Lebenspraktisch orientierter Unterricht

Ziel des lebenspraktisch orientierten Unterrichts ist es, Schüler*innen bestmöglich auf ihr Leben nach der Schule vorzubereiten. Im Fokus stehen dabei die persönliche Entwicklung, Selbstständigkeit sowie aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Kind steht vor einem Wochenplan der LP-Stufe

Lebenspraktischer Unterricht an unserer Schule

Die lebenspraktisch orientierte Stufe (LP-Stufe) richtet sich in der Regel ab dem vierten Schulbesuchsjahr an Schüler*innen, die zusätzlich zum Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung im Bildungsgang Geistige Entwicklung unterrichtet werden.

Kinder und Jugendliche in diesem Bildungsgang benötigen langfristige Unterstützung, um ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können. Daher ist der Unterricht in der LP-Stufe konsequent lebenspraktisch ausgerichtet und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten der Schüler*innen.

Lernen fürs Leben

Im Mittelpunkt steht ein erweitertes Bildungsverständnis: Nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen sind bedeutsam, sondern vor allem Fähigkeiten, die für den Alltag wichtig sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • selbstständiges An- und Ausziehen

  • Kommunikation und Interaktion

  • Wahrnehmung und Körpererfahrung

  • Orientierung im Alltag

  • soziale Kompetenzen

"Leben lernen" bedeutet, an den individuellen Voraussetzungen der Schüler*innen anzusetzen und ihre persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern.

Unterricht und Förderung

Der Unterricht erfolgt in kleinen Lerngruppen und ist stark differenziert. Er orientiert sich an den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen, wird jedoch individuell angepasst.

Zentrale Merkmale sind:

  • handlungsorientiertes Lernen mit allen Sinnen

  • lebensnahe Inhalte mit direktem Alltagsbezug

  • viele Wiederholungen zur Festigung von Kompetenzen

  • klare Strukturen und Rituale zur Orientierung

Typische Inhalte sind unter anderem:

  • Einkaufen und Umgang mit Geld

  • Zubereitung von Speisen

  • Haushalt und Pflege

  • Zeit- und Verkehrsorientierung

  • sinnvolle Freizeitgestaltung

Auch außerschulische Lernorte spielen eine wichtige Rolle, um reale Erfahrungen zu ermöglichen.

Unterstützte Kommunikation und Hilfsmittel

Ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts ist die Unterstützte Kommunikation (UK) sowie der Einsatz assistiver Technologien (AT).

Zum Einsatz kommen:

  • Bildkarten und Symbolsysteme

  • Gebärden

  • elektronische Kommunikationshilfen (zum Beispiel Talker oder Tablets)

  • individuell angepasste Hilfsmittel

Diese ermöglichen den Schüler*innen eine bessere Verständigung und aktive Teilhabe am schulischen und gesellschaftlichen Leben.

Therapie und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Förderung erfolgt in enger Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen:

Ziel ist es, die größtmögliche Selbstständigkeit der Schüler*innen zu fördern und therapeutische Inhalte in den Schulalltag zu integrieren.