Die überwiegend durch das Tiefdruckgebiet „Bernd“ verursachten Starkregen- und Hochwasserereignisse vom Juli 2021 hatten verheerende Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt. Für viele Menschen hatten die Überschwemmungen katastrophale Folgen und die Auswirkungen sind bis heute noch spürbar.
In Nordrhein-Westfalen waren überwiegend Teile der Eifel, der Jülich-Zülpicher Börde und des Bergischen Landes stark betroffen; alles Gebiete, die ein vielfältiges archäologisches Erbe aufweisen. Erste Meldungen bereits kurz nach der Katastrophe bezeugten teilweise deutliche Schäden und Verluste an Bodendenkmälern sowie den zugehörigen Infrastrukturen.
Infolgedessen wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen von März 2022 bis August 2023 das Projekt „Schadenskataster Hochwasser 2021“ innerhalb unseres Amtes eingerichtet. Dessen Mitarbeiterinnen übernahmen die systematische Dokumentation, Vermessung und Kartierung sowie eine wissenschaftliche Beurteilung der an den Bodendenkmälern entstandenen Schäden.
Nachdem die Überflutungen am 10. September 2021 von Landesseite offiziell als Naturkatastrophe deklariert und eine Aufbauhilfe für die Kommunen beschlossen wurde, wurden unter anderem die Kosten der Aufräum- und Sanierungsarbeiten an Bodendenkmälern übernommen. Die Ergebnisse des Projektes dienten dabei als Hilfestellung für die entsprechenden Förderanträge.
Zusätzlich zu den bereits bekannten Bodendenkmälern konnten auch bislang unbekannte aufgenommen werden, die durch das Hochwasser freigespült und zum Teil schon während der Aufräum- und Sanierungsarbeiten sichtbar wurden. Insbesondere in den stark aberodierten Uferbereichen der betroffenen Bäche und Flüsse zeigten sich immer wieder neue archäologische Befunde, die dokumentiert werden mussten. Orte, an denen die Gewässer komplett neue Uferprofile geschaffen hatten, wurden entsprechend gezielt im Rahmen des Projektes untersucht. Trotzdem sind es hier besonders die Meldungen aus der Bevölkerung, die zur Untersuchung bislang nicht entdeckter Bodendenkmäler in den neu entstandenen Uferprofilen führten.