Über unser Amt

Als LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland nehmen wir die gesetzlichen Belange der Bodendenkmalpflege und des Bodendenkmalschutzes im Rheinland wahr. Wir sind regionaler Dienstleister und unabhängiges Fachamt, aber auch eine Forschungseinrichtung.

Unsere Aufgabe ist es, die paläontologischen Zeugnisse und das reiche archäologische Kulturerbe des Rheinlandes zu erfassen, zu erforschen, zu erhalten und zu erzählen.

Unser Amt besteht aus acht Abteilungen: Prospektion, Denkmalschutz/Praktische Bodendenkmalpflege, Fachdienste/Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung in Bonn sowie den Außenstellen in Nideggen, Overath, Titz und Xanten. Unsere Mitarbeitenden werden zudem durch zahlreiche Bürger*innen unterstützt, die sich ehrenamtlich für die rheinische Bodendenkmalpflege engagieren.

Wir vertreten außerdem die Interessen des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes“ und koordinieren mit den rheinischen Kommunen sowie unseren Partnern in Rheinland-Pfalz und den Niederlanden verschiedene Projekte, um die Welterbestätte der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Außenstellen

Die vier Außenstellen unseres Amtes führen in den von ihnen betreuten Regionen des Rheinlandes archäologische Ausgrabungen, Baustellenbeobachtungen, Notbergungen sowie Prospektionen durch. Archäologische Fundstellen und Funde werden in den Außenstellen registriert und wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Fundstücke werden gereinigt, beschriftet und ihre Daten erfasst. Eine wissenschaftliche Bestimmung der Objekte mit ihrer kulturellen Einordnung ist einerseits wichtig für die denkmalgerechte Behandlung der Fundstellen im Rahmen der Bauleitplanung und dient andererseits dem Ziel, Siedlungs- und Landschaftsentwicklung im Außenstellengebiet nachzuvollziehen.

Die Archäolog*innen der Außenstellen werden außerdem von ehrenamtlich Mitarbeitenden unterstützt. Sie bilden eine wichtige Stütze in der bodendenkmalpflegerischen Arbeit der Region. Regelmäßig werden die Ehrenamtlichen zu Informationsveranstaltungen und Schulungen eingeladen. Die Außenstellen halten engen Kontakt zu Heimat- und Geschichtsvereinen und informieren auf deren Einladung durch Führungen, Vorträge und Gespräche.

Die Mitarbeitenden der Außenstellen führen Informationsveranstaltungen rund um die genehmigungspflichtige Suche nach archäologischen Funden mittels eines Metalldetektors. Bürger*innen können außerdem Termine vereinbaren, um Funde bestimmen und datieren zu lassen.

Jede Außenstelle bietet zudem ein pädagogisches Angebot und verschiedene Veranstaltungen an, um die Archäologie und die Bodendenkmalpflege des Rheinlandes erlebbar und verständlich zu machen.

Karte des Rheinlands mit den Zuständigkeiten des LVR-Amt für Bodendenkmalpflege.
Karte mit den Zuständigkeiten des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Die Außenstelle Nideggen im Stiftshof Wollersheim

Die Außenstelle Nideggen liegt im Stiftshof, dem ehemaligen Zehnthof des Kölner Stiftes St. Maria im Kapitol, in Nideggen-Wollersheim (Kreis Düren) und betreut den Südwesten des Rheinlandes (Städteregion Aachen, Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg und Rhein-Erft-Kreis) mit den Ballungsräumen um Köln und Aachen, den Lössbörden um Zülpich und Jülich und den Naherholungsräumen der Eifel, des Selfkants und der Schwalmniederung. Im Bereich der Stadt Aachen wird die archäologische Denkmalpflege durch die Stadtarchäologie Aachen unterstützt.

Mit der ArchaeoRegion Nordeifel und der Archäologietour Nordeifel stellt die Außenstelle die besonderen archäologischen und paläontologischen Sehenswürdigkeiten einer ganzen Region vor. Kinder und Jugendliche können sich der archäologischen Denkmalpflege mit unserem Pädagogischen Angebot spielerisch oder im berufsorientierten Praktikum nähern.

Das Foto wurde aus der Luft gemacht. Links im Bild ist eine Kirche und rechts daneben eine Hofanlage. Umgeben ist das Gelände von Wohnhäusern und Gärten.

Die Außenstelle Overath im Gut Eichthal

Die Außenstelle Overath betreut das östliche Rheinland, von Bonn im Süden bis Düsseldorf im Norden, inklusive einiger Stätten des im Jahr 2021 anerkannten UNESCO-Welterbes Niedergermanischer Limes . Das Arbeitsgebiet umfasst damit das gesamte Bergische Land sowie große Teile der sogenannten Rheinschiene. Im Einzelnen werden folgende Kreise betreut: Rhein-Kreis Neuss, Kreis Mettmann, Rheinisch-Bergischer und Oberbergischer sowie der Rhein-Sieg-Kreis. Außerdem die kreisfreien Städte Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal. Im Bereich der Städte Düsseldorf und Neuss unterstützen die dortigen Stadtarchäologien die archäologische Denkmalpflege. In Köln wird die amtliche Bodendenkmalpflege nicht durch den LVR, sondern durch das Römisch-Germanische Museum wahrgenommen.

Die Außenstelle ist ein Standort des außerschulischen Lernprojektes KennenLernenUmwelt . An dem Kursprogramm für Schüler*innen beteiligt sich die Außenstelle mit der regionalen Archäologiewerkstatt Gut Eichthal.

Ein Gutshof bestehend aus verschiedenen Gebäude aus der Luft fotografiert. Um den Gutshof sind Wiesen und Waldflächen.

Die Außenstelle Titz am Rande der Tagebaue

Unser Amt unterhält (wie bereits in den 1950er Jahren) seit 1978 eine eigene Außenstelle für die Tagebaue Garzweiler, Hambach und Inden im rheinischen Braunkohlerevier. Seit 1995 hat die Außenstelle ihren Sitz in einem restaurierten Gutshof in Titz-Höllen.

Im Freigelände der Außenstelle lädt die lebensgroße und im Rheinland einzigartige Rekonstruktion einer eisenzeitlichen Hofanlage zu einem Besuch ein. Vielen Schulklassen wird hier die Arbeit der archäologischen Denkmalpflege altersgerecht vermittelt. Für jeweils zwei Schulabgänger*innen ist es außerdem möglich, im Rahmen eines Freiwilligen Jahres auf den Ausgrabungen der Außenstelle mitzuarbeiten.

Einzigartig in Europa ist die 1990 gegründete "Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier", deren Träger das Land Nordrhein-Westfalen, der Landschaftsverband Rheinland und die RWE-Power AG sind. Unterstützt werden Sonderprojekte in Form von zusätzlichen Ausgrabungen sowie speziellen Prospektionen mit neuartigen Methoden. Gefördert werden außerdem Ausstellungen und Publikationen sowie der alle zwei Jahre stattfindende "Tag der Archäologie", an dem der Öffentlichkeit neueste Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Studierende können für Master- und Doktorarbeiten zu Ausgrabungen und Funden aus dem Braunkohlenrevier Stipendien erhalten.

Eine rechteckige Hofanlage aus der Luft fotografiert. Umgeben ist die Anlage von Wohnhäusern und Waldflächen.

Die Außenstelle Xanten am Niederrhein

Die seit 1957 in Xanten ansässige Außenstelle betreut ein knapp 4.000 Quadratkilometer großes Arbeitsgebiet am Unteren Niederrhein und im westlichen Teil des Ruhrgebietes. Es umfasst die Kreise Kleve, Wesel und Viersen sowie die kreisfreien Städte Essen, Krefeld, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. In Essen und Krefeld wird die archäologische Denkmalpflege durch die dortigen Stadtarchäologien unterstützt.

Einen besonderen Stellenwert haben bei der Außenstelle Xanten die jährlich stattfindenden „Tage der offenen Grabung“, auf denen die gewonnenen Erkenntnisse und Forschungen der Bevölkerung präsentiert werden. Ein weiteres Anliegen stellt die dauerhafte Sichtbarmachung von besonderen Bodendenkmälern und ausgegrabenen Fundstellen dar oder die Beschilderung der niederrheinischen Fundplätze der UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes“ .

Der Eingangsbereich eines Gebäudekomplexes. Ein kleiner weg führt zur Tür entlang. Neben dem Weg wachsen Büsche. Rechts ist ein Teil des Parkplatzes mit Autos zu sehen.

Abteilung Denkmalschutz/Praktische Bodendenkmalpflege

Der Sachbereich Denkmalschutz ist zuständig für die fachliche Beratung und Bewertung bei Baumaßnahmen, die Erstellung von archäologischen Gutachten in allen Angelegenheiten des Bodendenkmalschutzes sowie die Beratung bei Erhaltung, Konservierung und Präsentation von Bodendenkmälern.

Der Sachbereich Praktische Bodendenkmalpflege ist verantwortlich für die Erstellung von archäologischen Leistungsbeschreibungen, die Kontrolle von Grabungen Dritter auf Einhaltung der Auflagen der Grabungsgenehmigung und der Grabungs- und Dokumentationsrichtlinien sowie die Überprüfung der Dokumentationen von Grabungen Dritter.

Eine Person hält eine Stange mit einem Messgerät in der Hand, im Hintergund ist verschwommen eine andere Person zu sehen, die sich vornüberbeugt und auf dem beigen Sandboden mit einem Werkzeug kratzt.

Abteilung Fachdienste/Öffentlichkeitsarbeit

In der Abteilung Fachdienste/Öffentlichkeitsarbeit fließen alle Informationen zur Archäologie im Rheinland zusammen. Die Bodendenkmälerregistratur (Ortsarchiv) erfasst sämtliche Informationen zu Funden und Fundstätten im Landesteil Nordrhein (mit Ausnahme der Städte Köln und Duisburg), die wissenschaftliche EDV betreut unsere Datenbank und die Fotografie dokumentiert Fundstellen, Funde oder Veranstaltungen. Die Redaktion ist zuständig für die wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen. Die Öffentlichkeitsarbeit plant, organisiert und unterstützt diverse Veranstaltungen, Tage der offenen Tür und informiert über neueste Ergebnisse. Außerdem ist hier die Führung der Denkmalliste angesiedelt.

Foto des Glascontainers mit rotem Rahmen bei sonnigem Wetter, im Hintergrund ist in der Ferne der Kölner Dom zu erkennen.

Abteilung Prospektion

Aufgabe der Abteilung Prospektion ist die systematische, zerstörungsfreie Erkundung archäologischer Relikte im gesamten Rheinland. Dabei arbeitet sie überwiegend im Rahmen von Planungen der Kommunen im Gebiet des Landschaftsverbandes Rheinland. Mit archäologischen Prospektionsmethoden wie der traditionellen Feldbegehung mit Fundeinmessung verschafft sie sich einen ersten Überblick über die historische Nutzung der Planungsflächen durch die Jahrtausende. Weitere Untersuchungen wie Luftbildauswertungen von Drohnenbefliegungen oder Satellitenaufnahmen ergänzen die Kenntnisse. Um sicherzugehen, dass keine Störungen des Bodens vorliegen, werden geoarchäologische Recherchen und Untersuchungen durchgeführt. Mit Bodenradar- oder Magnetometermessungen können zerstörungsfrei detaillierte Einblicke in Baustrukturen archäologischer Fundplätze oder Gräberfelder gewonnen werden. Zur Abgrenzung, dem Erhalt und der Qualitätsbestimmung des Bodendenkmals setzt die Prospektion kleine minimal-invasive Suchgrabungen (Sondagen) ein, um im besten Fall das Bodendenkmal entsprechend der gesetzlichen Vorgaben schützen zu können. Auch erdgeschichtliche Funde (Fossilien) werden wie die archäologischen Hinterlassenschaften untersucht, dokumentiert und geschützt. In der Fundbearbeitung wird das Fundmaterial wissenschaftlich ausgewertet für die Gutachten im Rahmen der Trägerbeteiligung öffentlicher Belange.

Vier Personen laufen nebeneinander und mit dem Rücken zum Betrachter über ein begrüntes Feld. Im Hintergrund ist eine große Fabrik.