Tod & Trauer

Wie geht unsere Schulgemeinschaft mit den schweren Momenten des Lebens um? Erfahren Sie mehr über unsere ehrliche, sensible Trauerkultur und die geschaffenen Orte des Gedenkens, der Ruhe und des gegenseitigen Halts für alle Beteiligten.

Eine ruhige Ecke im Schulhof mit einer Bank, einer Statue und einem Baum mit Zetteln.

Vom Umgang mit Leben, Sterben und Tod

In unserer Schulgemeinschaft leben Schüler*innen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und progredienten Behinderungen. Im Vergleich zu anderen Schulen sind wir daher häufiger damit konfrontiert, dass Kinder oder Jugendliche plötzlich aus dem Leben gerissen werden.

Das Thema unserer eigenen Endlichkeit rückt dadurch immer wieder mitten in unseren Alltag. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, an unserer Schule eine bewusste und sensible Kultur des Trauerns und Begleitens zu leben. Gemeinsam stellen wir uns den komplexen Ebenen und existenziellen Fragen, die Krankheit, Sterben, Verlust und Leid mit sich bringen.

Orte und Materialien des Gedenkens

Um dem Thema Raum zu geben, haben wir feste Orte und Materialien für das Abschiednehmen geschaffen:

  • Gedenk-Kasten (im Aula-Bereich): Sterben ist ein Teil des Lebens – deshalb befindet sich der Gedenk-Kasten zentral in der Aula. Er ist ganzjährig mit wechselnden Bildern und Sprüchen gestaltet. Wenn ein Schüler, eine Schülerin oder eine Lehrkraft verstirbt, erinnern dort für sechs Wochen Bilder an den großen Verlust.
  • Ort der Ruhe (im Außengelände): Dieser besondere Bereich im Freien lädt zum Innehalten ein. Im Zentrum steht eine große Ton-Stele, die Schüler*innen gemeinsam mit einer Künstlerin gestaltet haben. Ein Ginkobaum trägt bunte Metallschilder mit den Namen und Sterbedaten der Verstorbenen.
  • Trauerkiste (für den Ernstfall): Sie enthält Kerzen, Engel, Steine, Tücher und weitere Materialien. Wenn ein Team überraschend mit dem Tod eines Kindes konfrontiert wird, ermöglicht die Kiste den Lehrkräften, sofort spontan mit der Klasse zu arbeiten.
  • Trauerkoffer (für die Prävention): Er gibt Teams die Möglichkeit, das Thema Trauer auch unabhängig von einem konkreten Todesfall aufzugreifen – etwa im November bei einem Friedhofsbesuch oder beim Erarbeiten des Themas Herbst und Vergänglichkeit.

Gemeinsam wachsen und begleiten

Das Ereignis des Todes stellt für alle Beteiligten immer wieder eine große Herausforderung dar. Durch regelmäßige Fortbildungen und Fachkonferenzen bauen wir unsere Kompetenzen stetig aus, um allen Betroffenen in schwerer Zeit verlässlich beizustehen.