Pressemeldung
Prinz Jonte führt die Polonaise an
In der Siegburger Kita „Kinderburg Veronika Keller“ können alle Kinder teilhaben / Fast ein Viertel der Kinder in der Einrichtung lebt mit Einschränkungen / Ganzheitlicher Blick auf das Kind
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- Bei Jonte dreht sich alles um das Weltall - auch beim Malen. Foto:Till Döring/LVR
Siegburg. 15. April 2026. Das Weltall ist für Jonte das Größte – das erkennt man schon an den Radkappen seines Rollstuhls, auf denen große Raketen zu sehen sind. Vielleicht ist er auch deshalb so konzentriert beim Ausmalen der Planeten und Sterne am Basteltisch in der Siegburger Kita „Kinderburg Veronika Keller“.
Das alles ist nicht selbstverständlich. „Am Anfang fiel es Jonte schwer zu malen“, erzählt Hanna Grunwald-Martin, die den Fachbereich interdisziplinäre Eingliederungshilfe beim Träger der Kita leitet. Fast ein Viertel der 95 Kinder in der Kita haben eine Behinderung. Auch der Fünfjährige lebt mit verschiedenen Einschränkungen in Motorik und Sprache. Doch seit er 2023 in die Kita kam hat sich vieles verändert: „Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Jontes Mutter Janina Ponfickl. „Früher war er verschlossen, hatte Schwierigkeiten mit der Balance und beim Sprechen. Mittlerweile übt er das Laufen an einer Gehhilfe, kann sich sehr gut und altersentsprechend verständigen und ist viel selbstbewusster geworden“, berichtet sie.
Dass die Kita an dieser Entwicklung einen großen Anteil hat, steht für Janina Ponfickl außer Frage. Die fünfgruppige Einrichtung der Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg legt großen Wert auf multiprofessionelle Teams. Kinder werden ganzheitlich betrachtet und chancengerecht behandelt. „Deshalb machen bei uns auch alle Kinder einen Rollstuhlführerschein, lernen Gebärdensprache oder nutzen Bildkartensysteme. Das stärkt das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt“, davon ist Hanna Grunwald-Martin überzeugt. Im interdisziplinären Team der Kinderburg arbeiten auch pädagogische Fachkräfte, die einen logopädischen, physio- oder ergotherapeutischen Hintergrund haben. So kann Jontes motorische Entwicklung im Kita-Alltag gezielt gefördert werden.
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- Jonte ist mittendrin. Foto: Karina Heinz/LVR.
Doch Jonte braucht noch mehr, damit er am Alltag gut teilhaben kann. Bei der Bedarfsermittlung findet das Fallmanagement des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gemeinsam mit den Eltern und ihrem Kind, der Kita sowie weiteren Akteur*innen heraus, was ein Kind hierfür benötigt. Anschließend bewilligt der LVR passgenau die entsprechenden Leistungen. Heute begleitet eine Kita-Assistenz Jonte und die Kinderburg erhält finanzielle Mittel aus der sogenannten Basisleistung I. Mit dieser kann der Träger wahlweise die Gruppenstärke absenken oder zusätzliche Fachkraftstunden einsetzen.
Anderen Kitas, die noch nicht inklusiv arbeiten, wünscht Hanna Grunwald-Martin, dass sie den Mut haben auch Kinder mit Behinderung aufzunehmen. „Auch wenn Kinder mit schwerwiegenden Einschränkungen leben, sind sie für uns in der Kita eine echte Bereicherung. Sie bringen alle dazu, auch mal um die Ecke zu denken – die anderen Kinder und das ganze Team.“
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- "Jonte ist viel selbstbewusster geworden", sagt seine Mutter Janina Ponfickl. Foto: Till Döring/LVR
Mittlerweile fühlt sich Jonte richtig wohl: „Es ist schön zu sehen, wie selbständig und mutig er geworden ist. Jonte hat viele Freunde, mit denen er sich auch außerhalb der Kita verabredet. Er kann überall dabei sein, wenn er möchte und wird nirgendwo ausgeschlossen“, sagt Janina Ponfickl. Ganz im Gegenteil: „In diesem Jahr war ich Karnevalsprinz von der ganzen Kita und habe die Polonaise angeführt“, berichtet Jonte stolz. Die Kinder aller Gruppen hatten ihn gewählt.
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Bei Jonte dreht sich alles um das Weltall - auch beim Malen.
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"Jonte ist viel selbstbewusster geworden", sagt seine Mutter Janina Ponfickl.
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