FARAH OSSOULI – Merk' dir den Flug, der Vogel wird sterben

Wechselausstellung vom 27. Juni 2025 bis zum 1. März 2026 | Verflechtungen aus der persischen und der europäischen Kulturgeschichte sowie feministische Themen – Farah Ossouli trifft auf Max Ernst.

NEW PERSPECTIVES noch bis zum 1. März 2026 im Leonora-Carrington-Saal

Farah Ossouli (*1953, lebt und arbeitet in Teheran, Iran) orientiert sich als eine der ersten Künstlerinnen an der klassischen persischen Miniaturmalerei und überführt diese mit eigener Bildsprache in zeitgenössische Kontexte. Referenzen aus der persischen sowie europäischen Kulturgeschichte verflechtet sie zu symbolisch aufgeladenen Bildern, mit denen sie auf poetische Weise feministische Themen ins Zentrum rückt.

Für ihre Ausstellung am Max Ernst Museum Brühl des LVR hat Farah Ossouli eine neue, 15-teilige Werkserie geschaffen. Der Titel "Merk’ dir den Flug, der Vogel wird sterben" stammt aus einem Gedicht der iranischen Lyrikerin Forough Farrokhzad (1935–1967). Jedem Blatt der Serie ist ein Vers zugeordnet. Gleichzeitig steht die Werkserie in Zusammenhang mit Max Ernsts zeitkritischem Collageroman "Une semaine de bonté" (Eine Woche der Güte, 1934). Ein wiederkehrendes Motiv in Ossoulis Serie ist das Haar, das sie als vielschichtiges Symbol inszeniert. Mit dem offenen Haar verweist sie auf Weiblichkeit, Intimität und Verletzlichkeit. Gleichzeitig ist es ein Symbol für gesellschaftliche Machtstrukturen, Kontrolle und politische Unterdrückung.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Madeleine Frey und Sarah Louisa Henn.

Über die Künstlerin

Farah Ossouli (geb. 1953 in Zanjan, Iran, lebt und arbeitet in Teheran, Iran) erhielt 1977, zwei Jahre vor der Iranischen Revolution, ihren Abschluss in Grafikdesign an der Kunstakademie. 2001 war sie Mitbegründerin der iranischen Künstlerinnengruppe DENA. Sie wurde mehrfach mit dem Iranian Women Artists Arward in Teheran ausgezeichnet und ist neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit als Mentorin, Kuratorin und Jurorin bei nationalen und internationalen Ausstellungen und Wettbewerben tätig. 2002 war sie Vorsitzende der 6. Teheraner Malerei-Biennale.

Farah Ossoulis Werke befinden sich in den Sammlungen bedeutender Museen, darunter das Metropolitan Museum of Art (New York, USA), das Tehran Museum of Contemporary Art (Teheran, Iran) und das Ludwig Museum (Koblenz, Deutschland).

Porträtfoto von Farah Ossouli
Farah Ossouli in ihrer Ausstellung im Max Ernst Museum, Foto: LVR-ZMB / Nicole Schäfer