Forschung zu Praetoria – römische Statthalterpaläste

Der ehemalige Sitz der römischen Administrative befindet sich am Ort des heutigen Kölner Rathauses.

Rekonstruktion des Praetoriums. Im Boden ist das Fundament zu sehen, das in den Ausgrabungen von MiQua zu sehen ist. Die Wände werden nach oben hin digital nachgezogen, sodass der römische Stadthalterpalast digital rekonstruiert wird. Oben hat der Palast ein Dach aus roten Ziegeln und weiße Wände.

Der Statthalter: Vertreter des Kaisers in der römischen Provinz

In den Provinzen des Imperium Romanum waren die großen Heeresverbände stationiert. Dort übernahmen Statthalter als höchste Vertreter der römischen Herrschaft die militärische Leitung. Der Statthalter einer solchen Provinz war ebenso für die Zivilverwaltung verantwortlich, es sei denn, dies wurde von den Städten übernommen.

Eine Skizze eines Porträts eines römischen Statthalters. Er trägt eine Toga.
Fiktive Skizze eines römischen Statthalters

Praetoria: Residenzen der Statthalter

An dem Ort, an dem der Statthalter seine Residenz dauerhaft einrichtete, befand sich das administrative Zentrum einer Provinz. Der Statthalterpalast war nicht nur Amtssitz, sondern in der Regel auch Wohnsitz, so dass zahlreiche Raumeinheiten mit ganz verschiedenen Funktionen benötigt wurden.

Eine Rekonstruktion des Kölner Praetoriums zeigt den gesamten Palast aus einer seitlichen Ansicht von oben. Das Dach wurde mit orangenen Ziegeln rekonstruiert, die Mauern sind weiß.
Rekonstruktion des spätantiken Praetoriums

Forschung rund um das Kölner Praetorium

Das Kölner Praetorium ist außerordentlich gut erforscht. Es besitzt vier Bauphasen aus der Zeit des ersten bis vierten Jahrhunderts und war danach vermutlich noch bis in die Karolingerzeit in Benutzung. Weitere Praetoria sind aus den Donau- und östlichen Mittelmeerprovinzen bekannt.

Eine Übersichtskarte zur römischen Provinz Niedergermanien. In der Karte sind die Orte Nijmegen, Xanten, Neuss, Köln, Tongeren und Bonn gekennzeichnet.
Rekonstruktion des Kölner Praetoriums
Das Praetorium von Köln – spannend zu erforschen, spannend zu erklären.
Ein Mann mit weißem Haar und kurzem Bart sitzt vor einer Backsteinfassade.

Prof. Dr. Sebastian Ristow

Kurator für die Archäologie des 1. Jahrtausends

Der Standort des Kölner Praetoriums

Bei der Wahl des Standortes für den Statthaltersitz spielten verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • günstige Verkehrsverbindungen, etwa die Lage am Meer oder an Flüssen und

  • die Aufstellung und Handlungsfähigkeit des Militärs in den unterschiedlichen Bereichen der Provinz.

Köln lag im Zentrum der Rheingrenze. Über Straßen und den Fluss besaß es eine sehr gute Infrastruktur. Von hier aus konnten die Römer die Provinz, sowie das nichtrömische, rechtsrheinische Germanien, wirksam kontrollieren.

Eine Karte die den Verlauf der Grenze die Niedergermanischen Limes zeigt.
Karte des Niedergermanischen Limes

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