Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation
Erfahren Sie alles über die Auswirkungen der unterschiedlichen Hörschädigungen, unsere flexiblen Gebärdensysteme sowie den schulinternen Gebärdenspeicher.
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Das Hören ist unser wichtigstes Tor zur Welt der Sprache und des zwischenmenschlichen Austauschs. Wenn ein Kind schlecht hört oder gehörlos ist, hat das direkte Auswirkungen auf seine gesamte Entwicklung. Als spezialisierte Förderschule schaffen wir die Rahmenbedingungen, um Kommunikations- und Bildungsprozesse trotz Hörschädigung bestmöglich zu gestalten.
Eine Hörschädigung betrifft nie nur das Ohr allein – sie beeinflusst das gesamte Leben eines heranwachsenden Menschen. Die Auswirkungen zeigen sich meist in drei großen Bereichen:
Warum schnelle Hilfe entscheidend ist: Ein Kind, das von Geburt an schlecht hört, verpasst von Anfang an elementare Spracheindrücke. Deshalb gilt: Je früher die Hörschädigung erkannt wird, je schneller die technische Versorgung mit passenden Hörhilfen erfolgt und je eher eine gezielte Frühförderung ansetzt, desto besser sind die Chancen auf eine glückliche, altersgerechte Entwicklung. Das wird im Video der Deutschen Gehörlosenjugend illustrativ erklärt:
An der LVR-Max-Ernst-Schule holen wir jedes Kind dort ab, wo es kommunikativ steht. Lässt sich das Sprachverständnis trotz moderner Hörgeräte oder Cochlea-Implantate (CI) nicht ausreichend über das Gehör aufbauen, nutzen wir visuell-gestische Kommunikationsmittel.
Unsere Lehrkräfte beherrschen die verschiedenen gebärdensprachlichen Systeme und passen die Unterrichtssprache flexibel an die Bedürfnisse der jeweiligen Klasse an:
Die Verbindung von Lautsprache und Gebärden kann
Da unsere Schriftsprache auf Lauten basiert (wir ordnen Buchstaben bestimmten Klängen zu), stehen hörgeschädigte Kinder beim Schreibenlernen vor einer enormen Hürde. Wenn man Laute nicht oder nur verzerrt hört, fällt dieser logische Schritt schwer. Unsere Lehrkräfte nutzen die visuell-gestischen Gebärdensysteme hier als Brücke, um den Schriftspracherwerb erfolgreich zu unterstützen.
Grundsätzlich unterscheidet man im Schulalltag nach dem Grad und der Ursache des Hörverlusts:
Die Schallleitungsschwerhörigkeit ist durch eine Funktionsstörung des Außen- und/oder Mittelohres begründet. Der Höreindruck wird in solchen Fällen gedämpft. Das Hören ist über den gesamten Frequenzbereich noch möglich. Es kommt zu Höreinbußen in der Lautstärke (Quantität).
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit wird auch als Innenohrschwerhörigkeit bezeichnet. Betroffen sind das Innenohr, die Nervenbahnen und/oder das Hörzentrum. Frequenzbereiche fallen aus; dadurch entstehen Verzerrungen oder auch Teilausfälle beim Hören. Oftmals ist der Hochtonbereich stärker betroffen als der Tieftonbereich. Sowohl das Sprachverständnis als auch die aktive Sprache (Wortschatz, Satzstruktur, Artikulation, Sprechmelodie) werden in der Entwicklung beeinträchtigt.
Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit können kombiniert auftreten.
Der Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation umfasst nicht nur periphere Hörschädigungen (wie Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit), sondern ausdrücklich auch die Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS).
Das Krankheitsbild kurz erklärt: Bei einer AVWS ist das periphere Hören – also das Organ Ohr selbst – vollkommen gesund. Die Beeinträchtigung liegt bei der Weiterleitung und Verarbeitung der Schallreize im Gehirn. Das bedeutet: Betroffene Kinder und Jugendliche hören Gesprochenes zwar akustisch laut genug, ihr Gehirn kann die Signale jedoch nicht oder nur teilweise korrekt verarbeiten und abspeichern.
Da die auditive Verarbeitung aus vielen verschiedenen Teilleistungen besteht, zeigen betroffene Schüler*innen ein sehr komplexes und individuell ausgeprägtes Erscheinungsbild.
Probleme können in unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen auftreten, wie beispielsweise bei der:
Eine erfolgreiche Unterstützung setzt eine sichere Diagnose voraus. Hier greifen medizinische und pädagogische Abklärungen Hand in Hand:
Folgende Anzeichen können Hinweise auf eine Hörschädigung sein:
Ihr Kind
Wenn Sie solche Anzeichen bei Ihrem Kind bemerken, wenden Sie sich an eine Fachpraxis für Hals-Nasen-Ohren und an unsere Frühförderstelle .
Trotz des Neugeborenenscreenings und regelmäßiger medizinischer Untersuchungen im Kindesalter kommt es immer noch vor, dass eine Hörschädigung erst in der Schule auffällt.
Anzeichen für eine Hörschädigung können sein: