Betriebsintegriertes Arbeiten

Hier können Sie den ersten Arbeitsmarkt kennenlernen, Ihre Werkstatt unterstützt Sie aber weiter.

2 Kollegen in einer Schule

Was ist ein Betriebsintegrierter Arbeits- oder Ausbildungsplatz?

Ein Betriebsintegrierter Arbeits- oder Ausbildungsplatz verbindet die Sicherheit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung mit der Arbeit in einem Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes.

Sie arbeiten direkt in einem Betrieb. Gleichzeitig bleiben Sie Beschäftigte*r der Werkstatt. Die Werkstatt begleitet und unterstützt Sie weiterhin.

Betriebsintegrierte Arbeits- und Ausbildungsplätze heißen auch „BiAp“. Die Abkürzung steht für „Betriebsintegrierte Arbeits- und Berufsbildungsplätze“.

Ein BiAp kann:

  • ein Einzelarbeitsplatz sein

  • ein Arbeitsplatz in einer kleinen Gruppe sein

  • ein Berufspildungsplatz im Rahmen des Berufsbildungsbereichs
    sein

Im Rheinland arbeiten aktuell ungefähr 2.900 Menschen auf einem BiAp. Viele Menschen nutzen einen BiAp, um neue berufliche Erfahrungen zu sammeln. Andere arbeiten dauerhaft in einem Unternehmen. Unser Ziel ist es, mit einem BiAp den Übergang von der Werkstatt auf den ersten Arbeitsmarkt und in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu erleichtern und gezielt zu fördern.

Wer kann auf einem BiAp arbeiten?

Ein BiAp richtet sich an:

  • Menschen mit wesentlicher Behinderung

  • Beschäftigte einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

  • Teilnehmende im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt

Wichtig ist: Sie möchten neue Aufgaben kennenlernen und Arbeit in einem Unternehmen ausprobieren.

Welche Tätigkeiten sind möglich?

Mögliche Arbeitsbereiche sind zum Beispiel:

  • Büro und Verwaltung

  • Lager und Logistik

  • Hauswirtschaft

  • Küche und Gastronomie

  • Garten- und Landschaftspflege

  • Verkauf und Service

  • Produktion und Montage

  • Handwerk

Die Werkstatt unterstützt Sie dabei, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.

Ein junger Mann steht an einer bunt angestrichenen Säule.
In der LVR-Christy-Brown-Schule arbeitet Moritz Schultheis als Hausmeistergehilfe auf einem BiAp.

Welche Möglichkeiten habe ich auf einem BiAp?

Ein BiAp eröffnet neue berufliche Wege.

Sie können:

  • praktische Erfahrungen in Unternehmen sammeln

  • neue Tätigkeiten kennenlernen

  • Kontakte im Arbeitsleben knüpfen

  • Ihre Fähigkeiten weiterentwickeln

  • mehr Selbstständigkeit gewinnen

Viele Menschen entdecken so neue berufliche Perspektiven.

Ein BiAp kann:

  • ein zeitlich begrenzter Schritt sein

  • ein dauerhafter Arbeitsplatz bleiben

  • den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt unterstützen

Wie erfolgt die Aufnahme?

Der erste Schritt ist ein Gespräch mit Ihrer Werkstatt.

Gemeinsam klären Sie:

  • Welche Aufgaben zu Ihnen passen

  • Welche Unterstützung Sie benötigen

  • Welcher Betrieb geeignet ist

Danach sucht die Werkstatt einen passenden Arbeitsplatz in einem Unternehmen.

Oft lernen Sie den Arbeitsplatz zunächst in einem Praktikum kennen. So können Sie ausprobieren, ob die Tätigkeit zu Ihnen passt.

Was passiert, wenn der BiAp nicht zu mir passt?

Sie behalten die Sicherheit der Werkstatt.

Wenn Sie merken, dass Ihnen die Arbeit im Unternehmen nicht entspricht, können Sie jederzeit in die Werkstatt zurückkehren.

Gemeinsam mit der Werkstatt suchen Sie dann nach einer neuen passenden Möglichkeit.

Sie möchten mehr über betriebsintegriertes Arbeiten erfahren?

Sie erhalten Unterstützung bei Ihrer Werkstatt, bei Beratungsstellen des LVR und bei der Ergänzenden unabhängige Teilhabeberatung (EUTB).

Ein betriebsintegrierter Arbeitsplatz für Moritz Schultheis

Wie der junge Mann in der LVR-Christy-Brown-Schule eine Alternative zur Werkstatt gefunden hat.

Bild Kathleen Bayer / Lizenz LVR

Ansprechperson für Fachfragen