Geschichte: Wie alles begann
Von der Gründung bis zu den Eröffnungen
Ende des Seitenheaders.
Das LVR-Industriemuseum wurde 1984 vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Rheinisches Industriemuseum gegründet. Es entstand in einer Zeit, in der Zechen und Fabriken reihenweise schlossen – und in einer Region, die zutiefst von der Industrialisierung geprägt war. Im Rheinland begann sie früher als anderswo, und hier wurde auch zuerst der Verlust dieses Erbes als kulturelle Aufgabe verstanden. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der zeitgleich das LWL-Industriemuseum aufbaute, machten die beiden Landschaftsverbände LVR und LWL Nordrhein-Westfalen zum Pionierland der Industriedenkmalpflege und der Industriekultur in Europa.
Das Museum verfolgte von Anfang an einen damals neuen Ansatz: Industriegeschichte sollte dort vermittelt werden, wo sie stattgefunden hat – in den historischen Fabriken, Werkstätten oder Siedlungen selbst. An ihnen wird anschaulich sichtbar, wie die Industrialisierung das Rheinland wirtschaftlich, sozial, kulturell und ökologisch verändert hat. Die heute denkmalgeschützten Fabriken – die erste war die Gesenkschmiede Hendrichs und öffnete mit einer Schauproduktion schon 1986 die Tore für die Öffentlichkeit, die letzte, die St. Antony Hütte mit dem industriearchäologischen Park, im Jahr 2010 – bilden bis heute den Kern des LVR-Industriemuseums.
Heute ist das Museum ein Verbund aus acht Standorten: der Zinkfabrik Altenberg und der St. Antony-Hütte in Oberhausen, der Textilfabrik Cromford in Ratingen, der Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen, der Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach, dem Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen und der Tuchfabrik Müller in Euskirchen. Sie stehen für prägende Branchen der rheinischen Industriegeschichte – Metall, Textil, Papier und Elektrizität –, erzählen aber auch vom Alltag der Menschen, die dort gearbeitet haben. Hinzu kommt der Peter-Behrens-Bau in Oberhausen, ein Industriedenkmal von europäischem Rang: Das ehemalige Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte beherbergt heute das zentrale Sammlungsdepot sowie eine Dauerausstellung zum Werk von Peter Behrens.
So bewahrt das Museum das industrielle Erbe der Region und macht es zugänglich. Zugleich fragt es, was sich aus der Geschichte von Arbeit, Technik und Strukturwandel für die Aufgaben unserer Zeit lernen lässt – für den Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft, für die Energiewende, für den Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Das Museum versteht sich als ein Ort für alle, die sich für diese Geschichte und ihre Gegenwart interessieren.