Förderung bei Komplexer Behinderung

Wir machen Kindern mit komplexen Behinderungen individuelle Angebote, die fest zum Schultag gehören. Durch das Elmar-Konzept und das Snoezelen schaffen wir Räume für Nähe und Wahrnehmung. So gehen wir sensibel auf die Bedürfnisse jedes Kindes ein und fördern es ganzheitlich.

Zwei Kinder mit Brille lächeln sich an einer glitzernden Lichtsäule an.

Individuelle Lernangebote bei Komplexer Behinderung

Schüler*innen mit Komplexen Behinderungen machen wir individuelle Lernangebote. Diese sind fest in den Ablauf des Schultages integriert. Hinzu kommen spezielle außerunterrichtliche Gruppen wie das Schaukelangebot oder die AG Basale Bewegungsangebote.

Das Elmar-Konzept

Schüler*innen mit Komplexer Behinderung sind häufig erheblich eingeschränkt darin, wie sie ihre Umwelt erleben und wie sie sich ausdrücken können. Sie haben ganz besondere Bedürfnisse für ihre eigene Entwicklung aber auch für den Umgang mit anderen Menschen.

  • Körperlichkeit: Sie können intensive körperliche Nähe brauchen, um direkte Erfahrungen machen zu können.

  • Wahrnehmung: Sie können körperliche Nähe brauchen, um andere Menschen wahrnehmen zu können.

  • Umwelt: Sie können andere Menschen brauchen, die ihnen die Umwelt auf einfachste Weise nahebringen.

  • Mobilität: Sie können andere Menschen brauchen, die ihnen Fortbewegung und Lageveränderung ermöglichen.

  • Verständnis: Sie können jemanden brauchen, der sie auch ohne Sprache versteht.

Diesen Bedürfnissen können wir im Klassenverband nur in begrenzter Form gerecht werden.

Kooperatives Projekt in der Primarstufe

Für die Primarstufe haben wir das Konzept Elmar entwickelt. Alle Primarklassen kooperieren dabei, um Fördermöglichkeiten für die betroffenen Schüler*innen zu schaffen. In Einheiten von 60 Miuten bieten ein bis zwei Pädagoginnen Förderung mit unterschiedlichen Schwerpunkten an, zum Beispiel Basale Stimulation und Materialerfahrungen, Musik, Schwimmen oder Unterstützte Kommunikation .

Jedes Kind wird in der Regel von einer engen Bezugsperson begleitet, die das Kind besonders gut kennt. Dies ermöglicht eine optimale Versorgung und stärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pädagogik und Alltag. Nicht nur das Kind profitiert so von der Förderung, auch die Bezugsperson wird in ihren Fähigkeiten im Umgang mit den Schüler*innen gestärkt.

Elmar der andere Elefant

Benannt haben wir das Projekt nach dem buntkarierten Elefanten Elmar aus dem gleichnamigen Bilderbuch von David Mc Kee. Dieser befürchtet zunächst, dass er durch sein Anderssein von allen abgelehnt wird, lernt aber, dass er dafür nicht nur akzeptiert sondern sogar besonders gemocht wird.

Snoezelen: ein Raum für die Sinne

Das Konzept des Snoezelen (eine Wortschöpfung aus den niederländischen Begriffen "snuffelen" für schnüffeln/erkunden und "doezelen" für dösen/entspannen) wurde Ende der 70er-Jahre entwickelt. Ursprünglich für Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen konzipiert, wird es heute erfolgreich bei vielen Personengruppen eingesetzt, um Wohlbefinden und innere Ruhe zu fördern.

Was ist Snoezelen?

Snoezelen findet in einer ausgewogen gestalteten Räumlichkeit statt, in der durch harmonisch aufeinander abgestimmte multisensorische Reize Wohlbefinden und Selbstregulationsprozesse ausgelöst werden.

  • Wirkungsweise: Die gezielte Auswahl von Licht, Farben, Klängen und Oberflächenstrukturen spricht die Sinne direkt an. Dies hilft dabei, Reizüberflutung abzubauen und den Fokus auf die eigene Körperwahrnehmung zu lenken.

  • Atmosphäre: Die Umgebung schafft einen geschützten Raum ohne Leistungsdruck. Dies fördert Vertrauen, Mut und die Kommunikationsfähigkeit.

  • Zielsetzung: Erwartet wird von diesem Angebot die Stärkung der Ich-Kompetenz, die Förderung der Eigenwahrnehmung sowie die emotionale Stabilisierung.

Der Snoezelenraum der LVR-Paul-Klee-Schule

Unser Snoezelenraum ist so gestaltet, dass er sowohl Anregung als auch tiefste Entspannung bietet. Zur Ausstattung gehören:

  • ein großes Wasserbett zur basalen Stimulation und Entspannung der Muskulatur

  • ein Bällchenbad zur intensiven Körpererfahrung und Druckwahrnehmung

  • diverse Lichtinstallationen, Projektionen und Spiegel, die beruhigende optische Akzente setzen

  • Geräuschinstallationen und sanfte Musik zur auditiven Begleitung