Primarstufe

Der Start in das Schulleben: Entdecken Sie die Primarstufe unserer Schule mit ihrer flexiblen Eingangshilfe, den individuellen Bildungsgängen und einem ganzheitlichen Lernkonzept, das auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingeht.

Ein Kind übt schreiben mit einem Bleistift und einem speziellen Gummiaufsatz für den Finger und mehr Stabilität.

Gut ankommen und individuell wachsen

Die Primarstufe an der LVR-Viktor-Frankl-Schule umfasst in der Regel 4 bis 5 Schulbesuchsjahre, abhängig vom jeweiligen Bildungsgang und der Ausnutzung der flexiblen Schuleingangsphase.

Die flexible Schuleingangsphase (Klasse FE 1)

Alle Schulanfänger*innen, die in unsere Förderschule aufgenommen werden, starten gemeinsam in der Klasse FE 1.

  • Der Start (bis zu den Herbstferien): Diese erste Zeit dient schwerpunktmäßig dazu, die individuellen Lernvoraussetzungen jedes einzelnen Kindes genau festzustellen. Da die körperlichen Beeinträchtigungen sehr unterschiedlich sind, zeigen sich auch in der sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung ganz individuelle Voraussetzungen.
  • Wichtige Grundlagen schaffen: Häufig fehlen zu Beginn noch wichtige Basiskompetenzen für den klassischen Anfangsunterricht – wie die räumliche und zeitliche Orientierung, ein angemessenes Gruppenverhalten, die Konzentration oder die Integration von Wahrnehmungsleistungen. Sobald diese Grundlagen gefestigt sind, rücken die klassischen schulischen Lernstoffe – immer angepasst an den individuellen Entwicklungsstand – in den Vordergrund.

Bestimmung des passenden Bildungsgangs

Die LVR-Viktor-Frankl-Schule bietet Unterricht nach drei verschiedenen Richtlinien an: den Richtlinien der allgemeinen Schule (Grundschule), der Schule für Lernen sowie der Schule für geistige Entwicklung.

  • Zuweisung im 3. Schulbesuchsjahr: Erst im dritten Schuljahr wird der spezifische Bildungsgang für das Kind offiziell festgelegt (ausgenommen hiervon ist der Bildungsgang Geistige Entwicklung).
  • regelmäßige Überprüfung: Sowohl der gewählte Bildungsgang als auch der individuelle Förderbedarf werden bis zum Ende der gesamten Schulzeit jährlich neu überprüft, um auf Veränderungen reagieren zu können.

Wie wir das Lernen organisieren

Der Unterricht findet weitestgehend im ursprünglichen Klassenverband statt. Um den Kindern optimale Lernpartner*innen anzubieten, arbeiten wir eng mit der jeweiligen Parallelklasse zusammen.

Innere Differenzierung

Innerhalb jeder Klasse arbeiten wir nach individuellen Förderplänen. Wir nutzen vielfältige Sozial- und Unterrichtsformen, um jedem Kind gerecht zu werden:

  • Einzel- und Kleingruppenförderung
  • Freiarbeit und Wochenplanarbeit
  • Handlungs- und projektorientiertes Lernen

Ganzheitlichkeit und spielerisches Lernen

Unterricht, Therapie und außerunterrichtliche Aktivitäten (wie Klassenfahrten und Projekte) sind bei uns gleichwertige Fördermaßnahmen. Der Entwicklungsstand der Schüler*innen erfordert oft spielerische Unterrichtsformen. Beim Umgang mit konstruktivem Material (zum Beispiel Bauklötzen) nutzen wir die Spiellust der Kinder, um gezielt Kompetenzen aufzubauen:

  • Training von (fein-)motorischen Fähigkeiten und der Auge-Hand-Koordination
  • Förderung der Farb- und Formwahrnehmung sowie der Orientierung im Raum
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen und Verbesserung sensorischer Integrationsleistungen

Auch beim Einstieg in die Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) behalten wir diese Aspekte im Blick. Ein langsames, gründliches Vorgehen und unser ganzheitliches Konzept schaffen ein starkes Fundament für die gesamte schulische Laufbahn.

Unsere zentralen Lernbereiche im Überblick

  • Individuelle Basis-Förderung: gezielte Angebote in den Bereichen Sensorik, Motorik, Motivation sowie Lern- und Arbeitsverhalten, um die optimalen Voraussetzungen für leistungsorientiertes Lernen zu schaffen
  • Lehrplan-Orientierung: passgenaue Ausrichtung an den Richtlinien der Grundschule sowie den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung

Flexibilität und Zukunftsausblick

Im Sinne einer konsequenten Orientierung am Kind sind Einzelfall-Entscheidungen bei uns jederzeit möglich. Dazu gehören beispielsweise ein Klassenwechsel oder der Wechsel der Schulform. Dies erfordert eine transparente und enge Kooperation aller Beteiligten.

Wichtige Information zur Weiterentwicklung: Derzeit stehen in unserem Team Überlegungen an, den Primarbereich zukünftig in Form von jahrgangsgemischten Klassen umzustrukturieren. Damit möchten wir den individuellen Bedürfnissen unserer Schüler*innen in Zukunft noch besser und flexibler gerecht werden.

Sport und Bewegung: Tore zum Leben und Lernen

Der Sportunterricht nimmt an der LVR-Viktor-Frankl-Schule einen ganz besonderen Stellenwert im Schulalltag ein. Sport und Bewegung sind mit viel Spaß und Freude verbunden – und genau diese Begeisterung eröffnet unseren Schüler*innen wichtige Lern- und Entwicklungsfelder.

Bewegen und bewegt werden – Tore zum Leben und Lernen!

das Leitbild unserer Schule

Neben gesundheitlichen und therapeutischen Aspekten bietet der Sport- und Schwimmunterricht Raum, um die Jugendlichen ganzheitlich in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu stärken. Wir fördern elementare Bewegungsgrundlagen wie die Sinnes- und Körpererfahrung, die Kreativität sowie die motorischen Basisfähigkeiten.

Ganzheitliche Förderung durch Sport

Durch den Sport lernen unsere Schüler*innen auf vielfältige Weise fürs Leben:

  • Umgang mit der Beeinträchtigung: Individuelle Einschränkungen akzeptieren lernen und neue Ausgleichschancen wahrnehmen.
  • Selbstwahrnehmung und Mut: Sich selbst einschätzen, etwas wagen und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.
  • Eigenverantwortung: Das Lernen selbst gestalten, sich organisieren und persönliche Leistungsfortschritte erleben.
  • Teamgeist und Kommunikation: Miteinander kommunizieren, im Team agieren und partnerschaftlich kooperieren.
Vier Kinder im Rollstuhl fahren schnell in Richtung eines großen Balls in der Turnhalle.

So ist unser Sportunterricht organisiert

Primarstufe: Lernen im Klassenverband

Der Unterricht findet in der Regel im eigenen Klassenverband oder gemeinsam mit der Parallelklasse statt. Hier nutzen wir unsere Turn- und Schwimmhalle für erste spielerische Bewegungserfahrungen.

Spezifische Bewegungs- und Förderangebote

Um allen Schüler*innen – unabhängig vom Grad ihrer Beeinträchtigung – optimale Bewegungserfahrungen zu ermöglichen, bieten wir einmal pro Woche spezielle Kurse an:

  • Bewegungslandschaften: Ein gezieltes Angebot für schwerer beeinträchtigte Jugendliche in der Turnhalle: Mithilfe von Großgeräteaufbauten können sie Schaukel-, Schwing- und Gleichgewichtserfahrungen sammeln.
  • Mobilitätstraining: Ein praktisches Training zur sicheren und selbstständigen Fortbewegung im Rollstuhl
  • Watsu-Schwimmen: Ein einfühlsames, therapeutisches Entspannungsangebot im Wasser, das sich insbesondere an Schüler*innen mit komplexen Mehrfachbeeinträchtigungen richtet