Pressemeldung
„… Wegleugnen kann man sie nicht.“
Jüdische Frauenvereine – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie
Köln. / Titz-Rödingen. 9. März 2026. „Man mag sich zur Frauenbewegung stellen wie man will: … man kann sie beachten oder man kann sie verachten … aber wegleugnen kann man sie nicht.“ Das schrieb Bertha Pappenheim im Jahre 1987– noch unter ihrem männlichen Pseudonym P. Berthold – in Frankfurt am Main. Im Sommer 1904 gründete sie den Jüdischen Frauenbund – ganz ohne Anregung und Mitarbeit durch männliche Vertreter.
Klara Caro kam 1909 nach Köln. Schon bald wurde sie aktives Mitglied des dortigen traditionsreichen Israelitischen Frauenvereins. Dazu kamen zahlreiche weitere Aktivitäten, so betreute sie seit 1913 die weiblichen jüdischen Gefangenen im Kölner Klingelpütz. 1926 gründete sie den Kölner Ortsverein des Jüdischen Frauenbundes.
Beide Frauen kämpften auf je eigene Weise für Frauenrechte und Mädchenbildung, für eine Stärkung der jüdischen Identität und das Stimm- und Wahlrecht von Frauen inner- und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft.
Dem Thema der jüdischen Frauenvereine und ihrer Gründerinnen widmet sich ein Vortrag von Monika Grübel am Sonntag, 22. März um 15 Uhr im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen, Mühlenend 1, 52445 Titz. Im Vortrag werden Leben und Wirken der beiden Frauen skizziert und die Bedeutung ihrer Vereinsarbeit für die Stärkung von Demokratie und Frauenrechten beleuchtet. Weiter geht es auch um die Frage, wie es ab 1933 weiterging, wie sich das Selbstverständnis und das Engagement der beiden Aktivistinnen in der NS-Zeit veränderte unter immer schwierigeren, lebensbedrohenden Umständen.
Monika Grübel studierte Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und den Universitäten Heidelberg und Köln. Seit 1999 ist sie wissenschaftliche Referentin für rheinisch-jüdische Geschichte beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Leiterin des LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen. Ihre Arbeitsfelder umfassen Filme, Vorträge, Publikationen, Veranstaltungen und Beratungen zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur im Rheinland.
Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt kostet 3 Euro inklusive Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung.
Weitere Informationen finden sich hier: https://synagoge-roedingen.lvr.de
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Bertha Pappenheim gründete 1904 den Jüdischen Frauenbund.
Foto: Gemeinfrei
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Klara Caro gründete 1926 den Kölner Ortsverein des Jüdischen Frauenbundes.
Foto: Susan Cowles
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