Story: Mit 56 Jahren noch einmal einen neuen Beruf lernen

Nach vielen Jahren als Erzieherin entdeckt Claudia Lentz bei proviel in Wuppertal ihre Begeisterung für Metalltechnik - dank Teilqualifizierung mit einem Berufsabschluss.

Bild Kathleen Bayer / Lizenz LVR

Konzentriert steht Claudia Lentz an einer Maschine in der Metallwerkstatt. Hier wird gemessen, bearbeitet und präzise gearbeitet. Für die 56-Jährige ist das eine ganz andere Berufswelt als die, in der sie früher zu Hause war: Viele Jahre hat sie als Erzieherin gearbeitet. Heute lernt sie bei proviel in Wuppertal einen neuen Beruf – und ist begeistert davon, was sie dabei alles entdecken kann.

Claudia Lentz ist Beschäftigte der Werkstatt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Sie absolviert eine Teilqualifizierung zur Fachkraft für Metalltechnik. Den ersten Ausbildungsbaustein, die sogenannte TQ 1, hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen.

Mit Teilqualifizierungen Schritt für Schritt zum beruflichen Ziel

Bei proviel werden anerkannte Ausbildungsberufe in einzelne Lernmodule unterteilt. Die Beschäftigten können so berufliche Kenntnisse erwerben und sich diese nach einer Prüfung offiziell bescheinigen lassen. Wer alle erforderlichen Bausteine erfolgreich absolviert, kann unter den entsprechenden Voraussetzungen auch einen vollständigen Berufsabschluss erwerben.

Das Besondere: Die Qualifizierung orientiert sich an den individuellen Möglichkeiten der Teilnehmenden. Lerninhalte können wiederholt, das Tempo angepasst und persönliche Herausforderungen berücksichtigt werden.

„Es geht nicht immer nur um die großen Schritte. Jeder Tag, an dem sich jemand etwas Neues zutraut und dazulernt, ist wertvoll“, betont Christoph Nieder, Geschäftsführer von proviel. „Claudia Lentz zeigt, dass berufliche Entwicklung keine Frage des Alters ist. Entscheidend ist, dass Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln.“

Foto: Kathleen Bayer / LVR.
Mit Freude und Konzentration an der Bohrmaschine: In der Metallbearbeitung hat Claudia Lentz ihre Leidenschaft gefunden.

Neue Fähigkeiten, neue Perspektiven

Claudia Lentz hat in der Metalltechnik eine Tätigkeit gefunden, die ihr große Freude macht. Besonders schätzt sie, dass sie immer wieder Neues lernen kann. Wie es nach ihrer Qualifizierung weitergeht: Sie ist offen für alle Möglichkeiten. Gerne würde sie auch künftig bei proviel arbeiten. Gleichzeitig kann sie sich vorstellen, noch einmal den Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wagen – auch mit 56 Jahren.

Genau solche Perspektiven möchten wir als Leistungsträger der Eingliederungshilfe stärken. Wir setzen uns dafür ein, dass Werkstätten ihre beruflichen Qualifizierungsangebote ausbauen und Beschäftigte anerkannte Qualifikationen erwerben können.

„Das Beispiel von Claudia Lentz zeigt, wie wichtig individuelle Lernwege sind. Sie stärken das Selbstvertrauen und können neue berufliche Chancen eröffnen – auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“, sagt Annika Offermann, Fachbereichsleiterin Eingliederungshilfe II beim LVR. „Mit diesem Ziel arbeiten wir eng mit den Werkstätten im Rheinland daran, diese Form einer qualifizierten und an die individuellen Möglichkeiten angepassten Berufsausbildung weiter auszubauen und möglichst vielen Beschäftigten anzubieten.“

Für Claudia Lentz steht zunächst die Freude an ihrer neuen Tätigkeit im Mittelpunkt. Sie hat bereits einen wichtigen Schritt geschafft. Und sie möchte weiterlernen.

Erfahren Sie mehr: Im Video erzählen Claudia Lentz und zwei weitere Beschäftigte von proviel, wie sie mit Teilqualifizierungen neue berufliche Perspektiven entwickeln.

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