Pressemeldung
Newsletter Soziales, Ausgabe Februar 2026
Übersicht
- 1. Martina Zsack-Möllmann ist Vorsitzende des Sozialausschusses
- 2. Zwei neue Fachbereichsleitungen im Dezernat Soziales
- 3. Infoveranstaltung zu neuen Standards für Pflegefamilien in der Eingliederungshilfe
- 4. Agenda 2030: Transformationsprogramm des LVR-Dezernats Soziales startet
- 5. Teilhabeverfahrensbericht 2025 veröffentlicht
- 6. Neue Publikationen: Fachinformation Einkommen und Vermögen in aktualisierter Fassung
- 7. Neuer Film informiert über Arbeitsleben in der Werkstatt
1. Martina Zsack-Möllmann ist Vorsitzende des Sozialausschusses
In ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl hat die Landschaftsversammlung Rheinland Martina Zsack-Möllmann (Bündnis 90/Die Grünen) aus Solingen erneut zur Vorsitzenden des Sozialausschusses gewählt. Sie hat das Amt seit dem 29. September 2014 inne. Damit übernimmt sie für weitere fünf Jahre die politische Leitung eines der zentralen Gremien für soziale Belange im Rheinland. Zsack-Möllmann vertritt die Stadt Solingen im „Rheinischen Rat“, der sich aus 140 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzt. An der Spitze der Landschaftsversammlung steht Anne Henk-Hollstein (CDU) aus Köln als Vorsitzende. Ihre Stellvertreter*innen im „Rheinischen Rat“ sind Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (SPD), Elfi Scho-Antwerpes (SPD) und Karin Schmitt-Promny M.A. (Bündnis 90/Die Grünen).
In den Ausschüssen des LVR werden wichtige Weichenstellungen zur sozialen Teilhabe, zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung sowie zu sozialen Diensten und Angeboten, beraten und vorbereitet. Die Neuwahl aller Ausschussvorsitzenden bildet damit einen bedeutenden Schritt für die Arbeit des LVR in der neuen Wahlperiode.
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2. Zwei neue Fachbereichsleitungen im Dezernat Soziales
Im Dezernat Soziales gibt es personelle Veränderungen in zwei zentralen Fachbereichen: Christian Mannott hat zum 1. August 2025 die Leitung des Fachbereichs 71 Ressourcen übernommen. Seit Anfang des Jahres führt außerdem Annika Offermann den Fachbereich 73 Eingliederungshilfe II.
Christian Mannott folgt als Fachbereichsleiter 71 auf Claudia Manns. Mannott ist seit vielen Jahren beim LVR tätig und bringt umfassende Erfahrung aus den Bereichen IT und Verwaltungssteuerung mit. Unter anderem war er maßgeblich an der Weiterentwicklung der LVR-IT-Landschaft beteiligt und wirkte im Großprojekt SherpA mit, das die technischen Grundlagen für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes legte. Künftig wird er im Fachbereich 71 insbesondere Themen wie Digitalisierung, Prozessoptimierung und den strategischen Einsatz neuer Technologien weiter vorantreiben.
Annika Offermann hat bereits im Oktober 2025 gemeinsam mit Dr. Dieter Schartmann die Leitung des Fachbereichs 73 übernommen. Mit dem Jahreswechsel hat sie nun die Verantwortung vollständig übernommen. Offermann ist seit mehr als 30 Jahren Teil des Landschaftsverbands Rheinland und verfügt über langjährige Erfahrung in der Eingliederungshilfe. Bereits von 2011 bis 2017 leitete sie im Dezernat 7 eine Abteilung im Fachbereich 73. Danach war sie im Dezernat 8 tätig. Nun ist sie in den Bereich der Eingliederungshilfe zurückgekehrt.
Ihre beiden Vorgänger*innen Claudia Manns und Dr. Dieter Schartmann wurden Ende 2025 innerhalb einer Feierstunde offiziell durch LVR-Sozialdezernent Dirk Rist in den Ruhestand verabschiedet. Claudia Manns war sechs Jahre, Dr. Dieter Schartmann 27 Jahre für den LVR tätig.
3. Infoveranstaltung zu neuen Standards für Pflegefamilien in der Eingliederungshilfe
Am 10. Dezember 2025 hat die Gemeinsame Kommission SGB IX NRW landeseinheitliche Leistungs-, Vergütungs- und Qualitätsstandards für die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Pflegefamilien in der Eingliederungshilfe verabschiedet. Die Vereinbarungen wurden in mehrjährigen Verhandlungen unter Beteiligung auch von Praxisvertreter*innen erarbeitet und stellen erstmals eine BTHG-konforme Leistungsgewährung sicher.
Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW laden daher zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung ein. Ziel ist es, die Inhalte der neuen Standards vorzustellen und die Umsetzung gemeinsam zu erörtern. Die Teilnehmerzahl ist auf zwei Personen je Träger begrenzt.
Die Veranstaltung für das Rheinland findet am Donnerstag, 23. April 2026, von 10 bis ca. 15 Uhr im LVR-Horion-Haus (Raum Wupper), Hermann-Pünder-Str. 1, 50679 Köln, statt. Die Einladung mit Anmeldemöglichkeit finden Sie unter folgendem Link.
4. Agenda 2030: Transformationsprogramm des LVR-Dezernats Soziales startet
Die LVR-Verwaltung hat dem Sozialausschuss in der aktuellen Sitzung ihr Transformationsprogramm „Agenda 2030“ vorgestellt. Ziel des Programms ist es, die Strukturen und Abläufe im Dezernat Soziales zu modernisieren, die Digitalisierung voranzutreiben und die Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. Dabei werden bestehende Initiativen gebündelt und neue Maßnahmen in einem Gesamtstrategie-Rahmen umgesetzt.
Im Rahmen der Agenda 2030 wird der Gesamtplanungsprozess des Dezernats modernisiert, um Abläufe zu standardisieren, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und Zuständigkeiten klarer zu definieren. Gleichzeitig werden digitale Schnittstellen und Werkzeuge für Mitarbeitende, Leistungserbringer und Betroffene ausgebaut, um Medienbrüche zu reduzieren und Prozesse zu vereinfachen. Darüber hinaus werden Rahmenverträge und Vergütungssysteme überarbeitet, um transparente, standardisierte Regelungen zu schaffen, die eine bessere Steuerbarkeit und effizientere Nutzung der Ressourcen ermöglichen. Das Controlling und Risikomanagement werden ebenfalls gestärkt, damit Entwicklungen frühzeitig erkannt und die Leistungen gezielt gesteuert werden können.
Die Umsetzung der Agenda 2030 erfolgt schrittweise. Beschäftigte, Leistungserbringer, Betroffene und Angehörige werden aktiv in den Prozess einbezogen, um praktische Erfahrungen und Rückmeldungen direkt einzubringen. Über Fortschritte und Ergebnisse wird der Sozialausschuss regelmäßig informiert.
5. Teilhabeverfahrensbericht 2025 veröffentlicht
Der 7. Teilhabeverfahrensbericht (THVB) mit Daten zum Rehabilitations- und Teilhabegeschehen im Berichtsjahr 2024 wurde Ende 2025 von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) veröffentlicht. Er gibt einen bundesweiten Überblick über das Antrags- und Leistungsgeschehen im Bereich Rehabilitation und Teilhabe und schafft Transparenz über Verfahrensabläufe bei den Rehabilitationsträgern. Der LVR hat den Sozialausschuss nun über ausgewählte Ergebnisse mit einem Fokus auf die Rehabilitationsträger Eingliederungshilfe (EGH) sowie Soziales Entschädigungsrecht informiert.
Bundesweit wurden rund 3,23 Millionen Gesamtanträge gemeldet; etwa 245.000 davon (7,6 Prozent) entfallen auf die Eingliederungshilfe. Beim LVR wurden knapp 49.000 Gesamtanträge gemeldet – damit gehört der LVR bundesweit zu den Trägern mit der höchsten Antragszahl. Der größte Anteil der Anträge in der Eingliederungshilfe betrifft Leistungen zur sozialen Teilhabe (bundesweit 75 Prozent, beim LVR 73 Prozent). Die vollständige Bewilligungsquote liegt bundesweit bei 89 Prozent, beim LVR bei 94 Prozent. Ablehnungen machen bundesweit 5 Prozent aus, beim LVR 4 Prozent.
Im Bereich des Sozialen Entschädigungsrechts wurden bundesweit 1.396 Anträge gemeldet, davon 166 beim LVR.
Zu den Rechtsbehelfen ist festzuhalten, dass nur ein sehr geringer Anteil der gemeldeten Widersprüche (bundesweit 143.000) auf die Eingliederungshilfe entfällt (ca. 3.400 Widersprüche bzw. 2 Prozent).
Bei der Betrachtung der Fristen zeigt sich, dass bundesweit in der Eingliederungshilfe 72 Prozent der Entscheidungen ohne Gutachten außerhalb der gesetzlichen Frist getroffen wurden; beim LVR lag der Anteil bei 67 Prozent. Dabei ist die überdurchschnittlich lange Bearbeitungsdauer bis zur Entscheidung in der EGH häufig auf eine komplexe, personenzentrierte und daher zeitaufwändige Bedarfsermittlung und -feststellung sowie das Nachreichen von notwendigen Unterlagen durch die Antragstellenden zurückzuführen.
Die vollständigen Ergebnisse können Sie der Vorlage KV-16/33 für den Sozialausschuss entnehmen.
6. Neue Publikationen: Fachinformation Einkommen und Vermögen in aktualisierter Fassung
Die Fachinformation „Einsatz von Einkommen und Vermögen in der Eingliederungshilfe“ steht ab sofort auf soziales.lvr.de in aktualisierter Fassung zur Verfügung.
Die Publikation informiert umfassend über die seit dem 01.01.2020 geltenden Verbesserungen beim Einsatz von eigenem Einkommen und Vermögen für leistungsberechtigte Menschen mit Behinderung. Erläutert werden insbesondere die erhöhten Freigrenzen sowie die angepassten Anrechnungsregelungen. Die aktuelle Ausgabe berücksichtigt darüber hinaus die fortgeschriebenen Freibeträge für das Jahr 2026. Die Fachinformation kann kostenfrei heruntergeladen oder bestellt werden.
7. Neuer Film informiert über Arbeitsleben in der Werkstatt
Auf lvr.de ist ein neuer Film verfügbar, der einen lebendigen Einblick in den Arbeitsalltag in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) gibt. Im Film wird die Lebenshilfe Werkstatt Aachen vorgestellt: Mehrere Beschäftigte berichten, wie sie individuell gefördert werden und welche Aufgaben sie übernehmen.
Auch Elke Feyerl, Geschäftsleitung für Soziales und Berufliche Bildung, kommt zu Wort. Sie erläutert, wie die Werkstatt die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung unterstützt und welche Perspektiven sie für die Beschäftigten eröffnet.
Sie können sich den Film auf soziales.lvr.de anschauen.



