Der Rhein bildete über 400 Jahre lang die Grenze zwischen der römischen Provinz Niedergermanien (Germania inferior) und dem außerhalb liegenden germanischen Gebiet (Barbaricum). Obwohl zwischen den beiden Kulturen "Welten" lagen und der Fluss ein erhebliches Hindernis darstellte, war die Grenze durchlässiger als vielfach vermutet. Links und rechts des Rheins wurden nämlich sehr häufig Objekte gefunden, die aus dem jeweils anderen Kulturkreis stammen. Unser Amt beteiligt sich daher intensiv an dem Projekt „Corpus der römischen Funde im europäischen Barbaricum (CRFB)“, in dem alle aus dem Römischen Reich in das europäische Barbaricum gelangten Funde möglichst vollständig erfasst werden sollen. Unterstützt wird es dabei vom Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln und dem Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn. Wissenschaftler*innen aus acht Ländern wollen im Rahmen des Projektes CRFB ihre Erkenntnisse zusammentragen, um die Beziehungen zwischen Römern und Germanen eingehender zu beleuchten. Die Federführung des Projekts liegt bei der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt, einer Einrichtung des Deutschen Archäologischen Instituts.