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Mut zur Lücke!

Wie erforscht, präsentiert und vermittelt man, was nicht da ist? Am Beispiel der Ausstellung „SPOT ON: 1937. Die Aktion ‚Entartete Kunst‘ in Düsseldorf“

Die Veranstaltung fand am Montag, 21. August 2017 statt, im

Stiftung Museum Kunstpalast
Kulturzentrum Ehrenhof
Wilhelm-Kreis-Saal (Eingang Sammlung)
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf

Für die zweite Veranstaltung 2017 erklärte sich freundlicherweise das Museum Kunstpalast in Düsseldorf bereit, gastgebendes Haus zu sein. Mit der Ausstellung „SPOT ON: 1937. Die Aktion ‚Entartete Kunst‘ in Düsseldorf“ (14. Juli 2017 bis Sommer 2018) nimmt sich das Museum einer schwierigen Zeit seiner Institutionsgeschichte an.

1937 wurden von den Nationalsozialisten in öffentlichen Sammlungen Deutschlands rund 20.000 Kunstwerke als sogenannte „Entartete Kunst“ eingezogen. Gut 1.000 davon stammen aus den Städtischen Kunstsammlungen Düsseldorf, die heute Teil des Museum Kunstpalast sind. Nur in Berlin und Essen wurden mehr Objekte beschlagnahmt. 2013 wurden auf Initiative der Provenienzforscherin Dr. Katja Terlau und der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ der Freien Universität Berlin alle bei dieser Aktion in Düsseldorf entfernten Objekte genauer erforscht und in der Datenbank der Forschungsstelle dokumentiert.

Die kunstpolitisch folgenreichen Ereignisse jähren sich 2017 zum 80. Mal. Aus diesem Anlass wird das Thema im Rahmen einer Kabinettausstellung der Reihe „SPOT ON“ einem breiten Publikum vermittelt. Ziel ist es, ausgehend vom Fallbeispiel Düsseldorf, über die kunstpolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten 1937 und deren Konsequenzen zu informieren sowie eine aktuelle Diskussion zum Thema anzuregen.
Die Aufarbeitung und Rekonstruktion der damals erfolgten Sammlungsveränderungen und der kulturpolitischen Rahmenbedingungen stellen ein komplexes Vorhaben dar. Auf welche Informationen und Quellen kann hierbei zurückgegriffen werden? Wie können die Forschungsergebnisse interpretiert, gebündelt und dargestellt, vermittelt werden? Wie kann man zeigen, was nicht mehr greifbar, nicht mehr existent ist? Aber auch: Welche Folgen zogen die Sammlungslücken nach sich, die durch die Aktion „Entartete Kunst“ entstanden waren?

Die verantwortliche Kuratorin des Museums, Frau Kathrin DuBois, gab gemeinsam mit der Provenienzforscherin der Stadt Düsseldorf, Frau Jasmin Hartmann, Einblicke in das Thema. Vorgestellt und diskutiert wurden die Annäherung an Forschungslücken, die Projektgenese, damit verbundene Entscheidungswege und ggf. Sackgassen sowie Techniken und Methoden der Darstellung, Präsentation und Vermittlung.

Programmablauf

ab 12.30 Uhr
Anreise und Zusammenkunft
Veranstaltungsort: Wilhelm-Kreis-Saal, Eingang Sammlung, hinter dem Shop

13.00 Uhr
Begrüßung / Organisatorisches
Barbara Til, stellv. Leitung Sammlungen, Museum Kunstpalast
Ruth Türnich, Wissenschaftliche Referentin LVR-Museumsberatung

13:30 Uhr
Vorstellungsrunde der Teilnehmenden

14:00 Uhr
Herausforderungen der Provenienzrecherche/ Vorstellung des Projektes
Rahmenbedingungen und Projektgenese
Jasmin Hartmann, Provenienzforscherin der Stadt Düsseldorf
Kathrin DuBois, Referentin des Generaldirektors, Museum Kunstpalast

15:00 Uhr
Im Museum: Erläuterung und Ausstellungsrundgang
Kathrin DuBois, Museum Kunstpalast

16:15 Uhr
Kaffeepause

16:45 Uhr
Fachgespräch
Erfahrungen aus dem Beispielprojekt und Möglichkeiten der Weiterentwicklung sowie Adaption

ca. 17:30 Uhr Ende der Veranstaltung