In der Reihe unserer rechtsrheinischen Archäologietouren machte die Veranstaltung 2023 Halt im Raum Troisdorf in der Wahner Heide. Am Sonntag, den 19. März 2023, wurden an acht Stationen teils wenig bekannte Denkmäler und Fundstellen vorgestellt:
Troisdorf – Burg Wissem
Die Burg Wissem, das historische Wahrzeichen von Troisdorf, wird im Jahre 1430 das erste Mal urkundlich als Adelssitz erwähnt, die Anlage reicht aber weiter zurück ins Mittelalter. Heutzutage beherbergt sie u. a. das Portal Wahner Heide und das Museum für Stadt- und Industriegeschichte. In Ausstellungen werden Kulturlandschaft, Geschichte und Archäologie präsentiert.
Ravensberg – Altsteinzeit
Einer der wenigen altsteinzeitlichen Fundplätze des Rheinlandes liegt am Ravensberg. Hier hielten sich bereits vor etwa 50.000 Jahren Menschen auf. Das lokale Rohmaterial Quarzit, das hier oberflächennah zu gewinnen ist, wurde von Neandertalern für die Werkzeugherstellung genutzt. In Ausgrabungen kamen zahlreiche bearbeitete Steine dieser Zeit zutage.
Ravensberg – Eremitage
Der sogenannte „Ringelstein“ ist eine tonnenschwere Quarzitplatte, die der 1670 errichteten Eremitage der Franziskaner als Fundament diente. Heute sind zudem zwei Steine des Prozessionsweges hier aufgestellt. Neben den Relikten dieser klösterlichen Nutzung zeigen sich auch Spuren des Steinabbaus.
Telegraphenberg
Die Wahner Heide wird seit 1817 als militärisches Gelände genutzt. Der Telegraphenberg bietet einen weitläufigen Blick auf den Truppenübungsplatz. Ein Scheinwerferstand, massive Bunker und eine Artilleriestellung aus dem 20. Jahrhundert sind erhalten. Der Telegraphenberg selbst erhielt seinen Namen von der seit 1832 errichteten optisch-mechanischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz.
Güldenberg – Steinzeit bis Frühmittelalter
Auf dem Weg zum Güldenberg kommt man am Fliegenberg und der Niederung der Agger vorbei. Wie Feuersteingeräte belegen, nutzte der Mensch das Gebiet schon in der Steinzeit als Lebensraum. Zudem sind aus dem 1. bis 3. sowie dem 5. Jahrhundert n. Chr. Siedlungsspuren und Bestattungen vorhanden. U.a. Steinwerkzeuge, Eisenobjekte und Keramik des 1968 verstorbenen Privatsammlers Bernhard Rohde sind anschauliche Zeugen dafür.
Güldenberg – Wallanlage
Der am östlichen Rand der Wahner Heide hoch über der Agger gelegene Güldenberg wird nach Süden und Norden durch natürliche Steilhänge geschützt, nach Westen ist das Gefälle weniger markant ausgeprägt. Die Verbindung zur Hochebene Richtung Norden wurde in der Zeit zwischen 800 und 450 v. Chr. durch einen hufeisenförmig angelegten Wall und Graben abgeriegelt. Die heute noch gut sichtbare eisenzeitliche Wallanlage bot einen weiten Blick über die Aggerniederung; archäologische Funde zeigen, dass die Anlage noch in der jüngeren Eisenzeit genutzt wurde.
Altenrath – Töpferei
Altenrath war vom 17. bis weit ins 18. Jahrhundert hinein bekannt für seine Töpfereien. Mehrere Betriebe produzierten dort Steinzeug. Aus Siegburg waren Töpfer abgewandert, die reich verziertes Geschirr der so genannten Westerwälder Ware herstellten. Produktionsabfälle mit Fehlbränden finden heutzutage im Zuge von Bauarbeiten immer wieder ihren Weg zurück ans Tageslicht.
Altenrath – Grabhügelfeld
Bereits in den 1840er Jahren befassten sich frühe Archäologen mit dem schon zu dieser Zeit lange bekannten Grabhügelfeld. Im Gelände sind davon noch mehrere hundert Erhebungen sichtbar. Die vielfach durch Raubgräber zerstörten Grabhügel enthielten Urnen mit Leichenbrand und teilweise Grabbeigaben aus Stein, Metall oder Keramik aus den zwei Jahrtausenden zwischen endender Jungsteinzeit und Eisenzeit.