Primarstufe
Gemeinsam ankommen, lernen und wachsen – die Primarstufe als Grundlage für den weiteren Bildungsweg.
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Die Primarstufe bildet die Grundlage für die gesamte weitere Schullaufbahn der Schüler*innen und hat daher eine besondere Bedeutung. Sie umfasst sowohl die Eingangsklassen als auch die Fortgeschrittenenklassen (F-Klassen).
Alle Schüler*innen werden im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung unterrichtet. Dabei arbeitet ein multiprofessionelles Team aus Pädagogik, Therapie und Pflege eng zusammen, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten.
Der Unterricht orientiert sich an den Bildungsgängen Grundschule, Lernen und Geistige Entwicklung. Neben fachlichen Inhalten stehen insbesondere die Förderung zentraler Entwicklungsbereiche im Mittelpunkt, wie Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Sprache sowie das soziale und emotionale Lernen.
Die ersten Wochen in der Eingangsstufe dienen vor allem dazu, dass die Schüler*innen in der Schule ankommen, Vertrauen aufbauen und sich in der neuen Umgebung wohlfühlen.
Die Eingangsklassen sind jahrgangsübergreifend organisiert (erstes bis drittes Schulbesuchsjahr). Diese Struktur ermöglicht es, dass neue Schüler*innen von bestehenden Gruppenstrukturen profitieren und sich leichter orientieren können. Gleichzeitig wird eine ausgewogene Verteilung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und Unterstützungsbedarfe gewährleistet.
Der Unterricht findet überwiegend im Klassenverband statt. In den Fächern Deutsch und Mathematik werden zusätzlich klassenübergreifende Lerngruppen gebildet, um eine möglichst passgenaue Förderung zu ermöglichen. Grundlage hierfür sind individuelle Förderpläne, die sich an den jeweiligen Bildungsgängen orientieren.
Schüler*innen mit schwerstmehrfachen Behinderungen oder besonderen Unterstützungsbedarfen erhalten ergänzend zum Klassenunterricht gezielte Förderung in kleinen Lerngruppen.
Diese Angebote werden von Lehrkräften, Therapeut*innen und weiteren Fachkräften gemeinsam gestaltet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung von Motorik, Kommunikation, Wahrnehmung, Selbstständigkeit sowie sozial-emotionalen Kompetenzen.
Das Lernen erfolgt häufig handlungsorientiert und erfahrungsbezogen. Ziel ist es, den Schüler*innen eine möglichst selbstständige Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu ermöglichen und individuelle Entwicklungsschritte zu unterstützen.
In der Schuleingangsphase erfolgt der Unterricht in der Regel zunächst ohne feste Zuordnung zu einem Bildungsgang. Auf Grundlage von Diagnostik und individueller Entwicklung wird am Ende des dritten Schulbesuchsjahres eine Entscheidung getroffen.
Dabei kann eine Zuordnung zu einem der folgenden drei Bildungsgänge erfolgen:
Grundschule
Lernen
Geistige Entwicklung
Die Entscheidung wird durch die Schulaufsicht getroffen und in enger Abstimmung mit den Eltern besprochen. Ein Wechsel des Bildungsgangs ist im weiteren Verlauf grundsätzlich möglich.
Die Fortgeschrittenenklassen (F-Klassen) umfassen in der Regel das vierte und fünfte Schulbesuchsjahr. Auch hier wird jahrgangsübergreifend unterrichtet, orientiert an den Bildungsgängen Grundschule oder Lernen.
Der Unterricht knüpft an die Grundlagen der Eingangsstufe an und entwickelt diese weiter. Die individuelle Förderung bleibt dabei zentral und wird auf Basis der jeweiligen Förderpläne kontinuierlich angepasst.
In einzelnen Fächern findet auch klassenübergreifender Unterricht statt, um differenzierte Lernangebote zu ermöglichen.
Schüler*innen, die dem Bildungsgang Geistige Entwicklung zugeordnet sind, wechseln in der Regel ab dem vierten Schulbesuchsjahr in die Lebenspraktische Stufe (LP-Stufe).
Dort liegt ein besonderer Schwerpunkt auf alltagspraktischen Fähigkeiten und der Vorbereitung auf ein möglichst selbstständiges Leben. Neben schulischen Inhalten werden hier verstärkt lebenspraktische Kompetenzen gefördert.
Ein wichtiges Ziel der Primarstufe ist es, das Gemeinschaftsgefühl und die sozialen Kompetenzen der Schüler*innen zu stärken.
Dies geschieht unter anderem durch:
klassenübergreifenden Unterricht
gemeinsame Feste und Aktionen
Ausflüge und Projekte
Lesetage oder Spielangebote
Solche gemeinsamen Aktivitäten fördern den Zusammenhalt und ermöglichen den Schüler*innen vielfältige soziale Erfahrungen.
Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten ist ein zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Bereits vor der Einschulung findet ein erster Austausch statt, beispielsweise im Rahmen des AO-SF-Verfahrens oder bei Informationsveranstaltungen. Während der Schulzeit erfolgt eine kontinuierliche Kommunikation über:
Elternabende und Klassenpflegschaften
Elternsprechtage
Mitteilungshefte oder digitale Kommunikationswege
telefonische Gespräche oder Hausbesuche
Ziel ist es, die Förderung der Schüler*innen gemeinsam abzustimmen und bestmöglich zu unterstützen.
Darüber hinaus bieten schulische Veranstaltungen wie Einschulungen, Feste oder gemeinsame Aktivitäten vielfältige Gelegenheiten zum Austausch und zur aktiven Mitwirkung im Schulleben.