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Andere Leistunganbieter

Durch unterschiedliche Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, bei welchem Anbieter sie die Leistungen in Anspruch nehmen möchten.

Werkstätten und „Andere Leistungsanbieter“ – Wo ist der Unterschied?

„Andere Leistungsanbieter“ sind keine Arbeitgeber des allgemeinen Arbeitsmarktes, sondern ein Angebot der Eingliederungshilfe. Sie müssen vergleichbare Leistungen und Qualitätsstandards wie eine Werkstatt anbieten. Es gibt jedoch wenige Ausnahmen, um vor allem auch kleineren Trägern zu ermöglichen, sich als anderer Leistungsanbieter aufzustellen:

  • Es ist keine förmliche Anerkennung notwendig.
  • Es muss keine Mindestplatzzahl erfüllt werden. (Für Werkstätten gilt eine Mindestgröße von 120 Plätzen.)
  • Die für Werkstätten geltende erforderliche räumliche und sächliche Ausstattung muss nicht vorgehalten werden. Die Leistung kann auch auf Plätzen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes erbracht werden.
  • Das Angebot kann sich auch auf Teilleistungen beschränken. Es besteht keine Verpflichtung, Leistungen im Eingangsverfahren / Berufsbildungsbereich (§ 57 SGB IX) und Arbeitsbereich (§ 58 SGB IX) vorzuhalten.
  • Es besteht keine Aufnahmeverpflichtung.

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Wer kann „Anderer Leistungsanbieter“ sein?

Andere Leistungsanbieter können zum Beispiel Träger tagesstrukturierender Maßnahmen, Initiativen mit einer sozialräumlichen Ausrichtung oder auch Arbeitsmarktdienstleister sein. Im Berufsbildungsbereich wären auch Berufsförderungs- oder Berufsbildungswerke denkbar, die Leistungen im Berufsbildungsbereich erbringen. Das Ziel ist Angebote zu schaffen, die inklusiv ausgerichtete Alternativen zur Beschäftigung in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) darstellen. Menschen, die einer Beschäftigung in einer Werkstatt kritisch gegenüberstehen, haben so eine neue bedarfsgerechte Teilhabechance.

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Umsetzung beim LVR

Wer im Rheinland Angebote als „Anderer Leistungsanbieter“ schaffen möchte, muss dem LVR als Träger der Eingliederungshilfe in ein schriftliches Konzept vorlegen, das insbesondere folgende Aspekte beinhaltet:

  • Darstellung des Trägers und dessen Erfahrung mit Menschen mit Behinderungen
  • Darstellung der Zielgruppe und der Zielsetzung
  • Darstellung der Arbeitsweisen und Methoden
  • Darstellung zur Art, Inhalt und Umfang der Leistung - auch hinsichtlich der Anforderungen zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
  • Darstellung des Personalkonzeptes und der sachlichen Ressourcen
  • Darstellung von Kooperationen und Kontakten
  • Ausstattung und Finanzierung

Es muss nachvollziehbar sein, wie die geltenden fachlichen Anforderungen im Rahmen der Leistungserbringung berücksichtigt werden. Grundlage für die Leistungserbringung eines „Anderen Leistungsanbieters“ bildet der Abschluss einer Leistungsvereinbarung sowie einer Vergütungsvereinbarung mit dem LVR. Diese Vereinbarungen müssen den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Leistungsfähigkeit entsprechen. Für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich ist eine Vereinbarung mit der jeweiligen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.

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Publikationen

  1. LVR-Fachinformation: Teilhabe am Arbeitsleben

    LVR-Fachinformation: Teilhabe am Arbeitsleben

    Bereits seit 2018 gelten die neuen gesetzlichen BTHG-Regelungen zum Budget für Arbeit und zu den sogenannten „Anderen Leistungsanbietern“ als Alternative zur Werkstattbeschäftigung. Dieses Papier informiert über die neuen Regelungen und Fördermöglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rheinland. Mehr Informationen und Bestellung

    September 2019

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Thomas Fonck

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