Die Baugeschichte des MiQua

Verfolgen Sie hier, wie aus der Baustelle das Museum MiQua entsteht.

Eine Gebäude mit einer weißen Steinfassade.  Ein Baugerüst ist zu sehen.

Ausgrabungen – Archäologische Entdeckungen

Die Planungsphase

Archäologische Grabungen

Tiefbau

Hochbau und technische Installationen

Herausforderungen und Verzögerungen

Fertigstellung des Museums

Die Anfänge – Archäologische Entdeckungen (1950er bis 1990er Jahre)

Bereits in den 1950er Jahren begannen erste archäologische Ausgrabungen im Bereich des Kölner Rathausplatzes, bei denen Überreste des römischen Praetoriums, des mittelalterlichen jüdischen Viertels und des christlichen Goldschmiedeviertels entdeckt wurden. Die archäologischen Schichten illustrieren die gesamte 2000-jährige Stadtgeschichte und die städtebauliche Entwicklung des Kölner Rathausviertels. Sie legten den Grundstein für die Idee eines Museums, das diese Schätze zugänglich macht. Mit dem Neubau des Rathauses, des Spanischen Baus, wurde der nördliche Teil des römischen Praetoriums ab 1960 unterirdisch zugänglich gemacht.

Ab den 1990er Jahren wollte man die archäologischen Entdeckungen um das Praetorium und das mittelalterliche jüdische Viertel in ein größeres Museum integrieren. Das Konzept sah die Verbindung dieses erweiterten archäologischen Rundgangs durch 2000 Jahre Stadtgeschichte mit dem Neubau eines Jüdischen Museums vor.

Schwarz-Weiß-Foto einer archäologischen Ausgrabung – Die Aufnahme zeigt die freigelegten Überreste einer historischen Gebäudestruktur. In der Mitte ist eine kreisförmige Mauer zu erkennen, umgeben von rechteckigen Fundamenten und Mauern aus Stein. Der Boden ist uneben und von Erdschichten durchzogen. Verschiedene Gräben, freigelegte Mauerreste und Werkzeuge der Archäologen deuten auf eine laufende Untersuchung hin.
Archäologische Ausgrabungen im Bereich des Kölner Rathausplatzes in den 1950er Jahren

Die Planungsphase (ab 2006)

Im Jahr 2006 begann die offizielle Planung des Museums unter dem Namen „Archäologische Zone und Jüdisches Museum Köln“. Der entscheidende Meilenstein war der Abschluss eines internationalen Architekturwettbewerbs 2008, den das Architekturbüro Wandel Lorch Götze Wach gewann. Ihr Entwurf überzeugte durch die innovative Verbindung einer modernen Museumsarchitektur mit den archäologischen Funden. Dabei funktioniert das Museumsgebäude wie ein großer, hallenartiger Schutzbau über der Archäologie. Der Museumsbau überdeckt das Gemeindezentrum der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde. Andere Grabungsbereiche im Norden werden vom Spanischen Bau überdeckt, im Süden von einer Betondecke. Die Planungsphase war geprägt von der Ausarbeitung eines umfassenden Konzeptes, das sowohl den Schutz der archäologischen Denkmäler als auch eine moderne Ausstellungstechnologie gewährleisten sollte.

Archäologische Grabungen (ab 2007) und Tiefbau (ab 2017)

Vor dem Baubeginn und den Tiefbauarbeiten wurden bereits große Bereiche der archäologischen Befunde testweise ab 2007 freigelegt. Damit konnten Informationen über den Baugrund und die nötigen Gründungsarbeiten und die Baustatik gewonnen werden. Ab 2014 wurde die schon freigelegte Archäologie gesichert und dann alles mit Sand verfüllt. Rund 5.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, um Platz für die unterirdischen Ausstellungsräume und den Besucherrundgang zu schaffen. Die Sicherung der Fundamente erfolgte durch den Einsatz von 393 Bohrpfählen, die bis zu 36 Meter in den Boden reichten. Sie fassen den archäologischen Rundgang mittels einer verschnittenen Bohrpfahlwand ein. Diese Phase war entscheidend, um die Stabilität der Konstruktion zu gewährleisten, Wassereinbruch zu verhindern und den Schutz der empfindlichen Denkmäler zu sichern.

Womit wurden die Grabungen beim Bau geschützt?

Die beeindruckenden Ausgrabungen mussten während des Baus des Museums vor schweren Baugeräten geschützt werden. Sehen Sie im Video, wie dies getan wurde, und wie der größte Staubsauger Kölns zum Einsatz kam.

Was macht den Museumsneubau standfest?

Der Großteil des MiQua befindet sich unterirdisch. Im Video sehen Sie, wie die archäologische Ebene für den darüber entstehenden Museumsneubau gesichert wurde.

Hochbau und technische Installationen (2018 bis 2021)

Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten begann die Errichtung der sichtbaren Struktur. Das Rautentragwerk, eine einzigartige Konstruktion aus Stahlrauten, bildet ein markantes visuelles Element des Museums. Es ist Teil einer Stahlfachwerkkonstruktion, die die gesamte Statik des Gebäudes aufnimmt und im Gebäudeinneren weitere Stützen überflüssig macht. Die Fassade wird als sogenannte Vorhangfassade aus Natursteinplatten gefertigt und auf das Stahlfachwerk montiert. Die Beleuchtung des Gebäudes erfolgt über transluzente und durchsichtige Glaselemente im Erdgeschossbereich sowie über vertikale Fensterbänder im Obergeschoss. Damit sind auch Einblicke von außen in die archäologischen Schichten möglich. Die technischen Installationen sind überaus beeindruckend: allein 19,2 Kilometer Elektroinstallationen und 6,6 Kilometer Heizungsrohre wurden verlegt, um eine optimale Klimatisierung und Beleuchtung zu garantieren. Die Grundsteinlegung erfolgte 2018, parallel zur Fertigstellung der ersten Betonarbeiten.

Herausforderungen und Verzögerungen (2021 bis 2024)

Die Bauarbeiten stießen auf zahlreiche Probleme, die der Komplexität des Baugrundes und der Baukonstruktion geschuldet sind. So verzögerten sich die Stahlbauarbeiten erheblich und machten zwischenzeitlich eine Neuausschreibung des Gewerkes nötig. Die Arbeiten an der Elektro- und Nachrichtentechnik führten ebenfalls zu gravierenden Verzögerungen und Nachbesserungen. Zudem stiegen die Baukosten von ursprünglich 51,8 Millionen Euro auf inzwischen 190 Millionen Euro an.

Die Anforderungen an den unterirdischen Ausstellungsbereich sind allerdings auch sehr hoch und komplex. So wird der Besuch des Museums vollständig barrierefrei möglich sein. Die Verbindung des neuen Museumsbereichs im Süden mit dem Jüdischen Viertel und dem älteren Bereich des Praetoriums ist nun eine organisch gewachsene Inszenierung von 2000 Jahren Stadtgeschichte. Zudem wird die Ausstellung nahtlos in diesen mehr als 600 m langen Museumsrundgang eingepasst – mit Vitrinen, analogen und digitalen Modellen, Rekonstruktionen, Großgrafiken, Mitmachstationen für alle Sinne und vielem mehr. Dazu kommt ein Museumspädagogisches Zentrum im Spanischen Bau, das über einen direkten Zugang zur Ausstellung verfügt.

Wie die Stahlkonstruktion des MiQua funktioniert

Der Film zeigt, wie der imposante Stahlbau des Museums MiQua konstruiert ist.

Aktueller Stand und Ausblick (2025 bis 2029)

Bis 2024 wurde die oberirdische Stahlkonstruktion fertiggestellt. Die Eröffnungsperspektive sieht vor, dass das Gebäude Ende 2028 von der Bauherrin, der Stadt Köln, an den LVR übergeben wird. Nach einer Testphase soll das Museum 2029 eröffnet werden. In dieser Testphase sollen insbesondere die klimatischen Bedingungen und die Klimastabilität des Museums getestet und eingestellt werden.

Der Stand der Baustelle im Film: Januar 2025

Möchten Sie wissen, welche Fortschritte es auf der Baustelle des Museums MiQua auf dem Kölner Rathausplatz gibt? Mittlerweile ist das Gebäude mit anthrazitfarbenen Wärmedeckplatten verkleidet. Im Video sehen Sie den Baufortschritt im Januar 2025.

Der Stand der Baustelle im Film: Februar 2025

Am 14. Februar simulierten die Höhenretter der Kölner Feuerwehr auf der MiQua-Baustelle eine Rettung aus engen Gängen und dem Obergeschoss. Mit Seilen und speziellen Techniken meisterten sie die Herausforderung – ein wichtiger Test für Notfälle auf der Baustelle.

Der Stand der Baustelle im Film: März 2025

Im März 2025 sind die Arbeiten am Dach in vollem Gange. Im Video erfahren Sie mehr zum Baustellenfortschritt.

Der Stand der Baustelle im Film: September 2025

Seit September 2025 sind die ersten Natursteinplatten aus hellem Sandstein an der Fassade sichtbar. Im Video erhalten Sie weitere Einblicke zum Baustellenfortschritt.

Der Stand der Baustelle im Film: November 2025

Im November 2025 ist die Südseite des Museums fast vollständig mit der Natursteinfassade aus Baumberger Sandstein verkleidet.