Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I begleitet Schüler*innen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 auf ihrem Weg zu einer möglichst eigenständigen Lebensführung. Aufgeteilt in Mittelstufe und Abschlussstufe verbinden wir fachlichen Unterricht, lebenspraktische Förderung und eine gezielte Zukunftsplanung.

Mehrere Schüler*innen im Rollstuhl auf dem Schulhof

Aufbau und Zielsetzung der Sekundarstufe I

Das übergeordnete Ziel des Unterrichts in der Sekundarstufe I ist die Hinführung zu einer weitgehend selbstständigen Lebensbewältigung und die schrittweise Erweiterung des persönlichen Lebensraumes.

Die Sekundarstufe I gliedert sich in zwei Abschnitte:

  • Mittelstufe: Jahrgangsstufen 5 bis 7
  • Abschlussstufe: Jahrgangsstufen 8 bis 10

Die Mittelstufe (Jahrgangsstufen 5 bis 7)

In der Mittelstufe rücken neben den fachlichen Lernangeboten die Persönlichkeitsentwicklung, das soziale Miteinander und die Stärkung individueller Fähigkeiten in den Vordergrund.

Schwerpunkte des Unterrichts in der Mittelstufe:

Mitwirkung und Demokratie

Ab der 5. Klasse wählen alle Klassen eine*n Klassensprecher*in sowie eine Stellvertretung. Die Sprecher*innen treffen sich regelmäßig in den Sitzungen der Schüler*innenvertretung. Ab der 7. Klasse können Schüler*innen zudem als Mitglieder in die Schulkonferenz gewählt werden.

Die Abschlussstufe (Jahrgangsstufen 8 bis 10)

Das grundlegende Ziel der Abschlussstufe ist die umfassende Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Selbstständigkeit, soziale Kompetenzen und praktische Orientierung stehen im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

Vier zentrale Schwerpunktthemen prägen den Unterricht:

Organisation des Unterrichts in der Abschlussstufe

  • Leistungsorientierte Lerngruppen: In Mathematik und Deutsch werden Schüler*innen, die in den Bildungsgängen Hauptschule oder Lernen unterrichtet werden, in möglichst leistungshomogenen, klassenübergreifenden Gruppen gefördert.
  • Lebenspraktischer Unterricht: Schüler*innen mit lebensnahen Lernbedürfnissen werden in langfristigen, prozessorientierten Vorhaben in den Fächern Mathematik, Sprache und Kommunikation, ästhetische Erziehung sowie Sport gefördert.
  • Arbeitslehre und Schüler*innen-Genossenschaften: Der Fachbereich Arbeitslehre umfasst Kurse in Hauswirtschaft, Textilem Gestalten, Wäschepflege, Technischem Werken und Gartenarbeit. In praxiserprobten "Schüler*innen-Genossenschaften" und im schuleigenen Schüler*innen-Café erproben die Jugendlichen reale Arbeitsbedingungen in Fachräumen.
  • Förderung von Schüler*innen mit schwersten Beeinträchtigungen: Auch für Schüler*innen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf hat die Vorbereitung auf die nachschulische Lebenswelt einen hohen Stellenwert. Durch die Teilnahme am gemeinsamen Essen , an Pausen, Arbeitsgemeinschaften, dem Stufenplenum und Praxiszeiten im heilpädagogischen Förderbereich der Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) wird eine schrittweise Öffnung aus dem geschützten Klassenrahmen erreicht.

Lebensweltorientierung und außerschulische Lernorte

Lernen findet in der Abschlussstufe intensiv außerhalb des Klassenzimmers statt. Unterrichtsgänge und praktische Erprobungen schaffen direkte Bezüge zur Lebenswirklichkeit, stärken demokratische Strukturen und fördern die Verantwortungsübernahme:

  • Wohnen und Alltag: Besichtigungen von Wohnprojekten sowie Unterrichtsgänge zu Ämtern, Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen
  • Freizeit und Mobilität: Erproben von Freizeitangeboten (zum Beispiel Sportvereine, Kinos oder Kulturveranstaltungen) sowie das Erlernen der eigenständigen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
  • Medienkompetenz: Reflexion und sichere Nutzung des Internets sowie sozialer Netzwerke im Hinblick auf eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung
  • Projekte: halbjährliche Projektwochen mit öffentlichen Präsentationen
  • Demokratie: regelmäßig stattfindendes Stufenplenum, das von den Klassensprecher*innen geleitet wird