Ausgrabungen des mittelalterlichen Goldschmiedeviertels
Köln war neben Paris eines der bedeutendsten Zentren mittelalterlicher Goldschmiedekunst in Europa.
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Innerhalb der Stadt siedelten sich die Goldschmiede gern in bevorzugter Lage in der Nähe von Domkirche, Alter Markt und Rathaus an. Davon zeugt noch heute der Name der Straße Unter Goldschmied, abgeleitet vom lateinischen Inter Aurifabres, an die MiQua angrenzt.
Wenig verwunderlich also, dass die Archäolog*innen während der Ausgrabungen im Bereich des Rathausplatzes die Keller mehrerer Häuser freilegen konnten, die nach Ausweis der schriftlichen Quellen im Mittelalter von christlichen Goldschmieden bewohnt waren. Für sie besonders spannend: an den Mauern lässt sich die wechselvolle Geschichte der Häuser noch heute wie aus einem Buch ablesen.
So gehen die Keller im Wesentlichen bis in das zwölfte Jahrhundert zurück, doch integrierten die Bauhandwerker römisches Mauerwerk, wenn sie darauf stießen. In der Folge wurden die Räume immer wieder umgebaut. Die jüngsten Bauspuren und Funde reichen bis in das Jahr 1943, das Jahr, in dem die Häuser während der alliierten Luftangriffe zerstört wurden. So lässt sich die 2000-jährige Geschichte des Rathausplatzes manchmal im Keller eines einzigen Hauses nachvollziehen.
Kostbare Funde von goldenen Fingerringen, farbigen Emaille und silbernen Gürtelbeschlägen zeugen von der hohen Kunstfertigkeit der Goldschmiede. Funde von Gussformen und –tiegeln, Schlacken oder halbfertigen Goldschmiedeprodukten belegen Werkstätten und liefern einen anschaulichen Einblick in das mittelalterliche Handwerk.
Für die Archäolog*innen überraschend war, dass ein nicht geringer Teil dieser charakteristischen Funde des Goldschmiedehandwerks aus Zusammenhängen stammt, die eindeutig jüdisch sind. So entsteht ein völlig neues Bild der mittelalterlichen Goldschmiede in Köln, denn sie belegen, dass neben den christlichen auch jüdische Handwerker*innen in diesem Beruf tätig waren. Obwohl die jüdischen Goldschmiede nicht in den Gaffeln organisiert waren, lässt die enge räumliche Nähe entsprechende Verbindungen vermuten.
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