Der Zeitabschnitt der Spätbronzezeit und der frühen Eisenzeit (circa 1200–475 v. Chr.) ist eine Periode großer gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Rheinland ist diese Epoche bislang vor allem unter datierungsrelevanten Gesichtspunkten und in Bezug auf ihre kulturelle Einordnung untersucht worden. Die Erforschung der Sozialstrukturen und deren Wandel, die sich am besten anhand von Grabbrauch und Bestattungssitten erschließen, ist dagegen kaum erfolgt und stellt ein Forschungsdesiderat dar, welches im Rahmen des Projektes erstmalig bearbeitet wird.
In einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Archäologie und Anthropologie werden die Grabformen und –ausstattungen mit den Daten zu Alter und Geschlecht der Verstorbenen verglichen und in Bezug gesetzt. Die anthropologische Analyse der verbrannten Knochenreste führt Dr. Birgit Großkopf (Universität Göttingen) nach morphologischen und mikroskopisch-histologischen Methoden durch.