Pressemeldung
World-Press-Photos, ein Haus rund um die Geburt und die Faszination eines römischen Grenzabschnitts
Insgesamt 1,2 Mio. Gäste besuchten 2025 die LVR-Museen / 2026 mit besonderen Kulturhighlights wie 5. Geburtstag des UNESCO-Welterbes Niedergermanischer Limes
Köln. / Rheinland. 20. Januar 2026. Insgesamt 1,2 Mio. Gäste besuchten im vergangenen Jahr die Museen und Kultureinrichtungen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Damit behaupten sich die Kulturorte trotz eines leichten Rückgangs von etwa 100.000 Besucher*innen einmal mehr als beliebte Ausflugs- und Freizeitziele, die durch die Altersgruppen hinweg ein breites Publikum ansprechen. „Diese Attraktivität zu halten, war im vergangenen angesichts der gesunkenen finanziellen Ressourcen eine anspruchsvolle Aufgabe, die von den Museen und Kultureinrichtungen des LVR aber hervorragend gelöst wurde“, so LVR-Kulturdezernentin Dr. Corinna Franz. „Unsere Mitarbeitenden haben hier viel Einsatz und Kreativität bewiesen, die durch viele positive Rückmeldungen belohnt werden. Auch für 2026 haben wir trotz weiterhin angespannter Haushaltslage ein abwechslungsreiches und spannendes Programm auf die Beine gestellt.“
Kulturhighlights in diesem Jahr
Ein zentrales Thema ist in diesem Jahr das fünfjährige Bestehen des Niedergermanischen Limes als UNESCO-Welterbe. Und so beteiligen sich gleich mehrere LVR-Kulturhäuser mit unterschiedlichen Aktivitäten an diesem Jubiläum:
Noch befindet sich das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln zwar im Bau durch die Stadt Köln. Dennoch präsentiert MiQua gemeinsam mit der Dombauhütte am 7. Juni die beiden Welterbestätten Kölner Dom und das römische Praetorium als Teil des niedergermanischen Limes. Bei geführten Touren, in Filmen und durch Rekonstruktionen können sich Interessierte sowohl über Kölns prominente Welterbestätte als auch über den aktuellen Stand des Museumsprojekts MiQua informieren.
Ein großes Limesfest feiert der LVR-Archäologische Park Xanten am 13. und 14. Juni. Über 400 Akteur*innen präsentieren mit Vorführungen und Mitmach-Aktionen den Alltag der Legionäre und das zivile Leben an Roms fließender Grenze.
Schließlich hält der Niedergermanische Limes auch bei der diesjährigen Landesgartenschau in Neuss Einzug. Vom 16. April bis 11. Oktober beteiligt sich das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege mit diversen Angeboten. Darunter ist ein römischer Garten, in dem man die zahlreichen Pflanzen entdecken kann, die mit der römischen Eroberung ins Rheinland kamen. Vom 31. Juli bis 2. August gibt es ein großes Geburtstagswochenende mit einem Festakt. Außerdem schlägt die Römercohorte Opladen ihr Lager auf und Interessierte erfahren einiges über römisches Kochen.
Seit der Eröffnung des LVR-Niederrheinmuseums Wesel im zurückliegenden Jahr hat das Haus als Familienmuseum mit einer lebendigen Präsentation über das Leben am Niederrhein bereits viele Besucher*innen begeistert. Das Museum stellt den Rhein als Ideen- und Warenstrom in den Mittelpunkt, der Strom verbindet 800 Jahre Kulturgeschichte zu einer spannenden Story. Interessant dürfte in diesem Jahr auch die Ausstellung „Iconic. Verteidigung der Pressefreiheit und Demokratie seit 1955“ werden, die vom 8. bis 31. Mai zu sehen ist. Das Haus präsentiert eine Auswahl von Fotografien, die von 1955 bis 2023 als World Press Photo des Jahres ausgezeichnet wurden und einige der prägendsten Momente der jüngeren Geschichte festgehalten haben.
„Fluchtpunkt Paris“ heißt die Ausstellung, die ab dem 1. Oktober im LVR-Landesmuseum Bonn zu sehen ist. Nach dem Ersten Weltkrieg zog Paris Intellektuelle und Kunstschaffende aus ganz Europa an – so auch die Fotografinnen Gisèle Freund, Rogi André und Dora Kallmus alias Madame d’Ora. Die drei jungen Künstlerinnen widmeten sich dem pulsierenden Kulturleben der Metropole und hielten es in eindrucksvollen Aufnahmen fest. Anfang der 1940er-Jahre mussten sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft die Stadt verlassen. Auf teils verschlungenen Wegen kehrten sie später nach Paris zurück. Ihre fotografischen Arbeiten erzählen von Aufbruch und Verfolgung, künstlerischer Innovation, gesellschaftlichem Engagement und vom Überleben im Exil.
Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt ab dem 31. Januar in der Ausstellung „Headless“ Werke von Marianna Simnett. Die Schau präsentiert die enge Verbindung von Simnett zu den Ideen des Surrealismus. Zwischen Video, Künstlicher Intelligenz, Skulpturen, Malerei und Musik entfaltet sich eine traumartige Bildwelt.
Um Hebammen und Geburtshilfe geht es ab dem 22. Februar im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Dann wird nicht nur der Streckhof aus Hanf (Rhein-Sieg-Kreis) sondern auch die Ausstellung rund um die Geburt im ländlichen Raum im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts eröffnet. Im Fokus der Präsentation steht der Berufsstand der Hebamme, welcher in diesem Zeitraum immer neuen Wandlungsprozessen unterworfen war. Außerdem werden besondere Objekte aus der Geburtshilfe präsentiert und die Themen Geburt und Entbindung im ländlichen Raum sowie Brauch und Hygiene vermittelt.
Beliebt und bekannt ist der Bauernmarkt im LVR-Freilichtmuseum Lindlar, der in diesem Jahr am 29. und 30. August stattfindet. Der Markt bietet eine große Auswahl an handgefertigten Produkten, hausgemachten Spezialitäten und regionalen Köstlichkeiten. Außerdem zeigen Schmied, Sattler, Bäcker, Seiler und Bandweber ihre alten Handwerkstechniken.
Das LVR-Industriemuseum St. Antony in Oberhausen zeigt ab dem 28. Juni unter der Überschrift „Anne Winterer. Rheinland und Ruhrgebiet im Blick“ Fotografien der 1920er und 1930er Jahre. In dieser Zeit war Anne Winterer als selbständige Fotografin Pionierin in ihrem Berufsfeld. Ihre Bilder zeigen Menschen und Industrie im Ruhrgebiet, Landschaften am Niederrhein, aber auch Alltag und Freizeit im frühen 20. Jahrhundert.
Wie sieht Arbeit in Zukunft aus? Home-Office oder Remote von einem beliebigen Ort der Welt.? Manueller Schraubendreher oder KI-gesteuerter Roboterarm? Und wer bestimmt, wie gearbeitet wird? Das LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels lädt ab dem 29. März in die Ausstellung „Arbeits(T)räume – ein Zukunftslabor“ Interessierte ein, diesen Fragen auf die Spur zu kommen. In interaktiven Arbeitsräumen gibt es Möglichkeiten zum Austausch, zur Information und zum Ausprobieren.
Demokratie ist nicht zum Zuschauen, sondern zum Mitmachen – unter diesem Motto lädt das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen in die Ausstellung „Spielräume Demokratie“ ein. In der Fabrikantenvilla, dem ehemaligen Wohnsitz der Fabrikherren, begegnen Besucher*innen der Demokratie von heute. Dabei erfahren sie einiges über die Spielräume, die uns Demokratie zum Mitwirken, Gestalten und Zusammenleben bietet – und das auf ganz spielerische Weise.
Ab dem 10. Mai geht es im LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen in der Ausstellung „Von der Wolle“ um die Geschichte von Tieren, Maschinen und Menschen von 1800 bis heute. Wolle war bis etwa 1800 einer der wichtigsten Rohstoffe. Danach kommt es zu Veränderungen in der Wollproduktion und -verarbeitung. In der Schafzucht setzt sich das Merinoschaf durch, was Erfindungen in der verarbeitenden Industrie nach sich zog. Oder war es umgekehrt? In Zeitschnitten werden die Wechselwirkungen zwischen Produktion, ihren technischen Verarbeitungsmöglichkeiten und dem Interesse an der Nutzung durch den Menschen gezeigt.
„Papier! Handgeschöpftes von John Gerard“ lautet der Titel der Ausstellung im LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach. Ab 19. April werden die Werke des in den USA geborenen Künstlers gezeigt, der mit dem Papierschöpfen künstlerische Objekte schafft. Interessierte können zudem auch selber in einer Papierwerkstatt aktiv werden.
Zum Cromforder Museumsfest sind große und kleine Besucher*innen am 5. Juli in das LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen eingeladen. Kreative Mitmach-Angebote, Vorführungen der historischen Spinnmaschinen, Aktionen für Jung und Alt und ein musikalisches Angebot stehen auf dem Programm.
Denkmäler zu pflegen ist eine lohnende Sache, denn schließlich prägen sie die Orte, an denen wir leben – manche von ihnen seit Jahrhunderten. Wie aber kann ein Engagement für Denkmäler aussehen? Wer sich darüber informieren möchte, ist am 15. Oktober zum Rheinischen Tag für Denkmalpflege in Stolberg in den Zinkhütter Hof eingeladen. Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland bietet Vorträge, Ideenbörsen und interessante Informationen.
Einen Einblick in die Welt der Archäologie erhalten die Gäste im LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Titz am 19. September. Bei einem Besuch einer Ausgrabung im Braunkohletagebau gibt es einmalige Einblicke in die Arbeit. In der Außenstelle kann ein eisenzeitliches Dorf besichtigt werden, außerdem kann man Restaurator*innen und Handwerker*innen über die Schulter schauen. Auf Kinder wartet ein buntes Programm.
Bei der „Archäologietour Nordeifel“ des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland startet am 4. Oktober eine Reise in die Vergangenheit der Nordeifel. An ausgewählten Stationen in der Region erläutern Fachleute besondere Bodendenkmäler und laden zu Entdeckungen ein. Interessierte können die Stationen im Rahmen der Busexkursionen oder eigenständig besuchen.
Und auch beim Eichthaler Archäologietag am 21. Juni im LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Overath, geht es um die Lebenswelten der Menschen vor Hunderten und Tausenden von Jahren. Aktuelle archäologische Untersuchungen bieten ebenso spannende Einblicke wie die neuesten Funde. Zahlreiche Angebote laden zum Anschauen, Informieren und Mitmachen ein, darunter auch viele Aktionen für Kinder.
Diese und weitere Tipps und Termine gibt es auch im neuen Rheinland Reiseland. Das Magazin ist per Mail unter rheinlandreiseland@lvr.de kostenfrei erhältlich. Grundsätzlich haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre freien Eintritt in die LVR-Museen.
LVR als Kulturpartner der Kommunen
In 2026 ist der LVR natürlich weiterhin als Partner der Kommunen unterstützend und beratend tätig. Dies geschieht zum Beispiel durch die Regionale Kulturförderung, bei der jährlich über 100 Kulturprojekte im Rheinland fachlich und finanziell gefördert werden.
Und auch in diesem Jahr bietet der LVR mit dem LVR-Mobilitätsfonds allen Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten im LVR-Verbandsgebiet die Erstattung der Fahrtkosten zu den LVR-Museen und den Partnermuseen im LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe. Ein Leitfaden zur Antragstellung, die ausführlichen Förderrichtlinien sowie das Antragsformular finden sich auf der Webseite: https://mobilitaetsfonds.lvr.de
Weitere Informationen unter https://kultur.lvr.de
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Ein zentrales Thema ist in diesem Jahr das fünfjährige Bestehen des Niedergermanischen Limes als UNESCO-Welterbe. So feiert unter anderem der LVR-Archäologische Park Xanten am 13. und 14. Juni ein großes Limesfest. Über 400 Akteur*innen präsentieren mit Vorführungen und Mitmach-Aktionen den Alltag der Legionäre und das zivile Leben an Roms fließender Grenze.
Foto: Axel Thünker DGPh
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Um Hebammen und Geburtshilfe geht es ab dem 22. Februar im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Dann wird nicht nur der Streckhof aus Hanf (Rhein-Sieg-Kreis) sondern auch die Ausstellung rund um die Geburt im ländlichen Raum im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts eröffnet.
Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern
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Mit der Ausstellung „Iconic. Verteidigung der Pressefreiheit und Demokratie seit 1955“, die vom 8. bis 31. Mai im LVR-Niederrheinmuseum zu sehen ist, präsentiert das Haus eine Auswahl von Fotografien, die von 1955 bis 2023 als World Press Photo des Jahres ausgezeichnet wurden und einige der prägendsten Momente der jüngeren Geschichte festgehalten haben.
Foto: Julia Kochetova
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