibt während des Umbaus weiterhin für Sie zugänglich.

Durch die Umbaumaßnahmen gibt es im Museumsbetrieb weitreichende Änderungen. Trotz geschlossener Fabrik, in der üblicherweise die historischen Spinnmaschinen vorgeführt werden, gibt es attraktive Angebote.

Erstmalig in der fast 30-jährigen Museumsgeschichte haben Sie nun die Gelegenheit, Spinntechnik im Herrenhaus Cromford zu erleben. Vorgeführt wird der protoindustrielle Spinnprozess aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, also aus der Zeit, bevor die vollmechanischen Maschinen in Cromford Einzug hielten. Das große Handspinnrad, mit dem man Baumwollgarn herstellte, wird ebenso vorgeführt wie die noch manuell betriebene „Spinning Jenny“ – eine Maschine, mit der man an einer Vielzahl von Spindeln gleichzeitig arbeiten konnte. Mit größeren Varianten ließen sich immerhin schon bis zu 100 Fäden gleichzeitig spinnen. Die Vorführung der „Spinning Jenny“ ist nicht barrierefrei zugänglich.

Eine Frau an einer Handspinnmaschine

Zudem gibt es während des Umbaus ein buntes Angebot an Führungen, Kindergeburtstagen und Workshops. Die Programme für Familien, Freizeitgruppen und Schulklassen sind speziell auf die besondere Umbausituation zugeschnitten und entsprechen daher nicht den altbekannten Formaten.

Der Eintritt wird während der Umbaumaßnahmen nach dem Prinzip „Zahl, was Du willst“ entrichtet, kann also von Ihnen selbstbestimmt festgelegt werden. Kosten für Führungen und Workshops fallen zusätzlich an und werden entsprechend ausgewiesen.

Ein Mädchen und ein Junge klopfen auf rohe Baumwolle

Die Angebote im Herrenhaus Cromford wurden im Hinblick auf die Zeit des Umbaus der Fabrik ausgebaut.

Neben der ins Herrenhaus verlagerten Spinntechnik laden Sitzgelegenheiten im Gartensaal zum Verweilen und Betrachten der historischen Wandgemälde ein.

Außerdem wurden in der Dauerausstellung, die sich mit dem Leben und Wirken der Unternehmerfamilie Brügelmann beschäftigt, Vitrinen umgestaltet.

Ein neues Booklet dient als Führer durch die Ausstellung und ermöglicht es, den Familienmitgliedern und Angestellten auf die Spur zu kommen und in die Zeit der Frühindustrialisierung einzutauchen.

Mit der Ausstellungswerkstatt Weiße Kleider , für die ein bisher nicht genutzter Raum im Herrenhaus zugänglich gemacht worden ist, werden Kleider präsentiert, die nach historischen Schnitten aus Rokoko, Empire und Biedermeier angefertigt wurden. Diese erzählen über die Zusammenhänge von Mode, Frauenbild und Gesellschaft.

Eine Frau an einer Handspinnmaschine

Die Baumaßnahmen in der Hohen Fabrik werden im Rahmen eines Konzeptes zum barrierearmen Ausbau der historischen Gebäude umgesetzt. Ein Außenaufzug an der Rückseite der Fabrik, der auch im Brandfall nutzbar ist, ermöglicht eine barrierefreie Evakuierung des Gebäudes. Zudem ist dank des Aufzugs die gesamte Fabrik bis ins Dachgeschoss barrierefrei zugänglich.

Im Zuge der Baumaßnahmen werden außerdem Kassenbereich, Shop und Sanitäranlagen barrierefrei umgebaut. Die Maßnahmen werden darüber hinaus genutzt, um die mittlerweile fast 30 Jahre alte Dauerausstellung zu überarbeiten und nach Wiedereröffnung neu zu präsentieren.

Die Kosten für das Projekt trägt der Landschaftsverband Rheinland als Träger des LVR-Industriemuseums.

Außenansicht eines hohen Gebäudes