Klimaschäden im Wald

Klimainduziertes Baumsterben und dessen Auswirkungen auf Bodendenkmäler im Wald

Bodendenkmäler im Wald zeichnen sich in der Regel durch einen verhältnismäßig guten Erhaltungszustand aus. Durch die Waldbedeckung sind Erosionsprozesse und Aktivitäten der Bodenbearbeitung, die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vorherrschen, minimiert. Aber auch forstwirtschaftliche Aktivitäten können, vergleichbar mit landwirtschaftlichen Maßnahmen, ebenfalls zu gravierenden Schäden am archäologischen Bodendenkmal führen.

Der Klimawandel und sein Einfluss auf den Wald bilden eine neue Situation und führen zu einer starken Dynamik in der forstwirtschaftlichen Waldentwicklung und im Umbau von Waldstrukturen, die ebenso die Qualität und den langfristigen Erhalt von Bodendenkmälern betreffen. Besonders sichtbar wurde diese Problematik zum Beispiel durch das Fichtensterben nach dem Dürrejahr 2018 und danach.

Eine enge Vernetzung von Forstwirtschaft und Bodendenkmalpflege ist dringend erforderlich, um Schnittstellen wie Datenaustausch und Fortbildungsveranstaltungen den neuen Anforderungen anzupassen, den Verbund an Ansprechpersonen zu stärken sowie durch ein stichprobenhaftes Monitoring Erfolge und zu erwartende Schäden zu quantifizieren.

Blick auf eine Hügellandschaft. Ein großteil des Waldes ist abgeholzt und die Bäume liegen auf dem Boden. Im Hintergrund laufen Personen.
Wiederaufforstung von Kalamitätsflächen im Bereich des Bergbaureviers Bennerscheid, Königswinter.

Rheinland

Das Rheinland weist mit circa 3.000 Quadratkilometern Wald eine Bedeckung der Landesfläche von circa 25 Prozent auf. Innerhalb dieser bewaldeten Gebiete liegen knapp 42 Prozent der eingetragenen Bodendenkmäler des Rheinlandes. Hinzu kommt noch eine große Anzahl vermuteter Bodendenkmäler, die noch nicht offiziell in der Liste der eingetragenen Bodendenkmäler geführt werden, aber die Voraussetzungen dafür erfüllen.

Zielsetzung

Das Projekt verfolgt drei Ziele: Ein Baustein ist die digitale Integration der archäologischen Daten in das Open Data Portal WaldInfo.NRW. Den zweiten stellt das stichprobenhafte Monitoring verschiedener Denkmalkategorien dar, um eine Schadensbewertung auf bereits gerodeten oder noch zur Abholzung vorgesehenen Flächen, vornehmlich im Fichtenbestand, vorzunehmen. Dies umfasst unter anderem die Erfassung von Bodendenkmälern, die inmitten von abgestorbenen Fichtenplantagen liegen (die sogenannten Kalamitätsflächen). Die hier Wirtschaftenden werden gezielt über die betroffenen Bodendenkmäler informiert.

Zu guter Letzt ist eine wiederkehrende Fortbildungsveranstaltung zwischen Bodendenkmalpflege und Forst erforderlich, um die eingegangenen Kooperationen und Synergien zu pflegen und zu erweitern.

Das Projekt wird durch das Denkmalförderprogramm NRW gefördert und durch die Abteilung Prospektion unseres Amtes in Kooperation mit Wald und Holz NRW durchgeführt.

Hügellandschaft aus der Vogelperspekive. Im Vordergrund liegen gefällte Holzstämme. Im Hintergrund sind wenige Häuser und bewaldete Fläche.
Im Bereich dieser mittelalterlichen Befestigungsanlage haben bereits Rodungen stattgefunden. Die Erdwälle sind gut erkennbar und unbeschädigt. Im Mittelbereich wurden noch keine Neuanpflanzungen vorgenommen. Hier dominieren Brombeeren und Adlerfarn.

Literatur

Eva Cott/Hartwig Dolgner, Von Dürrständen und anderen Kalamitäten bedingter Waldumbau und Klimaschutz, in AiR 2020, 2021, 33–36.

Sabine Schade-Lindig/Bernd Steinbring, Bodendenkmäler unter Wald im LiDAR-Scan. Digitale Handreichung für Forstbedienstete, Themen der hessenARCHÄOLOGIE 6 (Wiesbaden 2018).

Eva Cott, Klimainduzierter Waldumbau und Bodendenkmäler im Wald, in: BHU (Hrsg.), Kulturerbe im Wald schützen und nutzen (Bonn 2023) 37–44.

Eva Cott/Manuel Zeiler, Denk mal an die Denkmale im Wald, Die Waldbauern in NRW, 2023, 4, 16–19.

Ansprechperson für das Projekt