Pressemeldung
Villa Buth: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
Einladung zum Internationalen Museumstag im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen
Titz-Rödingen. 5. Mai 2026. Mit einem Programm von 11 bis 17 Uhr lädt das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen zu dem diesjährigen Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, ein. Den ganzen Tag gibt es Kaffee und Kuchen.
Um 12 Uhr startet die einstündige Führung „Jüdisches Leben auf dem Land“, bei der die Ausstellung und die Synagoge vorgestellt wird.
Um 14 Uhr beginnt der Vortrag zur Villa Buth. Die repräsentative Villa in Jülich-Kirchberg wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag des Papierfabrikanten Carl Eichhorn errichtet und anschließend von dessen Tochter Clara und deren Ehemann Emil Buth bewohnt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gebäude 1941/1942 zu einem sogenannten Judensammellager umfunktioniert. Mindestens 100 Jüdinnen und Juden aus den Kreisgebieten Jülich, Düren und Erkelenz wurden dort interniert, bevor fast alle von ihnen in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet wurden.
Den Vortrag hält Timo Ohrndorf, Geschichtslehrer am Heilig-Geist-Gymnasium Würselen. Er hat durch diverse Projekte mit seinen Schüler*innen und mit Hilfe anderer Aktivist*innen diesen Teil der Geschichte der Villa erforscht. In Publikationen wurden die Internierten und ihre Schicksale wieder in Erinnerung gerufen. Heute ist die Villa Buth, die seit 1990 als Denkmal eingetragen ist, vom Abriss bedroht.
Ab 15.15 Uhr präsentieren Schüler*innen ihre Projekte: u.a. eine Podcast-Serie sowie Stolpersteinverlegungen. 2017/2018 hat der erste Projektkurs des Heilig-Geist-Gymnasiums die Villa Buth in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, auf das Schicksal der jüdischen Opfer hingewiesen und den Charakter des Baudenkmals als Erinnerungsort hervorgehoben.
2025 haben Schüler*innen die Podcast-Serie „Die Villa Buth zwischen Vergangenheit und Zukunft“ veröffentlicht. Sie setzten sich mit der Frage von Erhalt oder Abriss auseinander, sprachen mit Verantwortlichen, Expert*innen und noch lebenden Zeitzeug*innen. Es ging ihnen auch um die Frage, inwiefern die Villa Buth als authentischer Erinnerungsort dazu beitragen kann, heute gegen Unmenschlichkeit und Antisemitismus zu wirken.
Die Anzahl der Sitzplätze in der Synagoge sind begrenzt.
Adresse: LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen, Mühlenend 1, 52445 Titz-Rödingen.
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