Sekundarstufe I

Gemeinsam Richtung Zukunft: In der Sekundarstufe I begleiten wir Jugendliche durch die Orientierungs- und Abschluss-Stufe individuell zum bestmöglichen Schulabschluss. Ein starkes Sport- und Bewegungsangebot rundet unseren ganzheitlichen Schulalltag ab.

Ein Schüler schaut auf seinem Tablet und liest. An der digitalen Tafel vor ihm wird der gleiche Text angezeigt.

Auf dem Weg zum Abschluss

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Primarstufe wechseln unsere Schüler*innen in die Sekundarstufe I. Diese wichtige Phase gliedert sich an unserer Schule in zwei aufeinander aufbauende Abschnitte: die Orientierungsstufe (Klassen 5 bis 7) und die Abschluss-Stufe (Klassen 8 bis 10) .

1. Die Orientierungsstufe (Klassen 5 bis 7)

Der Name ist bei uns Programm: Diese Stufe bietet allen Jugendlichen – auch Quereinsteiger*innen aus dem Gemeinsamen Lernen (GL) – den nötigen Raum zur Orientierung. Hier wird gemeinsam geschaut, welcher Abschluss angestrebt werden kann und wo individuelle Schwerpunkte in der Selbstständigkeit liegen.

Um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, führen wir zwei verschiedene Klassentypen:

Hauptschul-Klassen

  • Konzept: Der Unterricht vermittelt prinzipiell den Lernstoff der regulären Hauptschule.
  • Förderung: Die Leistungsanforderungen passen sich flexibel den individuellen Möglichkeiten der Jugendlichen an. Zusätzliche Angebote wie Lese-Rechtsschreib-Schwäche-Förderung, Wahrnehmungstraining und die gezielte Förderung der Selbstständigkeit unterstützen das Lernen.
  • Zielgruppe: Diese Klassen werden teilweise auch von Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Lernen besucht.

Bildungsgangübergreifende Klassen

  • Konzept: Der Unterricht richtet sich flexibel nach den Förderschwerpunkten Lernen (LE) und Geistige Entwicklung (GE). Er bezieht zudem die Richtlinien für Schüler*innen mit komplexen und schweren Mehrfachbehinderungen mit ein.
  • Schwerpunkte: Die Lebenssituation und die Bedürfnisse der Jugendlichen stehen im Zentrum der pädagogischen, therapeutischen und pflegerischen Arbeit. Lebenspraktisches Lernen bildet den Kern, während Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) streng an die individuellen Fähigkeiten angeknüpft werden.

Wichtig für uns: Wir leben eine hohe Durchlässigkeit. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Bildungsgängen ist in beide Richtungen jederzeit möglich, wenn sich die Entwicklung des Kindes verändert.

2. Die Abschluss-Stufe (Klassen 8 bis 10)

Um Jugendliche optimal auf ihren weiteren Lebensweg vorzubereiten, setzen wir in der Abschluss-Stufe ab dem 8. Schuljahr auf eine gezielte Klassenzusammensetzung. Während der pädagogische Fokus ganz auf der Berufsorientierung und Lebensplanung liegt, gliedert sich die Organisation in drei Wege:

Weg 1: Die Hauptschul-Klassen

Hier bereiten wir die Jugendlichen bestmöglich auf den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt oder den Wechsel zu einer weiterführenden allgemeinen Schule vor.

  • Differenzierung: In den Fächern Mathematik, Englisch und teilweise Deutsch wird in leistungshomogenen Gruppen unterrichtet.
  • Mögliche Abschlüsse: Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder der Abschluss nach Klasse 10 (Typ A oder Typ B / Realschulabschluss)

Weg 2: Der Förderschwerpunkt Lernen

Je nach Größe des Jahrgangs bilden wir eigenständige Klassen oder unterrichten die Jugendlichen gemeinsam mit den Hauptschulklassen.

  • Mögliche Abschlüsse: Abschlüsse nach Klasse 9 und Klasse 10.
    Nach der 10. Klasse kann ein Abschluss erworben werden, der dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 (ohne Englisch) gleichwertig ist.

Weg 3: Die Praxisklassen (jahrgangsübergreifend)

Jugendliche, für die ein qualifizierter Schulabschluss voraussichtlich nicht erreichbar ist, werden in den letzten drei Schuljahren intensiv in praxisorientierten Gruppen gefördert.

  • Lebenspraxis: Ausbau von Alltagskompetenzen für eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung in der Gemeinschaft
  • Berufsvorbereitung: Fachliche Vorbereitung auf eine spätere Tätigkeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfMB), unterstützt durch enge Kooperationen und Praktika

Sport und Bewegung: Tore zum Leben und Lernen

Der Sportunterricht nimmt an der LVR-Viktor-Frankl-Schule einen ganz besonderen Stellenwert im Schulalltag ein. Sport und Bewegung sind mit viel Spaß und Freude verbunden – und genau diese Begeisterung eröffnet unseren Schüler*innen wichtige Lern- und Entwicklungsfelder.

Bewegen und bewegt werden – Tore zum Leben und Lernen!

das Leitbild unserer Schule

Neben gesundheitlichen und therapeutischen Aspekten bietet der Sport- und Schwimmunterricht Raum, um die Jugendlichen ganzheitlich in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu stärken. Wir fördern elementare Bewegungsgrundlagen wie die Sinnes- und Körpererfahrung, die Kreativität sowie die motorischen Basisfähigkeiten.

Ganzheitliche Förderung durch Sport

Durch den Sport lernen unsere Schüler*innen auf vielfältige Weise fürs Leben:

  • Umgang mit der Beeinträchtigung: Individuelle Einschränkungen akzeptieren lernen und neue Ausgleichschancen wahrnehmen.
  • Selbstwahrnehmung und Mut: Sich selbst einschätzen, etwas wagen und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.
  • Eigenverantwortung: Das Lernen selbst gestalten, sich organisieren und persönliche Leistungsfortschritte erleben.
  • Teamgeist und Kommunikation: Miteinander kommunizieren, im Team agieren und partnerschaftlich kooperieren.
Vier Kinder im Rollstuhl fahren schnell in Richtung eines großen Balls in der Turnhalle.

So ist unser Sportunterricht organisiert

Sekundarstufe I: Klassenübergreifende Sportgruppen

Mit zunehmendem Alter – gegen Ende der Primarstufe und in der Sekundarstufe – halten Elemente klassischer Sportarten Einzug in den Unterricht. Dazu gehören Basketball, Rollstuhlbasketball, Fußball, Hockey, Tischtennis sowie Leichtathletik.

  • Regelmodifikationen: Die Spielregeln werden stets fair an die individuellen Lern- und Leistungsvoraussetzungen der jeweiligen Gruppe angepasst.
  • Wettkampf und Team: In der Sekundarstufe I führen wir die Jugendlichen in klassenübergreifenden Sportgruppen zusammen. Hier erlernen sie gezielt Wettkampfsportarten. Ein absoluter Höhepunkt des Schuljahres sind die alljährlichen Landessportfeste.

Spezifische Bewegungs- und Förderangebote

Um allen Schüler*innen – unabhängig vom Grad ihrer Beeinträchtigung – optimale Bewegungserfahrungen zu ermöglichen, bieten wir einmal pro Woche spezielle Kurse an:

  • Bewegungslandschaften: Ein gezieltes Angebot für schwerer beeinträchtigte Jugendliche in der Turnhalle. Mithilfe von Großgeräteaufbauten können sie Schaukel-, Schwing- und Gleichgewichtserfahrungen sammeln.
  • Mobilitätstraining: Ein praktisches Training zur sicheren und selbstständigen Fortbewegung im Rollstuhl.
  • Watsu-Schwimmen: Ein einfühlsames, therapeutisches Entspannungsangebot im Wasser, das sich insbesondere an Schüler*innen mit komplexen Mehrfachbeeinträchtigungen richtet.