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LVR zeichnet wissenschaftliche Forschung aus

Edith-Ennen-Wissenschaftspreis des LVR geht an Dr. Michelle Rossa und Dr. Sören Pfeiffer

Vier Personen stehen nebeneinander: Links ein Mann, der eine Urkunde hält. Neben ihm eine Frau, die einen Blumestrauß hält. Daneben ein Mann mit einem Blumenstrauß und ganz rechts steht eine Frau mit einer Urkunde in der Hand.
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Bei der Preisverleihung (von rechts nach links): Anne Henk-Hollstein, Dr. Sören Pfeiffer, Dr. Michelle Rossa und Prof. Dr. Michael Schmauder. Foto: Uwe Weiser/LVR.

Köln. 26. Juni 2026. Für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen wurden Dr. Michelle Rossa und Dr. Sören Pfeiffer im Rahmen einer Feierstunde im Landeshaus in Köln mit dem Edith-Ennen-Wissenschaftspreis des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) geehrt.

Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, würdigte in ihrer Begrüßung die Wissenschaftler*innen. Sie machte deutlich, dass die Auszeichnung als Wertschätzung der besonderen Arbeiten junger Nachwuchsforscher*innen zu verstehen ist. „Auch in diesem Jahr haben uns derart viele herausragende Arbeiten erreicht, dass der LVR beschlossen hat, den Preis aufzuteilen“.

Henk-Hollstein hob hervor, dass Dr. Michelle Rossa in ihrer Dissertation „Die römische Ziegelei in Feldkassel. Kölner Jahrb. 56, 2023, 215–525“ die Ausgrabungen einer römischen Produktionsstätte von Bauziegeln in Feldkassel bei Köln-Merkenich ausgewertet und damit eine überzeugende Rekonstruktion und Datierung des komplexen Befundes aus Ziegelöfen, Schlämmbecken, Werkstattbauten, Lagerhallen, Tonlager- und Aufbereitungsgruben vorgelegt habe. Die Analyse erlaube Rückschlüsse auf die Produktionsprozesse vom Tonabbau bis zum Brand sowie dem Vertrieb fertiger Produkte. Durch den überregionalen Vergleich von militärisch und zivil betriebenen Ziegeleien der nördlichen Provinzen des Imperium Romanum sei Rossa zu weit über den bisherigen Forschungsstand hinausreichenden Ergebnissen gelangt. „Die Dissertation von Frau Rossa liefert insofern einen bedeutenden, besonders qualifizierten wissenschaftlichen Beitrag zur rheinischen Landeskunde im Bereich der Archäologie, im Besonderen zur frühen Wirtschafts- und Produktionsgeschichte des Rheinlands in antiker Zeit.“

Zu der Dissertation von Dr. Sören Pfeiffer „Bildsprache und Nutzungskontexte des rheinischen Steinzeugs in der Frühen Neuzeit“ führte Henk-Hollstein aus, dass damit erstmals eine Sammlung rheinischer Keramik, vornehmlich aus einer Siegburger Produktion, untersucht worden sei. „Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die floralen und heraldischen Darstellungen auf dem im Rheinland hergestellten keramischen Steinzeug. In vielen Fällen gelingt die Identifizierung von Motiven und Bildinhalten, so dass durch Vergleich mit möglichen Vorlagen aus zeitgenössischen Quellen die abgebildeten Wappen konkreten Personen oder Familien vor allem aus dem rheinischen Adel zugewiesen werden können“, erklärte die Vorsitzende der Landschaftsversammlung. Auch Blütenmotive seien auf ihre symbolische Bedeutung bewertet worden, die beispielsweise auf christliche Themen hinweisen oder Themen wie Schönheit und Liebe vermitteln würden. Darüber hinaus werden über die reine Nutzung als Trinkgefäß hinausgehende und bislang kaum behandelte mediale Funktionen des Steinzeugs herausgearbeitet, wie sie etwa in diplomatischem Kontext verortet waren. Die Dissertation liefere damit einen relevanten Beitrag zum Verständnis frühneuzeitlicher Bilddeutungen auf der in ganz Europa verbreiteten rheinischen Keramik. Pfeiffer setze richtungsweisende Impulse für die vergleichsweise junge Fachrichtung der Archäologie der Neuzeit und die rheinische Keramikforschung.

Die beiden Ausgezeichneten dankten dem LVR für die Würdigung und vertieften ihre Untersuchungen in anschließenden Vorträgen.


Mit der Verleihung des Edith-Ennen-Wissenschaftspreises des LVR ehrt der LVR insbesondere Arbeiten zu Themen der Geschichte, vorzugsweise der Regional- und Landesgeschichte im Rheinland, außerdem zu den Themenfeldern Heimatpflege, Volkskunde / Empirische Kulturwissenschaft, Archäologie / Bodendenkmalpflege, Geowissenschaften, Kulturlandschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz, Musikwissenschaft, Sprach- und Literaturwissenschaft.

Der Preis erinnert an die deutsche Historikerin und Archivarin Edith Ennen (1907-1999), die wegweisende Forschungen zur europäischen Stadtgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit erarbeitet hat. Weitere Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit waren die Geschichte der Frauen im Mittelalter und die rheinische Landesgeschichte vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und kann an zwei Personen zugleich vergeben werden; in diesen Fällen wird das Preisgeld geteilt.

Weitere Informationen zu Edith Ennen unter https//:rheinische-geschichte.lvr.de

Informationen zu den Ehrungen und Preisen des LVR unter: https//:www.rheinland-ausgezeichnet.lvr.de .

Pressekontakt:

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Birgit Ströter

Telefon

workTelefon:
0221 809-7711

E-Mail

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