Südöstlich von Bonn liegt im Siebengebirge die Kirchenruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Heisterbach. Heute ist nur noch ein Teil des Chors erhalten. Das Kloster war 1189 von Mönchen der Abtei Himmerod zunächst auf dem benachbarten Petersberg gegründet worden. Bereits nach wenigen Jahren erfolgte die Verlegung in das günstiger gelegene Heisterbachtal. Bis zur Aufhebung der Abtei 1803 im Zuge der Säkularisation prägten die Mönche nicht nur durch den Bau der Abtei, sondern durch die wirtschaftliche Nutzung des Tales auch die Umgebung.
Im Jahr 1994 startete das interdisziplinäre Projekt „Modellhafte Konzeptentwicklung der Kulturlandschaft Heisterbacher Tal“ des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) mit der Erforschung der historischen Kulturlandschaft im Heisterbacher Tal. In einem Anschlussprojekt im Rahmen der Regionale 2010 war es Ziel, den 1826–1827 über den abgerissenen Klostergebäuden angelegten englischen Landschaftspark wieder erlebbar zu machen. Dabei sollten zugleich Ausdehnung und Gestalt der mittelalterlichen Klosteranlage für die Besucher erkennbar werden. Der Rhein-Sieg-Kreis als Projektträger beauftragte unser Amt mit der archäologischen Untersuchung des Inneren der Klosteranlage.