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Chancengerechtigkeit für Kinder: Kitas, Integrationszentren und Kommunale Präventionsketten im Rheinland vernetzen sich

Über 70 Netzwerk-Koordinator*innen gegen Kinderarmut, Fachberatungen für die Kindertagesbetreuung und Vertreter*innen Kommunaler Integrationszentren im Rheinland tauschen sich aus / Drei Fragen an Corinna Spanke und Angelina Groß, Fachreferentinnen im LVR-Landesjugendamt Rheinland

Köln. 11. März 2026. Wenn Kinder und Familien Unterstützung brauchen, spielen viele Stellen vor Ort eine Rolle – Kitas, Beratungsangebote, Integrationsarbeit und präventive Angebote gegen die Folgen von Kinderarmut. Damit diese Angebote gut ineinandergreifen, braucht es eine enge Zusammenarbeit in den Kommunen und gut aufeinander abgestimmte Angebote in den Kommunalen Präventionsketten. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei auch die Kommunalen Integrationszentren: Sie unterstützen vor Ort dabei, Familien mit Zuwanderungsgeschichte besser zu erreichen, Bildungswege der Kinder aus den Familien zu begleiten und gleiche Chancen von Anfang an zu fördern – auch schon im Kita-Alter.

Wie diese Integrationsarbeit, die frühkindliche Bildung und die kommunale Armutsprävention noch besser zusammenwirken können, steht im Mittelpunkt des LVR-Netzwerktreffens „Drei Perspektiven – kommunale Kooperation zur Herstellung von Chancengerechtigkeit!“ am 16. März 2026 in Köln. Fachkräfte aus dem Rheinland tauschen sich dort über erfolgreiche Beispiele aus der Praxis aus und entwickeln gemeinsam Ideen, wie Kinder und Familien künftig einfacher Zugang zu Unterstützung finden – unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten.

Im Vorfeld des Treffens haben wir mit Corinna Spanke, Fachreferentin für das Thema Kinderarmut in der LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut und Angelina Groß, Fachreferentin in der Abteilung Schutz von Kindern in Kindertageseinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Qualifizierung beim LVR-Landesjugendamt Rheinland gesprochen. Das Netzwerktreffen wird gemeinsam mit Vertreter*innen aus dem Bereich der Kommunalen Integrationszentren in NRW veranstaltet.

Welche Rolle spielen Kommunale Integrationszentren, Kitas und kommunale Präventionsketten dabei, Kindern und Familien bessere Chancen zu ermöglichen?

Portraitbild Corinna Spanke
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Corinna Spanke, Fachreferentin für das Thema Kinderarmut in der LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut. Foto: Heike Fischer/LVR

Corinna Spanke: Kommunale Integrationszentren und Kitas sind wichtige Bausteine von kommunalen Präventionsketten und damit der Infrastruktur für Chancengerechtigkeit. Kitas leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur frühkindlichen Bildung und sozialen Teilhabe aller Kinder – sie sind häufig der erste institutionelle Bildungsort und damit ein Schlüssel für einen gelingenden Bildungsweg. Die Angebote der Integrationszentren ergänzen diese Arbeit, indem sie Zugänge eröffnen, Familien unterstützen und Strukturen stärken. Kommunale Präventionsketten und Netzwerke gegen Kinderarmut sorgen dafür, dass diese Angebote nicht nebeneinander, sondern systematisch miteinander verzahnt sind und wirken. Gerade diese Vernetzung macht den Unterschied: Sie stellt sicher, dass Informationen, Angebote und Unterstützung dort ankommen, wo sie benötigt werden – und nicht vom Zufall, von individueller Durchsetzungskraft oder von Ressourcen der Familien abhängen.

Viele Hilfsangebote gibt es bereits. Warum ist es trotzdem so wichtig, dass Kitas, Integrationsarbeit und Armutsprävention enger zusammenarbeiten?

Portraitbild Angelina Groß
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Angelina Groß, Fachreferentin in der Abteilung Schutz von Kindern in Kindertageseinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Qualifizierung beim LVR-Landesjugendamt Rheinland. Foto: LVR

Angelina Groß: Die Existenz vieler Angebote allein reicht nicht aus. Chancengerechtigkeit entsteht durch Zugänglichkeit und Wirksamkeit. Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung – unabhängig von sozialer Herkunft, finanzieller Situation oder familiärer Geschichte. Dieses Recht muss sich auch im Alltag realisieren und zeigen. Kinder, die in Armut aufwachsen oder eine Zuwanderungsgeschichte haben, sind nach wie vor überdurchschnittlich häufig von Benachteiligung betroffen – sei es beim Zugang zu Bildungsangeboten, bei Freizeitmöglichkeiten oder in der gesellschaftlichen Teilhabe. Eine enge Zusammenarbeit von Kitas, Integrationsangeboten und Initiativen der Armutsprävention ist daher unverzichtbar. Sie ermöglicht es, Angebote besser aufeinander abzustimmen, Ressourcen zu bündeln, Barrieren abzubauen und Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, mehr Beteiligung zu erreichen sowie Barrieren abzubauen und Inklusion zu ermöglichen. S So werden einzelne Kinder nicht nur „mitgedacht“, sondern alle Kinder haben von Anfang an gleiche Chancen.

Woran merken Familien im Alltag, wenn die Zusammenarbeit vor Ort gut funktioniert?

Corinna Spanke: Die Zusammenarbeit funktioniert gut, wenn Zugänge verlässlich, transparent und unabhängig von Herkunft oder Familieneinkommen gestaltet sind. Wenn nicht der Geldbeutel oder die soziale Position darüber entscheiden, ob ein Kind einen Kita-Platz erhält, an Bildungs- oder Freizeitangeboten teilnehmen kann oder Unterstützung bekommt. Niedrigschwellige Zugänge sind dabei zentral, das heißt: Familien kennen die Angebote vor Ort, verstehen sie und können sie ohne hohe Hürden nutzen – teilweise kostenfrei und ohne komplizierte Antragsverfahren. Kinder haben die Möglichkeit, verschiedene Angebote auszuprobieren, Interessen zu entwickeln und soziale Erfahrungen zu sammeln. Zugleich wissen Familien, dass sie einen Anspruch auf einen Kitaplatz haben und bei Bedarf Unterstützung erhalten – etwa bei sprachlichen Herausforderungen im Anmeldeverfahren oder bei der Orientierung im System. Genau hier zeigt sich, dass kommunale Zusammenarbeit wirksam ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

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