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Eine spannende Rundreise durch die Zeiten

Die Archäologietour Nordeifel des LVR präsentiert besondere Orte

Nordeifel/Dahlem. 25. September 2014. Bereits zum achten Mal findet die Archäologietour Nordeifel statt, zu der der LVR und die beteiligten Kommunen am Sonntag, 5. Oktober von 10 bis 18 Uhr in den Kreis Euskirchen einladen. Im Jahreskalender der Eifel gehört die Rundreise inzwischen mit regelmäßig mehreren Tausend Gästen zu den Höhepunkten. Auch in diesem Jahr werden von 10 bis 18 Uhr sieben Denkmäler aus unterschiedlichen Zeiten vorgestellt.

Säulengang
Von der ehemals repräsentativen Römervilla in Blankenheim wurde der vorgelagerte offene Säulengang mit modernen Materialien rekonstruiert. Die Gäste bekommen so einen Eindruck davon, wie imposant das Landgut in römischer Zeit gewesen ist. Foto: Ulrike Müssemeier / LVR

Sieben Stationen aus unterschiedlichen Zeiten

Die kürzlich eröffnete Teilrekonstruktion der Römervilla von Blankenheim ist sicherlich das Highlight der diesjährigen Tour. Die über 60 Meter lange, mit rostfarbenem Stahl nachgebaute Säulenvorhalle des Hauptgebäudes („porticus") lässt erahnen, wie imposant die Villa in römischer Zeit gewirkt haben muss. Im Gelände ist die Struktur des gesamten Landgutes sichtbar gemacht, zwei große Glasplatten im Boden erlauben als „archäologische Fenster" einen Blick in die freigelegten Fundamente zweier Räume des Haupthauses.

Soldaten mit Schildern auf einem Feld
Römische Legionäre werden am spätantiken Kleinkastell im Archäologischen Landschaftspark Nettersheim ihre Ausrüstung vorführen. Foto: Gemeinde Nettersheim

An die Römerzeit erinnert auch das Kleinkastell in Nettersheim. Hier überquerte damals die römische Fernstraße von Köln nach Trier das Flüsschen Urft. Die Römer bauten in den unruhigen Zeiten des 4. Jahrhunderts an dieser Stelle diese Wachstation, um den Urftübergang und somit den Zugang zur Siedlung Marcomagus auf der anderen Seite zu kontrollieren. Das Kleinkastell kann durch eine Teilrekonstruktion der Mauern nachempfunden werden. Die Ausgrabungen an diesem, auch von Handwerkern belegten Platz werden erläutert, römische Soldaten präsentieren ihre Rüstung und ihr Gepäck.

Passend zum Römerjahr im Rheinland präsentiert die Stadt Mechernich einen Schutzbau an einem Teilstück der berühmten Wasserleitung nach Köln. Der rund 98 Kilometer lange Römerkanal versorgte vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. die römische Provinzhauptstadt täglich mit bis zu 20 Millionen Liter Trinkwasser aus der Eifel. Die Gefälleleitung gilt als ein Meisterwerk der römischen Ingenieurskunst. Das beim Straßenbau angeschnittene Teilstück bei Breitenbenden zeigt mehrere Details, die einen Einblick in die Bautechnik geben. Neben Erläuterungen durch Archäologen gibt es einen Blick in das unterirdische Bauwerk mittels Kanal-TV sowie Aktionen für Kinder.

Mit der Schlosskirche von Schleiden wird auch in diesem Jahr ein Denkmal präsentiert, das seinen Ursprung im Mittelalter hat. Im 13. Jahrhundert ließen die Herren von Schleiden eine Familienkapelle errichten, die Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag des Adelsgeschlechts von Manderscheid zur heutigen dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche mit Netz- und Sterngewölben ausgebaut wurde. Der Chor aus dem 14. Jahrhundert ist erhalten geblieben. Die Stirnseiten beider Seitenschiffe beherbergen wertvolle Fensterglasgemälde aus dem Jahre 1535. Anziehungspunkt im Kircheninneren ist der schwarze Marmorsarkophag der Sibylla von Hohenzollern. Die historische König-Orgel aus dem Jahre 1770 mit einem Gehäuse im prunkvollen Rokokostil verfügt über 30 Register.

Wie im Vorjahr wird ein jüdischer Friedhof vorgestellt, diesmal in Bad Münstereifel. Nach dem Ende des in Religionsfragen liberalen Herzogtums Jülich kam es in Münstereifel zu einem vermehrten Zuzug jüdischer Familien, die sich ab 1847 immer stärker assimilierten. Der Friedhof im Quecken wurde 1823 offizieller Begräbnisplatz; er wurde bis 1932 genutzt. Die Grabsteine und ihre Inschriften sind durch das Salomon-Steinheim-Institut vorbildlich im Internet dokumentiert. Die Belegung des Friedhofes erforscht das Stadtarchiv Bad Münstereifel. Friedhofsführungen für Erwachsene gibt es um 10 und 12 Uhr, für Kinder um 15 Uhr. Eine Märchenerzählerin liest jüdische Märchen und Legenden.

Anlässlich des Gedenkjahres zum Ersten Weltkrieg wird in Dahlem eine militärisch bedeutsame Eisenbahnlinie aus dieser Zeit vorgestellt. Die sogenannte „Vennquerbahn" brachte Soldaten und Kriegsgerät in die Nähe der belgischen Grenze. Wenngleich die Schienen inzwischen beseitigt wurden – die Trasse der Vennquerbahn bleibt als historisches Zeugnis erhalten, denn sie wird derzeit zum Radweg umgebaut. Sichtbar sind noch das heute in Privateigentum befindliche Bahnhofsgebäude Kronenburg, einige Telegrafenmasten und ein original erhaltener Kasten mit dem Streckentelefon. Kenner der Eifeler Bahngeschichte erläutern die strategische Bedeutung dieser Strecke.

Als jüngste geschichtlich bedeutsame Relikte werden in Hellenthal Höckerlinien und Panzergräben des Westwalls aus dem Zweiten Weltkrieg präsentiert. Hier, in Sichtweite der Grenze zu Belgien, war einer der Ausgangspunkte der „Ardennenoffensive". Dieser Feldzug war der letzte, groß angelegte Versuch Nazi-Deutschlands, den Westalliierten eine kriegswendende Niederlage zuzufügen. Ziel war die Rückeroberung des Hafens von Antwerpen, um den alliierten Nachschub zu unterbrechen. Ihren Ausgang nahm diese, auf allen Seiten verlustreiche Militäroperation zwischen Hellenthal und Bitburg am frühen Morgen des 16. Dezember 1944. Bereits Ende Januar 1945 war durch die amerikanische Gegenoffensive der ursprüngliche Frontverlauf wieder hergestellt. Der Gedenkstein am „Hollerather Knie" ist Ausgangspunkt für die Führungen zu den Relikten. Für die Jüngsten gibt es eine Spurensuche mit kindgerechten Erläuterungen.

Karte
Die grünen Symbole stehen für die sieben Stationen der Archäologietour Nordeifel 2014. Karte: LVR

Rahmenprogramm

An allen Stationen der Rundreise stehen Mitmachangebote für Groß und Klein auf dem Programm, für das leibliche Wohl sorgen örtliche Vereinet. Eine Anmeldung für den Besuch ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Die Besucherinnen und Besucher können individuell anreisen. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Teilnahme an ganztägigen Busexkursionen. Anmeldung bei der Touristinformation Oberes Kylltal, Burgberg 22, 54589 Stadtkyll,

Tel. 06597 2878 oder info@obereskylltal.info

Die Teilnahme kostet 12,50 Euro.

Die Erreichbarkeit der Infopunkte der sieben Stationen ist für gehbehinderte Menschen geländebedingt unterschiedlich gut möglich und im Faltblatt kenntlich gemacht. Festes Schuhwerk ist in jedem Fall angeraten.

Unterstützung nun auch durch den Eifelverein

Die Archäologietour – inzwischen im achten Jahr – wird veranstaltet vom LVR und den beteiligten Kommunen im Kreis Euskirchen. Die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen unterstützt die Rundreise finanziell. Weitere Kooperationspartner sind bereits seit Jahren Eifel-Tourismus und Nordeifel-Tourismus sowie die Busgesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK). Medienpartner ist seit Beginn die Kölnische Rundschau. Ab diesem Jahr gehört auch der Eifelverein zu den Partnern der Archäologietour Nordeifel. Schon seit Jahren wirken Mitglieder des Eifelvereins bei der Archäologietour als Busbegleiter aktiv mit. Die nun auch offiziell vereinbarte Partnerschaft wird die Zusammenarbeit intensivieren.

Bilder zum Download

  1. rekonstruierter, vorgelagerter offener Säulengang
  2. Soldaten auf Feld
  3. Karte mit marierten Stationen

    Plan Archäologietour

    Download Bild (JPG, 2,55 MB)

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